Kultur „Downsizing“ mit Christoph Waltz: Eine radikale Lösung für die Menschheit

Endlich mal wieder eine amüsante Rolle für Christoph Waltz: In der Satire „Downsizing“ schrumpft der Schauspieler auf Kleinstformat.

Wären wir auch bereit, radikalere Schritte zu gehen, um den Planeten vor dem Untergang durch Ressourcenausbeutung, Umweltverschmutzung und Bevölkerungsexplosion zu retten? Alexander Paynes „Downsizing“ macht dafür einen Vorschlag und spielt in seiner Science-Fiction-Satire ein Gedankenspiel durch, das gleichermaßen simpel, absurd und doch ganz schlüssig ist: Wer kleiner ist, verbraucht auch weniger! Warum also nicht einfach die Menschen auf 12 Zentimeter schrumpfen?

Diese Gedanken, ganz uneigennützig das eigene Leben im Sinne eines kleinen großen Ganzen umzukrempeln, stehen bei den Figuren in „Downsizing“ aber weniger im Vordergrund. Eigentlich wollen sie doch in erster Linie durch den Umzug in die Miniaturexistenz eher sich selber retten: so wie das Paar, das Matt Damon und Kristin Wiig hier verkörpern. Paul Safranek und seine Frau Audrey plagen sich in ihrem ziemlich durchschnittlichen Alltag mit finanziellen Problemen herum. Die Möglichkeit zur Extremverkleinerung bietet für die beiden daher eine durchaus reizvolle Perspektive für die Zukunft. In der Mini-Welt könnten sie sich schließlich nicht nur ein verhältnismäßig großes Haus leisten, sondern auch all den Luxus, für den das Geld in Normalgröße niemals gereicht hätte.

Nur: Nachdem er die Minimierungsprozedur hinter sich hat, erfährt Paul, dass seine Frau im letzten Moment gekniffen hat. Ganz allein findet er sich in dem schönen neuen Kleinst-Kosmos wieder und muss sein Leben allein erstmal in den Griff kriegen. Zwei Begegnungen bekommen dabei für ihn eine zentrale Bedeutung. Er trifft die vietnamesische Dissidentin Gong Jiang (Hong Chau), die zwangsgeschrumpft wurde. Außerdem taucht Christoph Waltz endlich mal wieder in einer amüsanten Rolle auf – als Pauls Nachbar Dusan Mirkovic, ausgefuchster Party-Serbe und globaler Schrumpfungsgewinnler.

 

 

 

Auf den ersten Blick mag das Genre, in dem er seine Geschichte erzählt, ungewöhnlich sein für Regisseur Payne. Doch der Science-Fiction-Aspekt tritt in den Hintergrund – ja, teilweise vergisst man im Grunde, dass „Downsizing“ in der Zukunft spielt, so nah ist diese Welt an der Gegenwart. Allerdings ist „Downsizing“ längst nicht so fein ausbalanciert, wie es Payne zuvor oft gelang. Überhaupt vernachlässigt der Film irgendwann seine Prämisse, schlägt thematisch einen etwas zu großen Bogen. Und trotzdem: Die Fragen sind essentiell, die alles in allem auf sehr unterhaltsame Weise anklingen und angeregt werden.

 

 

Abspann

Regie: Alexander Payne

Darsteller: Matt Damon, Kristen Wiig, Christoph Waltz

FSK: ohne Altersbeschränkung

Länge: 136 Minuten

Fazit: Ein interessantes Gedankenspiel.

 

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