Raumfahrt Nasa-Sonde „Cassini“ gibt Saturn-Mond Titan „Abschiedskuss“

Kurz vor ihrem kontrollierten Sturz in den Saturn am Freitag hat die Sonde „Cassini“ dessen Mond Titan noch einen „Abschiedskuss“ gegeben.

Die Sonde „Cassini“ habe sich dem Titan am Montag auf rund 120 000 Kilometer angenähert, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag mit. Daten und Bilder des Vorbeiflugs wurden noch am Dienstag erwartet.

Hunderte Male war „Cassini“ im Lauf der 13 Jahre dauernden Mission über den Titan hinweggeflogen, dieses letzte Mal hatten die Nasa-Wissenschaftler als „Abschiedskuss“ betitelt. „"Cassini" ist mit Titan in einer Langzeitbeziehung, mit einem neuen Rendezvous fast jeden Monat seit mehr als einem Jahrzehnt“, sagte Missionsleiter Earl Maize. „Dieses letzte Treffen ist ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber wie immer im Verlauf der Mission sendet die Schwerkraft von Titan "Cassini" dahin, wo sie hin soll.“

Die Falschfarbenaufnahme zeigt den Saturnmond Titan - mit 5.150 Kilometern Durchmesser der zweitgrößte Mond des Sonnensystems. Normalerweise ist die Oberfläche unter einer dicken bräunlich-orangenen Gashülle verborgen. Die Nasa-Sonde Cassini kartierte den Mond mit dem Infrarotspektrometer VIMS (Visible and Infrared Mapping Spectrometer), das durch die dichte Atmosphäre blicken kann. Das kreisförmige Gebilde in der Mitte ist vermutlich ein älteres Einschlagbecken. Neu haben jetzt Berliner Planetenforscher einen gigantischen See am Nordpol des Titan erspäht. Mit einer Fläche von bis zu 400 000 Quadratkilometern ist das «Kraken Mare» größer als das Kaspische Meer, der größte See der Erde, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln berichtet. Anders als in irdischen Gewässern schwappt in dem tiefgekühlten Titan-See allerdings kein Wasser, sondern flüssiges Methan oder andere Kohlenwasserstoffe.
Die Falschfarbenaufnahme zeigt den Saturnmond Titan - mit 5.150 Kilometern Durchmesser der zweitgrößte Mond des Sonnensystems. Normalerweise ist die Oberfläche unter einer dicken bräunlich-orangenen Gashülle verborgen. Die Nasa-Sonde Cassini kartierte den Mond mit dem Infrarotspektrometer VIMS (Visible and Infrared Mapping Spectrometer), das durch die dichte Atmosphäre blicken kann. Das kreisförmige Gebilde in der Mitte ist vermutlich ein älteres Einschlagbecken. Neu haben jetzt Berliner Planetenforscher einen gigantischen See am Nordpol des Titan erspäht. Mit einer Fläche von bis zu 400 000 Quadratkilometern ist das «Kraken Mare» größer als das Kaspische Meer, der größte See der Erde, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln berichtet. Anders als in irdischen Gewässern schwappt in dem tiefgekühlten Titan-See allerdings kein Wasser, sondern flüssiges Methan oder andere Kohlenwasserstoffe. | Bild: NASA/JPL/University of Arizona (dpa,nasa)

Am Freitag soll „Cassini“ rund 20 Jahre nach ihrem Start kontrolliert in den Saturn stürzen. Bis zuletzt sollen mehrere wissenschaftliche Instrumente an Bord der Sonde arbeiten und Daten zur Erde senden.

„Cassini“ startete 1997 und kam 2004 in der Umlaufbahn des Saturn an. Zum Abschluss der Mission tauchte sie 22 mal zwischen dem Planeten und seinen Ringen hindurch – eine Region, in der zuvor noch nie eine Sonde war. An der rund 3,2 Milliarden Dollar teuren Mission sind tausende Mitarbeiter aus 17 Ländern beteiligt.

Aufnahme der Saturnringe durch die Raumsonde Cassini im Juli 2013. Im Hintergrund ist rechts unter den Ringen die Erde als leuchtender Punkt zu erkennen.
Fern der Heimat: Aufnahme der Saturnringe durch die Raumsonde Cassini im Juli 2013. Im Hintergrund ist rechts unter den Ringen die Erde als leuchtender Punkt zu erkennen. | Bild: HO/dpa

Ihre Meinung ist uns wichtig
Historische Momente
Neu aus diesem Ressort
München
Dillingen
Heinsberg
Lugano
Berlin
Darmstadt/Hannover
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren