Donaueschingen / Glarus In Donaueschingen zwischengelandetes Kleinflugzeug in Schweiz abgestürzt - beide Insassen tot

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs sind in der Nähe von Braunwald in der Schweiz beide Insassen ums Leben gekommen. Die Maschine, die aus Norddeutschland kam, war in Donaueschingen am Dienstagabend zwischengelandet. An Bord der Maschine befanden sich nach Angaben aus Ermittlerkreisen keine Personen aus der Region.

Schweizer Flugexperten haben in diesen Wochen mehr zu tun, als ihnen lieb sein dürfte. Eine Serie von fünf schweren Unglücken mit Kleinflugzeugen, die sich seit Juli ereignet haben, beschäftigen derzeit die Spezialisten der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust). Der jüngste Crash ereignete sich am Dienstagabend gegen 19 Uhr. Aus noch ungeklärter Ursache stürzte eine einmotorige Maschine vom Typ Mooney M20K aus Norddeutschland, die zuvor in Donaueschingen einen Tankstopp eingelegt hatte, nahe einer Bergstation bei Braunwald in den Glarner Alpen ab. Rettungskräfte hatten sich sogleich mit zwei Helikoptern in das 1900 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Absturzgebiet begeben. Beide deutschen Insassen konnten nur noch tot geborgen werden. Kurz darauf mussten die Rettungskräfte wegen einsetzender Dunkelheit wieder abziehen.

In den vergangenen Wochen gab es mehrere Flugunfälle, die meisten ereigneten sich in Alpennähe. Wegen der aufwendigen Recherchen wird mit den Berichten erst in einigen Wochen gerechnet. Auf Anfrage hieß es bei der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust), belastbare Zahlen, die auf mehr schwere Flugzeugunglücke schließen ließen, lägen nicht vor. Dagegen sei es in letzter Zeit gefühlt zu mehr Todesfällen gekommen. Ob sich ein Trend ablesen lasse, könne man erst in ein paar Jahren sagen. So wertet die Sust alle Unglücke in Fünf-Jahres-Perioden statistisch aus: „Nicht dass man nach einem Jahr, in dem es viele Unfälle mit Ballonen gegeben hat, sagt: Jetzt sind alle Ballone nicht mehr sicher.“

Blick auf das Glarnerland im Süden der Ostschweiz. Ein Kleinflugzeug aus Deutschland war am Felsmassiv zerschellt. Die Unglücksursache ist derzeit nicht bekannt.
Blick auf das Glarnerland im Süden der Ostschweiz. Ein Kleinflugzeug aus Deutschland war am Felsmassiv zerschellt. Die Unglücksursache ist derzeit nicht bekannt. | Bild: gms/Schweiz_Tourismus (gms)



Unterdessen tauchen in Schweizer Internetnetzwerken Spekulationen auf, dass Unkenntnis der besonderen Verhältnisse über den Schweizer Alpen zu den Unglücken geführt habe. Das will der Aviatik-Experte aus Bern so nicht bestätigen. Noch wisse man zu wenig über die Ursachen. Und es treffe auch nicht in jedem Fall zu. So war es ebenfalls am Dienstag zum tödlichen Absturz eines Schweizer Militärfliegers im Berner Oberland gekommen. In diesem Fall, der derzeit von Spezialisten der militärischen Untersuchungsbehörde analysiert wird, habe ein Militär-Pilot in der Maschine gesessen, der sich in der Schweiz gut ausgekannt habe.

Für die Mitarbeiter der Sust gilt nun, wie im übrigen auch für die Kollegen der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU), die zur Zeit den Absturz eines Schweizer Fliegers in den Bodensee untersuchen, dass möglichst viele Daten zusammengetragen und ausgewertet werden. Gestern waren in Braunwald drei Experten vor Ort, die das Flugzeug begutachtet hatten, um festzustellen, wie es in den Berg eingeschlagen ist. Daraus sollen dann Rückschlüsse gezogen werden, ob der Pilot die Orientierung über die Maschine verloren hatte. Das Wrack wurde inzwischen abtransportiert.

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