Für Besucher des Büllefestes in Moos ist Bettina Burchardt keine Unbekannte. Dort verkauft sie einmal im Jahr ihre Wildkräutersalze, ihr Rosen- und Muskateller-Gelee.

Die promovierte Biologin kennt sich bestens aus, sie pflückt an geschützten Stellen oder aus dem eigenen Garten – wo auch ihre Rosensträucher blühen. Im Hauptberuf schreibt sie Bücher, meist für Wissenschaftler, die ihre sprachliche Meisterschaft zu schätzen wissen.

Bettina Burchardt, 57, lebt in Moos-Bettnang.
Bettina Burchardt, 57, lebt in Moos-Bettnang. | Bild: Doris Burger

Über die Brennnessel schreibt sie: „Die Brennnessel ist die einzige Pflanze, die man auch mitten in der Nacht zweifelsfrei erkennen kann – das unangenehme Brennen hat wohl jeder schon einmal gespürt.“ Wer sich an das Kochen mit Wildkräutern wagen will, kann mit der Brennnessel also gar nichts falsch machen.

Gesammelt werden die zarten Blättchen mit Handschuhen und Schere, aber bitte nicht an Hundepinkelecken. Zusammen mit Spinat verwendet, ist die harntreibende Wirkung der Brennessel nicht so durchschlagend.

Das Heilkraut wirkt entzündungshemmend und bei rheumatischen Beschwerden schmerzlindernd. Im Frühsommer sind die Brennnesseltriebe so lang geworden, dass ein Mann sie sich um die Lenden schlingen kann – schon Ovid pries die Brennnessel als bestes Aphrodisiakum der Welt.

 

Zutaten (für eine Tarte, 12 Stücke):

Teig: Für Eilige: Tarte- oder Quiche-Teig aus dem Supermarkt. Perfekt wäre ein selbstgemachter Quark-Öl-Teig mit Vollkornmehl.

Für den Belag:

250 g Spinatblätter, 150 g Brennnesselblätter, 150 g Joghurt, 100 g Schmand, 2 Frühlingszwiebeln in dünne Ringe geschnitten), 1 mittlere Zwiebel (klein gehackt und in der Pfanne glasig gedünstet), 80 g Schafskäse (je nach Konsistenz in kleine Würfel geschnitten oder zerbröselt), Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Zubereitung: Tarte-Form einfetten und mit Teig auslegen, mit der Gabel mehrfach einstechen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C 15 Minuten vorbacken.

In der Zwischenzeit Brennnessel- und Spinatblätter frei schwimmend im Waschbecken waschen. Danach in einem geschlossenen Topf zwei Minuten erhitzen. Dann nochmals in frisches, kaltes Wasser geben, damit man die Blattmasse auspressen und grob zerschneiden kann.

Schmand, Joghurt, Zwiebeln, Frühlingszwiebeln und Schafkäse in einer Schüssel vermischen, Blattmasse unterheben. Den Belag würzen und auf dem vorgebackenen Teig verteilen. Noch einmal 20 Minuten im Ofen backen. Die Tarte kann warm und kalt genossen werden; ein Klecks Kräuterquark rundet die Gaumenfreude ab. (dob)