Kartoffelpuffer hat wohl jeder in seinem Leben schon einmal gegessen. Die recht fette Mahlzeit ist mittlerweile wegen des Arbeitsaufwandes von vielen Speisezetteln verschwunden; das Gleiche gilt für die vielen regionalen Abwandlungen.

Nicht so im Hause Kropp in Pfullendorf. Dort steht immer wieder „Lippischer Pickert“ auf dem Tisch. Früher war das ein Arme-Leute-Essen, heutzutage gilt das pfannkuchenartige Gericht als echte Spezialität.

„Bei uns im Lipperland gab es das früher sehr oft“, erinnert sich Theresia Kropp. Die 81-Jährige stammt aber eigentlich aus Schlesien. Im August 1946 musste sie einen Tag nach ihrer Erstkommunion die Heimat verlassen und kam nach Westfalen. In Braake bei Lemgo in Westfalen wurde ihre Familie herzlich aufgenommen. Seit 1960 wohnt Theresia zusammen mit ihrem Mann Heinz in Pfullendorf. An Linsen mit Spätzle hat sie sich längst gewöhnt, doch auf Pickert wird in ihrer Küche nicht verzichtet.

Die Zusammenstellung der Beilagen ist allerdings für manche etwas gewöhnungsbedürftig. Zu Pickert isst man Marmelade oder Westfälische Leberwurst (oder auch beides zusammen) und dazu trinkt man Kaffee. Wer es ausprobiert, der wird aber feststellen, dass das echt gut schmeckt. Und vor allem: Der Sättigungsgrad ist immens. „Eine schnelle Küche ist Pickert aber nicht“, sagt Theresia Kropp. Der Zeitaufwand werde aber durch das Ergebnis mehr als belohnt, findet sie.

Lippischer Pickert

Zutaten (für vier Personen): 1 kg Kartoffeln, 1 Pck. Hefe, 750 g Mehl, 7 Eier, 3 TL Zucker, 2 TL Salz, 250 g Rosinen, 1/4 angewärmte Milch, Öl zum Ausbacken

Zubereitung: Rohe Kartoffeln zunächst schälen und reiben. Dann Zutaten (ohne die Hefe) miteinander verrühren. Die Hefe mit etwas warmer Milch mit einem Teelöffel Zucker ansetzen, einen Teelöffel Mehl darüberstreuen. Wenn die Hefe anfängt zu quellen, in den Teig rühren. Alles sollte schön flüssig sein. Der Teig muss dann an einem warmen Ort zwei bis zweieinhalb Stunden gehen. Dann wird er nochmal durchgeschlagen und abgeschmeckt. Man kann dann noch etwas Salz und Zucker zugeben. Nun werden Pickert in der Pfanne in Öl ausgebacken. Sie sollten nicht zu groß sein. Mit dem Wenden sollte man nicht zu lange warten, damit sie nicht anbrennen. Serviert wird mit den bereits erwähnten Beilagen. Übriggebliebene Pickert kann man am nächsten Tag nochmals in der Pfanne kurz backen. Sie schmecken dann immer noch sehr gut. Auch Apfelmus oder Rübenkraut passen sehr gut dazu. (kf)