Im Linzgau nennt man sie „Schraubete“, im Schwarzwald heißen sie „Strübli“, anderswo nennt man sie Striiwili oder Stauben. Veronika Heitzmann aus Pfullendorf kennt das Fettgebackene schon seit Kindertagen. Geboren ist sie in Lahr. Und da war es die Oma, die immer „Striiwili“ gebacken hat.

„Immer, wenn wir Kinder lieb waren“, erinnert sich Veronika. Das war aber nicht immer der Fall. Und so gab es das leckere und auch sehr nahrhafte Gebäck auch mal zwischendrin. „Denn die Oma, die mochte es auch sehr“, schmunzelt die 73-Jährige. Auch ihr späterer Mann Lorenz liebte das Gebäck, das man früher meistens mit Apfelmus gegessen hat.

Lorenz stammte von einem Einödhof im Kinzigtal und hatte elf Geschwister. Auch da kochte vor allem die Oma im Winter und dann gab es öfter Striiwili. Auch die drei Kinder, fünf Enkel und zwei Urenkel freuen sich, wenn es beim Besuch das leckere Gebäck gibt.

Im Hause Heitzmann wird immer ein süßer Teig gefertigt. Es gibt im „Kochbuch Küchenmeisterei“, das bereits 1485 in Nürnberg erschienen, aber auch ein Rezept mit Salz und Petersilie. Durch Einwanderer ist die süddeutsche Spezialität übrigens auch in die USA gelangt. Dort nennt man sie „Funnel Cake“ und es gibt sogar spezielle Festivals, wo der Teig dann in vielerlei Variationen verwendet wird.

Zutaten: 300 Gramm Mehl, eine Prise Salz, ein Esslöffel Zucker, drei Eier,ein Teelöffel Backpulver, ¼ Liter Milch.Zum Ausbacken: Pflanzenfett;zum Bestreuen: Puderzucker oder eineMischung aus Zimt und Zucker

Zubereitung: Man rührt aus den angegebenen Zutaten einen glatten Teig und lässt ihn dann etwa 30 Minuten ruhen. Dann das Fett in einem großen Topf oder der Fritteuse auf 170 Grad erhitzen. Den Teig mit einer Schöpfkelle, oder noch besser mit einem „Strübli-Trichter“ (gibt es im Fachhandel), in das heiße Fett laufen lassen.

Will man das Ganze am Stück haben, erst den äußeren Ring ausfüllen und dann den Teig spiralförmig zur Mitte laufen lassen. Wem das zu schwierig ist, der kann zwischendrin absetzen und erhält kleinere Stücke. In den USA ist das übrigens die bekannteste Variante. Man muss die Teigmasse dann etwa zwei Minuten ausbacken und dann wenden. Bekommt das Backwerk eine schöne braune Farbe, dann ist es fertig. Dann mit einer Schaumkelle aus dem Fett nehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Danach nach Geschmack mit Puderzucker oder Zimtzucker bestreuen. (kf)