Kino Neu im Kino: "Wonder Woman" – weibliche Konkurrenz für Superman und Co.

Mit schwarzer Mähne, güldenem Schild und Schwert sowie sehr viel Schwung schickt sich Wonder Woman an, dem Superhelden-Kino eine weibliche Note zu verpassen. Und das gelingt Hauptdarstellerin Gal Gadot hervorragend. Die Comic-Verfilmung „Wonder Woman“ kommt am 15. Juni 2017 ins Kino

Wieder einmal wird das cineastische Universum eines Comic-Verlages um ein neues Kapitel ergänzt. Wieder einmal bekommt ein Superheld eine als Einführung beim Publikum gedachte Herkunftsgeschichte. Eigentlich also alles wie immer, denn seit in Hollywood der Comic-Boom grassiert, schicken Marvel und DC Comics ja mehrmals im Jahr immer neue, zusehends unbekanntere Figuren auf die Leinwand. Dass nun auch Wonder Woman mit einem eigenen Film an den Start geht, wäre also eigentlich kaum mehr als ein Achselzucken wert. Wäre der Superheld in diesem Fall nicht eine Frau.

Natürlich macht das Geschlecht der Protagonistin allein noch keinen guten Film. Und doch ist es reizvoll, etwas zu sehen, was es im Superhelden-Kino der neuen Ära noch nicht zu sehen gab (über Halle Berrys fürchterliche „Catwoman“ decken wir das Mäntelchen des Schweigens). Denn so sehr Scarlett Johansson als Black Widow den Filmen ihrer „Avengers“-Kumpel bisweilen ihren Stempel aufdrückt, so wenig kam es schon vor, dass sich eine Comic-Verfilmung ganz und gar auf eine Heldin konzentriert. Wonder Woman ist die erste ihrer Art, und Regisseurin Patty Jenkins die erste Frau, die einen Blockbuster mit mehr als 150 Millionen US-Dollar Budget inszenieren durfte. Das klingt schon auf dem Papier nach etwas Besonderen. Die Freude, die man als feministisch denkender Mensch im Kino empfindet, der Titelheldin beim Retten der Welt oder einer Amazonen-Armee beim Sturm gegen Nazi-Soldaten zuzusehen, ist noch mal etwas ganz anderes.

Aber der Reihe nach. Erzählt wird in „Wonder Woman“, was es mit Diana Prince (Gal Gadot) auf sich hat, deren Weg im vergangenen Jahr in „Batman vs. Superman“ schon eben jene Kollegen kreuzten. Die unsterbliche Göttin stammt von der Insel Themyscira, wo sie gleichermaßen behütet wie selbstbewusst und wehrhaft aufwächst. Doch dann strandet ein Mann in diesem verborgenen Idyll: Captain Steve Trevor (Chris Pine) flüchtet vor den Nazis und berichtet Diana vom Ersten Weltkrieg. Ohne sich ihrer Kräfte bewusst zu sein, schließt sie sich ihm an, um ihren Teil dazu beizutragen, die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren.

In vielerlei Hinsicht erzählt Regisseurin Jenkins „Wonder Woman“ wie alle anderen Superhelden-Filme auch. Es gibt eine ausführliche Exposition, man ist darum bemüht, den Ernst der Lage mit ein wenig Humor und einem Hauch Romantik aufzubrechen, und gegen Ende nehmen die CGI-Effekte und schier endlosen Schlachten zur Weltenrettung immer mehr Raum ein.

Erfreulicherweise leidet „Wonder Woman“ weder unter einem Übermaß an Figuren noch erdrückt eine verkrampfte Düsternis jeden Moment von leichtfüßigem Spaß. Jenkins und ihrer sehenswerten Hauptdarstellerin Gal Gadot gelingt kurzweiliges, im positiven Sinne altmodisches Abenteuer-Kino, dessen Besonderheit die Heldin im Zentrum ist. Nicht nur, aber auch weil Wonder Woman zur Abwechslung mal keine grimmig-gequälte Seele ist, sondern ihre Kraft gerade aus Optimismus und ihrem guten Herzen zieht.

Abspann

Regie: Patty Jenkins

Darsteller: Gal Gadot, Chris Pine, Robin Wright, Connie Nielsen, David Thewlis

Produktionsland: USA 2017

Länge: 141 Minuten

FSK: freigegeben ab 12 Jahren

Verleih: Warner Bros

Fazit: „Wonder Woman“ ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Comic-Verfilmung – nd mit Sicherheit die sehenswerteste seit Langem.

 

Der Trailer zum Film:

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