Freiburg Mordprozess um Hussein K. prüft DNA-Spuren vom Tatort

Im Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. vor dem Landgericht Freiburg geht es heute um DNA-Spuren vom Tatort.

Im Mordprozess um Hussein K. stellt eine Sachverständige des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart ihr Gutachten vor. Es geht um die Frage, ob die Körperspuren eindeutig dem Angeklagten zugeordnet werden können. In einem Gebüsch nahe des Tatorts hatte die Polizei ein auffällig blondiertes Haar entdeckt, mit ihm war sie auf die Schliche des nun Angeklagten gekommen. Rund sieben Wochen nach der Tat war der in Freiburg lebende Flüchtling festgenommen worden.

Hussein K. werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er hat zugegeben, vor rund 13 Monaten in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam.

Es geht in dem Prozess auch um die Frage, wie alt der vor der Jugendkammer stehende Mann tatsächlich ist. Dies wird Auswirkungen auf die Höhe der Strafe haben. Er selbst hatte angegeben, aus Afghanistan zu kommen und 17 Jahre alt zu sein. Zum Prozessauftakt gab er aber zu, beim Alter gelogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft hält Hussein K. für mindestens 22 Jahre. Entsprechende Gutachten stützen dies. Ein Urteil soll im nächsten Frühjahr gesprochen werden.

Spurensuche mit Haut und Haaren - Fakten zur DNA-Analyse


Der DNA-Beweis ist das erfolgreichste kriminalistische Instrument bei der Identifizierung von Tätern und der Zuordnung von Tatspuren. Er gilt auch vor Gerichten als sicherstes Beweismittel. Grundlage sind Körperspuren, die Täter hinterlassen und die von der Polizei gefunden werden. Träger der menschlichen Erbsubstanz ist die Desoxyribonucleinsäure - kurz DNA. Für eine DNA-Analyse reichen schon geringste Spuren wie Hautschuppen, Haare, Sperma oder Speichelreste. DNA-Spuren sind ein genetischer Fingerabdruck. Durch die Untersuchung kann die Identität eines Menschen nahezu sicher festgestellt werden.

DNA-Analysen in Baden-Württemberg übernimmt das Landeskriminalamt (LKA) in Stuttgart. Das Verfahren ist aufwendig, weil die DNA-Reste erst im Labor vervielfältigt werden müssen, bevor sie analysiert werden können. Wie beim herkömmlichen Fingerabdruck wird die am Tatort gefundene Erbsubstanz mit der von Verdächtigen oder mit gespeicherten Daten, etwa von bereits verurteilten oder festgenommenen Straftätern, verglichen. So lässt sich im Zweifel nach einer Straftat Schuld oder eben auch Unschuld rasch und eindeutig beweisen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat dazu eine DNA-Analysedatei. Dort werden Identifizierungsmuster von Beschuldigten, verurteilten Straftätern und von am Tatort gesicherten Spuren gespeichert. Am Tatort gefundene DNA-Spuren werden mit in der Datei gespeicherter DNA verglichen. So lassen sich in der Regel auch Mehrfachtäter und mögliche Zusammenhänge zwischen Taten ermitteln.

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