Schweiz/Norwegen Schweiz: Ein Veggie-Day für Soldaten?

Nach Norwegen denken nun auch Schweizer Politiker darüber nach, ihre Soldaten einen Tag in der Woche auf Fleischentzug zu setzen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo der Vorschlag eines Veggie-Day der Grünen im Wahlkampf einen Aufschrei auslöste, nehmen die Norweger die Neuerung gelassen. In der Schweiz stößt der Vorstoß dagegen nicht unbedingt auf Gegenliebe.

Wer hat's erfunden? Die Deutschen! Und wer genau? Die Grünen! Der Vorschlag für einen Veggie-Day in allen Kantinen fiel bei den Deutschen im Bundestagswahlkampf durch. Nun wagen aber Norwegen und die Schweiz den Vorstoß und wollen ihren Soldaten einen fleischlosen Tag pro Woche bescheren.

Laut Medienberichten wird es für das norwegische Militär ab sofort montags immer vegetarische Gerichte geben. Damit könne die norwegische Armee 150 Tonnen Fleisch pro Jahr einsparen. Als Begründung gibt der Generalstab in Oslo demnach "Respekt für die Umwelt" an. Die Fleischproduktion mit Waldrodung, Futteranbau und Mast ist der UN-Ernährungsorganisation FAO zufolge für 18 Prozent der Treibhausgas-Emmissionen verantwortlich. Zudem werden Lebensmittel und Wasser, die auch dem Menschen direkt zugute kommen könnten, an Tiere verfüttert. In den größten Kantinen des norwgischen Militärs wurde die pflanzliche Ernährung zuvor getestet und kam demnach gut an.

Nun will auch die Schweiz Teilzeit-Vegetrarier als Soldaten

Die Schweiz könnte nun diesem Beispiel folgen. Das Nachrichtenportal 20 Minuten.ch berichtet über den Vorschlag von Chantal Galladé, SP-Nationalrätin und Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission, auch den eidgenössischen Soldaten einen fleischlosen Tag zu verordnen. Dem stimmen die Jungen Grünen und der grüne Nationalrat Bastien Girod zu.

Das Portal zitiert ihn:
"Wenn es in unserem Militär noch keinen Tag gibt, an dem man vegetarisch isst, muss das dringend eingeführt werden! Es kann nicht sein, dass man diesen Lebensstil in der Schweizer Armee komplett ausblendet." Er führt demnach das Argument an, dass selbst Sportler vegetarisch leben und somit auch Soldaten auf Fleisch verzichten können. Tenor ist, dass schon durch einen vegetarischen Tag enorm viel CO2 und Budget eingespart werden können.

Leckere vegetarische Gerichte

Der Grüne Balthasar Glättli weist laut 20 Minuten außerdem darauf hin, dass es auch viele leckere Gerichte ohne Fleisch gibt, die regelmäßig und ohne festen Wochentag in den Speiseplan integriert werden können. "Das können nicht nur Menüs aus der asiatischen Küche sein, es gibt ja typische Schweizer Gerichte, wie etwa Älplermagronen."

Diese Idee lässt sich sehr gut weiter entwickeln: So kann man sich zum Beispiel auch Soldaten in gemütlicher Runde um einen Käsefondue-Topf oder einen Raclette-Grill vorstellen.

Das Verteidigungsdepartement ist nicht begeistert

Das Schweizerische Verteidigungsdepartement nimmt den Enthusiasten die Luft aus den Segeln. Ein fester Wochentag mit rein fleischloser Kost sei undenkbar. Vegetarier könnten die tierische Komponente weglassen, ohne gesundheitliche Probleme zu bekommen. Veganer könnten hingegen unter Umständen sogar für dienstuntauglich erklärt werden. Und sparen müsse das eidgenössische Militär auch nicht.

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