Die Pfullendorferin Sybille Schoor protestierte mit weiteren BUND-Mitgliedern der Ortsgruppe im Foyer der Drei-Seen-Halle gegen „Fracking“.
Die Pfullendorferin Sybille Schoor protestierte mit weiteren BUND-Mitgliedern der Ortsgruppe im Foyer der Drei-Seen-Halle gegen „Fracking“. | Bild: Volk

Bei einer Informationsveranstaltung des Landesamtes für Geologie Freiburg in der Drei-Seen-Halle erläuterten Unternehmensvertreter ihre Pläne und Behördenvertreter die jeweiligen Positionen. Man suche den Dialog mit der Bevölkerung und wolle nichts gegen deren Willen unternehmen, versicherten die Abgesandten aus England mehrfach. Unverständnis herrscht bei vielen Bürgern, dass die Bundesregierung die Abbaupläne für Kohlenwasserstoffe unterstützt.

Fracking soll Bodenschätze aus Gestein lösen

Beim Fracking wird unter großem Druck ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Untergrund gepresst, um das Gestein aufzusprengen und eingelagerte Kohlenwasserstoffe herauszulösen. In der aktuellen Diskussion geht es um den Antrag der zwei englischen Firmen Bell Explorations- und Parkyn Energy Germany, die eine Verlängerung ihrer Konzessionen zum Aufsuchen von nicht konventionellen Erdgasvorkommen beantragt haben. Damit wäre in erster Linie das Beschaffen von vorhandenen Daten beispielsweise aus früheren Tiefenbohrungen verbunden, aber noch keine konkreten Aktivitäten wie Messungen oder Erkundungsbohrungen.

Warnung vor "Experimenten am Bodensee"

Auf die Publikumsfrage, warum sich die Firmen überhaupt in der Region auf die Suche nach Erdgas machen, wiesen die Unternehmensvertreter darauf hin, dass von den 60er bis 90er Jahren Erdöl und Erdgas gefördert wurde und es noch erfolgversprechende Lagerstätten gebe. „Keine Experimente im Bodensee“, stellte sich Marcel Meggeneder, Geschäftsführer der Bodenseewasserversorgung, unter großem Beifall des Publikums, an die Spitze der Ablehnungsfront. Er fordert ein Fracking-Verbot für den Bodensee, der die Trinkwasserversorgung von 5,5 Millionen Menschen darstelle.

Gespannt verfolgten mehrere hundert Besucher die sachlich-informative Diskussion um die geplante Suche und mögliche Förderung von Erdgas beziehungsweise Erdöl in der Region.
Gespannt verfolgten mehrere hundert Besucher die sachlich-informative Diskussion um die geplante Suche und mögliche Förderung von Erdgas beziehungsweise Erdöl in der Region. | Bild: Volk
„Go Home“, rief Günther Tim aus Sipplingen den Vertretern der beiden englischen Firmen zu, die in der Region nach Erdgas suchen wollen.
„Go Home“, rief Günther Tim aus Sipplingen den Vertretern der beiden englischen Firmen zu, die in der Region nach Erdgas suchen wollen. | Bild: Volk