„Ich wohne zwar nicht dauerhaft hier, aber so oft es geht, verbringe ich hier in Singen gemeinsam mit meinem Mann unseren Urlaub bei meiner Tochter und ihrer Familie“, so Monika Weber, 72, aus der Oberlausitz. Sie lebt in Neueibau bei Zittau. Wenn sie aber hier ist, möchte sie ihrer Tochter sowie dem Schwiegersohn und den zwei Enkelkindern, die alle echte Singener sind, gern ein Stück Heimat etwas näher bringen.

Monika Weber, 72, lebt in Neueibau bei Zittau. Ihre Familie wohnt in Singen.
Monika Weber, 72, lebt in Neueibau bei Zittau. Ihre Familie wohnt in Singen. | Bild: Carmen Biehler

„Süß-saure Eier waren schon zu DDR-Zeiten ein sehr beliebtes, leckeres und einfaches Gericht, welches in Kindergärten oder in der Schulspeisung oft auf dem Speiseplan stand. Es ist leicht zuzubereiten, die Zutaten hat man meist als Vorrat zu Hause und zudem ist es sehr kostengünstig“, berichtet die pensionierte Lehrerin.

Die Küche der ganz im östlichsten Zipfel Deutschlands gelegenen Oberlausitz, an der Grenze zu Polen und der Tschechischen Republik, ist genauso deftig wie ihr Dialekt, stark geprägt durch sächsische, schlesische, böhmische und sorbische Küchen-Einflüsse.

Der Oberlausitzer hatte lange Zeit vor Brot und vor allem vor Kartoffeln große Achtung. Erst Ende des 18. Jahrhunderts verdrängte die Kartoffel viele Mehlspeisen, Breie, Grieße oder Suppen von der Speisekarte. Bei diesem Rezept reicht man als Beilage schmackhafterweise Salzkartoffeln oder Kartoffelbrei.

Zutaten für 4 Personen:
60 g Butter, 2 EL Mehl für die Einbrenne
500 ml kaltes Wasser, Salz, Pfeffer,
2 EL Senf,
1 EL Zucker,
1 EL Essig,
8-10 Eier,
Petersilie zum Garnieren.

Zubereitung:

In einem großen höheren Topf die Butter zerlassen. Mehl unter Rühren hinzufügen, bis es eine goldene Einbrenne (Mehlschwitze) ist. Nun nach und nach das Wasser unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen zugießen, bis nach dem Aufkochen die gewünschte klumpenfreie Konsistenz entsteht.

Salz, Pfeffer, Senf, Zucker, Essig weiterhin unter Rühren hinzufügen, nochmal alles aufkochen lassen. Ruhig kräftig und ganz nach Geschmack abschmecken und eventuell nachwürzen. Die rohen Eier aufschlagen und einzeln Ei für Ei mithilfe einer Tasse oder Kelle vorsichtig in die heiße, aber nicht mehr kochende Senfsoße gleiten lassen.

Das Ganze bei niedriger Hitze etwa 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Vorsicht beim Umrühren, die Eier sollten nach Möglichkeit ganz bleiben und so weit wie möglich sollte das Eigelb vom Eiweiß leicht umschlossen sein. Mit Petersilienkartoffeln servieren.

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