Literatur Regionale Verlage auf der Frankfurter Buchmesse

Ein eigener Stand in Frankfurt ist für viele immer noch unverzichtbar. Nur der Konstanzer UVK Verlag hat sich davon verabschiedet.

So selbstverständlich wie früher einmal ist es nicht mehr, als Verlag auf der Frankfurter Buchmesse vertreten zu sein. Programmpräsentationen lassen sich inzwischen auch im Internet bewältigen, vor allem die Kommunikation mit Kunden ist im digitalen Zeitalter nicht mehr an eine Messe gebunden. Dennoch sind wieder mehrere Verlage aus unserer Region mit einem eigenen Stand in Frankfurt vertreten.

Der Stadler Verlag aus Konstanz beispielsweise ist an einem Eck mit regem Publikumsverkehr zu finden. Zu sehen sind hier Wandkalender mit Fotomotiven aus dem Schwarzwald und der Bodenseeregion, dazu Bildbände, Wanderbücher und Belletristik über die Heimat. Darunter befinden sich Titel wie „Rendezvous in zwanzig Jahren“, eine Bodenseeromanze von Lissy Brommer.

„Wir sind seit Anfang der Siebzigerjahre ständig dabei gewesen“, erklärt Verlagschef Christian Stadler. Inzwischen habe sich die Branche zwar spürbar gewandelt. Dennoch sei für ihn eine Präsenz in Frankfurt immer noch wichtig. „Schauen Sie sich nur unsere Wand an“, sagt er und weist auf die ausgestellten Exemplare hinter sich. „Wenn hier Kunden mit mir sprechen, können sie dabei Bücher unseres Verlagsprogramms entdecken, auf die sie sonst vielleicht nicht gekommen wären.“

Auch der Gmeiner-Verlag aus Meßkirch ist wieder in Frankfurt vertreten. Die Buchmesse sei nun mal die größte Buchausstellung der Welt: „Wir nutzen die Buchmesse als einmalige Plattform, um unseren Verlag und unsere aktuellen Spannungs- und Kulturnovitäten einem breiten Publikum zu präsentieren, darunter auch wichtige Autoren aus der Region, wie zum Beispiel Uta-Maria Heim mit ‚Toskanische Beichte‘ und Christine Rath mit ‚Kastanienfeuer‘“, sagt Pressesprecherin Petra Wendler. „Durch unsere Präsenz möchten wir als Verlag aus der Region eine höhere Wahrnehmung im Reigen der großen Publikumsverlage erzielen.“ In der Tat: Der Stand von Gmeiner ist unübersehbar und zeugt von über die Jahre hinweg gewachsenen Ansprüchen.

Auch der Südverlag aus Konstanz ist in Frankfurt dabei. Man findet ihn auf dem Gemeinschaftsstand von „forum independent“, einer Vertriebsgemeinschaft von 13 unabhängigen Verlagen. Das Publikum kann sich hier durch Reihen wie die „Glücksorte“ oder „Krimödien“ blättern.

Die zum Südverlag gehörende UVK Verlagsgesellschaft allerdings sucht man vergebens. „UVK konzentriert sich seit Anfang des Jahres hauptsächlich auf das Lehrbuchgeschäft“, erklärt Südverlag-Chef Walter Engstle. „Und da er dieses hauptsächlich über das Label UTB vertreibt, macht es kaum Sinn, einen eigenen Stand zu betreiben.“ Zu immens sei der Aufwand dafür, sowohl in personeller als auch in finanzieller Hinsicht. Man ziehe dafür vor, die Präsenz auf Fachkongressen und Tagungen zu forcieren. Immerhin: Beim Buchmessen-Stand von UTB sind Publikationen von UVK vertreten.

Sind es wirklich nur Vertriebsgründe, die einen Verlag von der Reise nach Frankfurt Abstand nehmen lassen, oder ist nicht auch das Messeformat selbst eines Tages überholt? „Man kann die Messe auch schlechtreden“, sagt Walter Engstle dazu: „Solange der Zustrom interessierter Leser ungebrochen ist, hat die Messe durchaus noch ihre Berechtigung.“

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