Freiburg Mordfall Maria L. in Freiburg: Hussein K. soll in Tatnacht auch Kontakt zu anderen Frauen gesucht haben

Bevor er die Freiburger Studentin Maria L. bewusstlos geschlagen, vergewaltigt und in der Dreisam abgelegt hat, soll Hussein K. Kontakt zu anderen Frauen gesucht haben. Von dreien ist die Rede – sie sollen im anstehenden Prozess als Zeugen gehöt werden

In der Nacht des Mordes an der 19-jährigen Studentin Maria L. im Oktober des vergangenen Jahres hat der mutmaßliche Täter, ein afghanischer Flüchtling, angeblich dreimal versucht, mit Frauen in Kontakt zu kommen. Das sollen laut einem Bericht der „Badischen Zeitung“ die Ermittlungen ergeben haben. Die Kontaktversuche von Hussein K. wurden jedoch abgewiesen. Der Prozess gegen den des Mordes Beschuldigten soll voraussichtlich im September in Freiburg beginnen.

Hussein K. war einer Frau unangenehm aufgefallen, neben der er in der Tatnacht in der Straßenbahnlinie 1 Platz genommen hatte. Die Frau hatte sich kurz darauf von ihm weggesetzt und wenig später die Straßenbahn verlassen. Das zeigen Video-Aufnahmen aus der Straßenbahn, die eine große Rolle bei der Identifizierung des mutmaßlichen Täters gespielt haben.

Die Frau wurde mit einem Bild gesucht, sie wurde gefunden und hat bei den Ermittlern ausgesagt. Sie soll angeblich im bevorstehenden Prozess ebenso als Zeugin gehört werden wie zwei weitere Frauen, die Hussein K. in der Tatnacht ins Visier genommen hatte – im ersten Fall in einer Bar, im dritten Fall an der Endhaltestelle der Straßenbahn, mit der er nach Mitternacht am 16. Oktober in den Freiburger Osten gefahren war. Dort hatte er Maria L. später an der Dreisam abgepasst, bewusstlos geschlagen, vergewaltigt und im Niedrigwasser des Flusses abgelegt. Die 19-jährige Studentin starb durch Ertrinken.

Nach wie vor arbeitet die Staatsanwaltschaft laut eigenen Angaben daran, das genaue Alter von Hussein K. herauszufinden. Der Beschuldigte beharrt darauf, erst 17 Jahre alt zu sein. Wissenschaftliche Gutachten kommen jedoch zu dem Schluss, er sei eher 22 Jahre alt – oder sogar noch älter. Zur Altersklärung wurde schon vor einiger Zeit um Rechtshilfe in Griechenland nachgesucht.

Demnächst soll ein Freiburger Staatsanwalt zu Sondierungen nach Griechenland reisen, teilte Oberstaatsanwalt Michael Mächtel mit. Dort war Hussein K. verurteilt worden, nachdem er 2013 eine Studentin auf der Insel Korfu einen Steilhang hinuntergeworfen hatte. Die Studentin überlebte die Gewalttat, wurde aber sehr schwer verletzt. Auch mit Anfragen in Afghanistan und im Iran wird von deutschen Stellen danach geforscht, wie alt der Beschuldigte tatsächlich ist.

Da das Alter von Hussein K. weiterhin ungeklärt ist, ist davon auszugehen, dass er in Freiburg vor der Jugendkammer angeklagt wird. Die „Badische Zeitung“ berichtet von einem Zeitplan der Kammer, nach dem der Prozess am 5. September beginnen und 13 Verhandlungstage angesetzt sein sollen. Demnach könnte das Urteil am 16. November fallen. Offiziell bestätigt ist das nicht, zumal noch nicht rechtsverbindlich über die Zulassung der Anklage entschieden worden ist. Damit sei erst im Juli zu rechnen, heißt es.

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