Themar 3500 Rechtsextremisten zu Konzert in Themar – Wenige Gegner

Zum wohl bundesweit größten Neonazi-Konzert des Jahres im südthüringischen Themar sind vor Festivalbeginn bereits rund 3500 Rechte angereist.

Die Polizei sprach am Samstagnachmittag von einem anhaltenden starken Zulauf. Damit waren rund zwei Stunden vor dem rechten Rockkonzert bereits mehr Teilnehmer als vor einem Jahr angereist. Die Besucher, teils mit T-Shirt-Aufschriften wie „Sturm auf Themar“ oder „Frei wie ein Vogel“, wurden vor Eintritt in das mit hohen Gittern eingezäunte Festivalgelände von der Polizei durchsucht. Auf der Wiese war ein riesiges Zelt aufgebaut, das laut Polizei die erwarteten 5000 Menschen fassen kann.

Fahnen der rechten Szene wehen am 15.07.2017 in Themar (Thüringen). Zu einem Neonazi-Konzert in Südthüringen werden mehr als 5000 Rechte und rund 2000 Gegendemonstranten erwartet.
Fahnen der rechten Szene wehen am 15.07.2017 in Themar (Thüringen). Zu einem Neonazi-Konzert in Südthüringen werden mehr als 5000 Rechte und rund 2000 Gegendemonstranten erwartet. | Bild: Bodo Schackow (dpa-Zentralbild)

Dagegen war in der 3000-Einwohner-Stadt von den neun angekündigten Protestveranstaltungen gegen Rechts mit bis zu 2000 Demonstranten kaum etwas zu sehen. Laut Polizei demonstrierten vor dem Konzertgelände etwa 75 Menschen sowie in der mit Plakaten geschmückten Stadt und an diversen Ständen noch einmal wenige Dutzend.

Ein Plakat mit der Aufschrift «Scheiß Friseur» wird am 11.07.2017 in Themar (Thüringen) an der Stadtmauer befestigt. Am 15.07.2017 soll in Themar das vielleicht größte Rechtsrock-Konzert in Deutschland 2017 stattfinden. Mehrere Tausend Rechtsradikale werden erwartet. In der Kleinstadt formiert sich Widerstand.
Ein Plakat mit der Aufschrift «Scheiß Friseur» wird am 11.07.2017 in Themar (Thüringen) an der Stadtmauer befestigt. Am 15.07.2017 soll in Themar das vielleicht größte Rechtsrock-Konzert in Deutschland 2017 stattfinden. Mehrere Tausend Rechtsradikale werden erwartet. In der Kleinstadt formiert sich Widerstand. | Bild: Martin Schutt (dpa-Zentralbild)

Knapp 1000 Polizisten aus Thüringen und mehreren Bundesländern sind im Einsatz – auch um die beiden Blöcke voneinander zu trennen. Polizei und Thüringer Innenministerium gingen davon aus, dass die Polizistenzahl laut Sicherheitskonzept und Einschätzung des möglichen Gewaltpotentials ausreicht. „Wir gehen nicht vom dem großen Gewaltpotential aus – auch, weil die Wiese für das Konzert eingezäunt ist“, sagte ein Ministeriumssprecher. Kurzfristig habe es zwar eine Absage für eine Hundertschaft aus Brandenburg gegeben, die zu einem dortigen Einsatz gerufen wurde. Diese Absage könne jedoch bei Bedarf kompensiert werden.

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