Der Mann hat mehrere Leidenschaften. Musik steht für ihn an erster Stelle. Kein Wunder, schließlich ist Georg Hasenmüller seit mehr als 30 Jahren Kantor in der katholischen Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen – früher in St. Columban, jetzt in St. Petrus Canisius. Er steht in seiner Freizeit aber auch gerne am heimischen Herd. Zum Bäcker geht er auch höchst selten. Brotwaren werden im eigenen Stein-HolzBackofen im Garten gebacken.

„Ich koche gern, weil man dabei sehr kreativ sein kann – und weil ich eigentlich auch ein Genießer bin“, bekennt Hasenmüller. „Mein Beruf als Kirchenmusiker erlaubt mir, flexibel zu sein und deswegen immer wieder mal Zeit zum Kochen zu haben. Ich probiere gerne mal was Neues aus, liebe es auch, zu experimentieren – zum Beispiel mit Tofu, wo es vor allem auf die Kunst des Würzens ankommt – und stehe nicht zuletzt auf Schwäbische Hausmannskost“, sagt der 58-Jährige, der ursprünglich aus Bopfingen im äußersten Osten von Baden-Württemberg stammt. Unseren Lesern mitgebracht hat er heute ein Rezept, das er von seiner Großmutter und seiner Mutter „geerbt“, inzwischen auch schon an seine drei erwachsenen Töchter weitergegeben, aber bisher noch nie aufgeschrieben hat.

„Die Zwiebelfleckle sind ein typisches Kalte-Jahreszeit-Essen und zum Beispiel auch eine köstliche Beilage zu Sauerkraut“, sagt Hasenmüller. Für vier Personen benötigt man 400 g – etwa drei mittelgroße – Kartoffeln. Hinzu kommen 250 g Weizenmehl, 1 Ei, 10 g Salz, eine Prise geriebene Muskatnuss, zwei mittelgroße Zwiebeln und etwa 250 ml Milch sowie eine runde Auflaufform.

Zunächst werden die Kartoffeln mit Schale weichgekocht. Anschließend werden sie noch heiß geschält und durch eine Kartoffelpresse (oder „Spätzleschwob“) gedrückt. Mit Mehl, Salz, Ei und Muskat vermengen und zu einem Teig kneten. Backbrett/Arbeitsplatte großzügig bemehlen. Falls der Teig klebt, mit etwas mehr Mehl arbeiten. Die Hälfte des Teiges in der Größe der Auflaufform etwa 1 Zentimeter dick ausrollen, in die gebutterte Form legen. Die zu Ringen geschnittenen Zwiebeln darauf verteilen. Dann die zweite Hälfte des Teiges ebenso ausrollen und als Deckel auf die Zwiebeln legen. Mit einem scharfen Messer das Ganze in 8 bis 12 Stücke schneiden (bis zum Boden!). Mit der Milch begießen – eventuell nach zwei Dritteln der Backzeit nochmals etwas nachgießen. Die Milch sollte am Ende der Backzeit fast komplett aufgesogen sein. Im auf 200 Grad (Ober-/Unterhitze) vorgeheizten Backofen 45 bis 50 Minuten backen. (bgh)