Potsdam Entwarnung: Keine Granate in DHL-Paket an Staatskanzlei

Ein verdächtiges DHL-Paket an die Thüringer Staatskanzlei hat nach Ermittlungen der Polizei keinen explosiven Inhalt. Es beinhalte keinen gefährlichen Gegenstand, wie nach einer ersten Röntgenuntersuchung des Pakets am Montag angenommen worden war, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt.

Das Paket sei an Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) adressiert gewesen. Mitarbeitern der Staatskanzlei war die DHL-Sendung verdächtig vorgekommen, weil sie keinen Absender trug. Die Polizei stellte das Paket sicher.

Nach Angaben von Ramelow hatte die Polizei zunächst von einer möglichen Wurfgranate in der Sendung gesprochen. Bei der Öffnung durch Spezialisten der Polizei entpuppte sich der Inhalt laut Staatsanwaltschaft jedoch als zusammengerollte Kataloge. Ramelow hatte davor gewarnt, eine Parallele zu dem Fund einer Paketbombe in Potsdam und einer möglichen Erpressung des Paketdiensts DHL zu ziehen. „Das ist pure Spekulation“, sagte er nach dem Fund in der Staatskanzlei.

So erkennt man ein verdächtiges Paket

Die Polizei in Potsdam rät angesichts der Erpressung des Paketdienstes DHL zu Vorsicht bei der Annahme von unbekannten Paketen, die vorrangig an kleinere Unternehmen oder möglicherweise auch an Privatleute geschickt werden könnten. Empfänger könnten verdächtige Pakete an mehreren Hinweisen erkennen:

  • Ein unbekannter Absender, mit dem man bisher noch keinen (geschäftlichen) Kontakt hatte.
  • Bei handgeschriebener Adresse des Empfängers: Besonders auffällige Rechtschreibfehler oder schlecht leserliche Adresse.
  • Flecken auf dem oder Verfärbungen des Paket-Kartons.
  • Sollte es sich tatsächlich um eine Bombe handeln, ist es laut Polizei auch möglich, dass Drähte aus dem Paket ragen. Auf keinen Fall öffnen!
  • Große Postfilialen: Ausgereifte Sicherheitstechnik wie zum Beispiel Metalldetektoren, „Sniffer“ zum Erkennen chemischer Gefahrenstoffe, Röntgengeräte und Massenspektrometer machen es in großen Poststellen relativ leicht, Bomben in Briefen oder Paketen zu entdecken. Doch solche Technik hat ihren Preis und zählt nicht zum Standard in normalen Postshops.
  • Sollte eine verdächtige Sendung entdeckt werden, muss sie laut einer Empfehlung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg zuerst räumlich abgeschirmt werden – am besten in Räumen mit Fenstern, die an eine Außenwand grenzen. Der nächste Schritt ist eine Evakuierung des Geländes und das Verständigen der Polizei. Die alarmiert die Sprengmeister, die Tag und Nacht Bereitschaft haben. (dpa/mic)

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