„Sobald ich diesen Duft in der Nase habe, fühle ich mich sofort wieder in meine Kindheit versetzt“, erzählt Andrea Wäsch, Marketing-Managerin aus Konstanz, während sie mit ihrer Tochter Tessa den gerade fertig gerührten Pitzauf-Teig in die Förmchen füllt.

Andrea Wäsch, 49, und ihre Tochter Tessa. Die Familie lebt in Konstanz.
Andrea Wäsch, 49, und ihre Tochter Tessa. Die Familie lebt in Konstanz. | Bild: Jana Mantel

„Erst kürzlich habe ich diese alten Keramikförmchen wieder entdeckt, durch puren Zufall in meinem Elternhaus. Ich musste sie einfach mitnehmen und gleich das Rezept, das ich in einem uralten und ziemlich zerfledderten Kochbuch fand, ausprobieren!“

Damit befindet sie sich in bester Gesellschaft mit vielen anderen Menschen, die aufgrund von Gerüchen sofort in Erinnerungen schwelgen. „Schon verrückt“, sagt sie: „Diese kleinen Schälchen sind ja gar nichts Besonderes, aber für mich sind sie mitsamt dem Geruch nach Pitzauf ein ganz wichtiger Teil meiner Kindheit!“

Der Pitzauf-Teig braucht Platz. Er steigt während des Backens um das Doppelte auf.
Der Pitzauf-Teig braucht Platz. Er steigt während des Backens um das Doppelte auf. | Bild: Jana Mantel

Zum Glück ist Tochter Tessa genauso ein Fan von Pitzauf wie sie selbst, so kommen die Förmchen zu Hause in Konstanz wieder öfter zum Einsatz. „Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich Pitzauf als Kind bei meiner Großmutter am Küchentisch gegessen habe – mit Apfelmus! Die ganze Familie saß um den Tisch herum und wir haben gemeinschaftlich unseren Pitzauf genossen; und zwar als Hauptgericht – wohlgemerkt!“

Normalerweise zerrupft man den Teig sorgfältig mit zwei Gabeln, aber „ich mache es auch oft mit den Fingern“, gesteht die 49-Jährige. „Eingetaucht in Apfelmus ist das ein Gedicht“, schwärmt sie. Woher der Name Pitzauf kommt, ist ihr selbst gar nicht so recht klar, aber fest steht: Dieses leckere Rezept, das als süßes Mittagessen oder auch am Nachmittag funktioniert, muss unbedingt aus dem schwäbischen Freiberg am Neckar in die Welt getragen werden.

 

Zutaten für 4 Personen:

250 g Mehl,
500 ml Milch,
4 Eier,
etwas Salz,
2 EL zerlassene Butter,
Fett für die Förmchen.

Zubereitung:

Aus Mehl, Milch, Eier und Salz einen glatten Teig rühren. Zuletzt die zerlassene Butter darunter rühren. Die gefetteten Pitzauf-Förmchen (ofenfeste Keramikförmchen) halbvoll mit dem Teig füllen.

Bei 200 Grad 45 min. backen. Achtung, beim Backen steigen der Teig um das Doppelte auf! Während der Backzeit den Ofen nicht öffnen! Nach 45 min. die Pitzaufs im ausgeschalteten Ofen noch 5-10 min ruhen lassen. Mit Puderzucker bestreuen, dazu passt Apfelmus.