Anja Kabisch, 44 Jahre, lebt in Singen.
Anja Kabisch, 44 Jahre, lebt in Singen. | Bild: Carmen Biehler

„Die Oma hatte einen großen Stellenwert in unserer Familie und sie konnte so gut kochen. Und da ich mehr bei der Oma war – meine Mutter war arbeiten – , habe ich ihr immer über die Schulter geguckt, was sie so zusammenbrutzelt“, berichtet Anja Kabisch aus ihren Kindheitserinnerungen.

Wenn die Modeexpertin der Damenabteilung aus dem Modehaus Heikorn in Singen Freunde und Familie bekocht, greift sie gern auf die Rezepte ihrer Großmutter zurück, mit der die Familie an der Ostsee nahe der polnischen Grenze in Nonnendorf bei Greifswald gelebt hat.

Zu ihren Lieblingsgerichten zählt die Soljanka. „Das ist ein einfaches Essen, sozusagen ein Armeleuteessen. Und es ist ein tolles Gericht gerade in der kalten Jahreszeit, das ich als Kind schon gern gegessen habe“, schwärmt sie.

Allerdings wurde es von ihr etwas abgewandelt: „Cabanossi und Zigeunersoße gab es früher nicht, heute habe ich die Soljanka damit verfeinert“, so Anja Kabisch. Soljanka, eine säuerlich-scharfe Suppe, ist außer in Russland auch in vielen osteuropäischen Ländern angesiedelt und somit ein Rezept-Klassiker aus der ehemaligen DDR.

Soljanka bedeutet gesalzen, vom russischen „sol“ abgeleitet. Die Suppe besteht hauptsächlich aus Wurst- oder Fleischresten, vereinigt mit Gewürzgurken, Kraut und saurer Sahne. Neben der Fleisch- oder Wurst-Soljanka gibt es auch Varianten mit Fisch oder Pilzen. Gemeinsam ist allen, dass sie mit sauer eingelegtem Gemüse zubereitet werden. Idealerweise bereitet man die Soljanka einen Tag im Voraus zu. Am nächsten Tag aufgewärmt schmeckt sie noch besser.

 

Zutaten (für 4 – 6 Personen):

Öl zum Anbraten, 2 kleine Zwiebeln
400 g Jagdwurst, 6 mittelgroße Cabanossi
1 Liter Brühe, Ketchup, Zigeunersoße
1 – 1,5 Gläser Gewürzgurken
1 Dose (250 g) Sauerkraut
Zum Servieren: saure Sahne
oder Schmand; Zitronenscheiben.

Zubereitung: Die Jagdwurst würfeln, die Cabanossi in Scheiben schneiden und in wenig Öl anbraten. Wenn alles leicht gebräunt ist, die fein gewürfelte Zwiebel mit zur Wurst geben und glasig anbraten. Das Ganze wird mit 500 ml heißer Brühe abgelöscht. Nach und nach kommen die in kleine Würfel geschnittenen Gurken, das Sauerkraut und die restliche Brühe dazu. Alles lässt man etwa 45 Minuten köcheln und schmeckt es zum Schluss nach Belieben mit Ketchup und Zigeunersoße ab. Pfeffer und Salz bedarf es gar nicht, da durch die Cabanossi die Soljanka herzhaft genug ist. (cab)