Rheinfelden Das St. Josefshaus Herten ist der beste Arbeitgeber im ganzen Land

Das St. Josefshaus Herten ist nicht nur einer der größten Arbeitgeber im Landkreis Lörrach, sondern auch der beste. Und dies nicht nur im Kreis, sondern im gesamten Land.

Die Behinderten- und Altenpflegeeinrichtung ist vor Kurzem vom Forschungsinstitut „Great Place to Work“ zum besten Arbeitgeber Baden-Württembergs ausgezeichnet worden. 114 Unternehmen hatten mit dem St. Josefshaus um diesen Titel konkurriert. „Wir sind besonders erfreut und stolz, da wir das einzige Sozialunternehmen sind, das ausgezeichnet wurde“, freut sich Birgit Ackermann, eine der beiden Vorstände der Einrichtung. Neben dem Preis als bester Arbeitgeber im Land erhielt das St. Josefshaus außerdem die bundesweite Auszeichnung als bester Arbeitgeber im Bereich Soziales.

Bei der Teilnahme an dem Wettbewerb sei es aber nicht vorrangig um einen Preis, sondern um die rund 1300 Mitarbeiter gegangen, betonen Ackermann und ihr Vorstandskollege Christoph Dürdoth. Wie zufrieden sind die Angestellten mit ihrem Arbeitsplatz? Wie groß ist das Vertrauen in die Führungskräfte? Wo gibt es Kritik, was kann verbessert werden? Der Wettbewerb lieferte dem Vorstand im Rahmen einer Mitarbeiterbefragung wichtige Erkenntnisse. „Für uns ist die Befragung sehr wertvoll“, sagt Ackermann und erinnert sich an eine ganz bestimmte Antwort auf dem Fragebogen, die zeigt, wie leicht manchmal Mitarbeiter glücklich zu machen sind: „Es wäre schön, wenn alle Dienstfahrzeuge des St. Josefshauses ein Radio hätten“, lautete die Bitte eines Mitarbeiters. „Es waren tatsächlich zwei Autos und die haben dann natürlich auch ein Radio bekommen“, sagt Ackermann schmunzelnd.

Die Auszeichnungen machen das St. Josefshaus Herten zu einem attraktiven Arbeitgeber. Dies sei vor allem angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels wichtig, sagt Personalleiterin Beate Pfriender-Muck. „Wir haben noch Glück; trotz der Nähe zur Schweiz haben wir eine geringe Abwanderung.“ Das St. Josefshaus bildet selbst aus und gewinnt so Fachkräfte. Doch nicht immer gelingt es, frei werdende Stellen sofort neu zu besetzen. „Mit so einem Preis machen wir deutlich, dass wir neben der Bezahlung gute soziale Rahmenbedingungen bieten“, sagt die Personalleiterin. Ein wichtiger Faktor, den Mitarbeiter immer wieder einfordern, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit auf das Privatleben abgestimmten Arbeitszeiten und betrieblichen Kinderbetreuungsangeboten punktet das St. Josefshaus als familienfreundlicher Arbeitgeber.

Das St. Josefshaus fördert auch die Gesundheit seiner Mitarbeiter. Unter dem Stichwort „Sozialkomponente“ erhalten die Angestellten Zuschüsse für Thermenbesuche, Fitnesscenter, Rehabilitationsmaßnahmen, aber auch für kulturelle Veranstaltungen. „Wir finden, dass ein Museumsbesuch gut für die Gesundheit ist, weil es der Zufriedenheit dient“, sagt Andrea Grass, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung.

Das St. Josefshaus – damals und heute

  • Einrichtung: Das St. Josefshaus ist eine katholische Einrichtung der Hilfe für Menschen mit Behinderungen. Der Hauptstandort liegt im Ortsteil Herten der Stadt Rheinfelden (Landkreis Lörrach). Das St. Josefshaus gehört zu den frühesten Behindertenhilfe-Einrichtungen der Region, zu den heute größten in Südbaden und ist die älteste und größte im Landkreis Lörrach sowie einer der größten Arbeitgeber im Landkreis überhaupt. Es beschäftigt etwa 1300 Mitarbeiter. Seit 2005 ist das St. Josefshaus auch in der Altenhilfe tätig. An insgesamt elf Standorten werden rund 900 Menschen mit Behinderungen und Senioren betreut.
  • Geschichte: Die Gründung des St. Josefshauses geht auf die sozial engagierte Oberin der Ingenbohler Schwestern, Maria Theresia Scherer, zurück. Sie forderte Ende des 19. Jahrhunderts den Hertener Dorfpfarrer Karl Rolfus auf, sich der sogenannten Kretinen in Herten und Umgebung anzunehmen. Der Kretinismus, eine Folgeerscheinung des gravierenden Jodmangels jener Zeit, war im 18. und 19. Jahrhundert die häufigste Form der geistigen Behinderung.
  • Euthanasie: Zwischen Juli und Dezember 1940 wurden in fünf Transporten 345 Männer, Frauen und Kinder aus dem St. Josefshaus in die Tötungsanstalt Schloss Grafeneck deportiert und im Rahmen des NS-Euthanasieprogrammes („Aktion T4“) ermordet. An diese Toten erinnern Namenstafeln am Eingang der Hertener Josefskirche und ein Denkmal vor der Einrichtung. Mit einer Gedenkveranstaltung erinnert das St. Josefshaus jedes Jahr an das dunkelste Kapitel in seiner knapp 140-jährigen Geschichte.
  • Auszeichnung: „Great Place to Work" ist ein international tätiges Forschungs- und Beratungsinstitut, das Unternehmen in 50 Ländern bei der Entwicklung einer attraktiven Arbeitsplatz- und Vertrauenskultur unterstützt. Das St. Josefshaus hat sich in der Kategorie „Bester Arbeitgeber in Baden-Württemberg“ gegen 114 Unternehmen im Land durchgesetzt.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Stuttgart
Stuttgart
Stuttgart
Stuttgart
Berlin
Singen
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren