Kultur Unwiderstehlich einfach

Das Schlichte und Einfache ist in der Kunst oft das Unwiderstehlichste – bei der CD „Out of the Box“ ist das hörbar. Die Aufnahme entstand aus einer Zusammenarbeit des Radolfzeller Gitarristen Jörg Enz mit dem Berner Organisten Stewy von Wattenwyl und dem Konstanzer Schlagzeuger Patrick Manzecchi.

Wie es im Booklet heißt, verstanden sich die drei Musiker bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt so gut, dass sie wieder miteinander spielen wollten. Ein paar Monate später ergab sich die Gelegenheit und im Dezember 2011 gingen sie in Zürich miteinander ins Studio.

Herausgekommen ist ein Album, auf dem die Chemie zwischen allen Akteuren spürbar stimmt. Sie spielen nicht nur hervorragend zusammen, sondern sind auch ästhetisch auf derselben Wellenlänge. Denn genauso aufgeräumt und klar wie Enz‘ Gitarrenlinien sind auch von Wattenwyls Soli auf der Hammond B3-Orgel. Ein Beispiel dafür ist die Auftaktnummer, Horace Silvers „Peace“. Die Soli der beiden Melodieinstrumente passen sich nahtlos in die insgesamt sparsame Instrumentierung der Nummer ein. Ähnlich schnörkellos, klar und direkt geht es auf der ganzen Scheibe zu, egal welche Stilrichtung die drei Herren gerade einschlagen.

Manzecchi bietet auf seinem Schlagzeug dazu eine rhythmische Welt, die gleichzeitig sehr bewegt und ein stabiles Fundament ist. Eintönigkeit kommt dabei nicht auf, wie sich an den verschiedenen Grooves ablesen lässt, bei denen dieses Prinzip funktioniert – in dem funky Beat zu dem Standard „These Foolish Things“ kann man es nämlich ebenso hören wie bei dem treibenden Rhythmus zu „Cedar's Blues“ oder dem schlurfenden Blues-Rhythmus der Titelnummer „Out of the Box“. Diese ist übrigens der Mitschnitt einer gemeinsamen Improvisation, die nach der Aufnahme beinahe wieder gelöscht worden wäre. Gut, dass das nicht geschehen ist – denn auch hier ist sie zu hören, die Unwiderstehlichkeit des Einfachen.

CD-Taufe in Deutschland am Sonntag, 30. Juni, um 20 Uhr im Wolkensteinsaal des Konstanzer Kulturzentrums in der Reihe „Jazz im Kulturzentrum“.

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