Anneliese Meier aus Bonndorf im Schwarzwald liebt die überlieferten Dinge. Das bedeutet für sie auch, dass sie den Einsatz von Küchengeräten unterlässt, wo immer das möglich ist. Der Liebstöckel wächst bei ihr auf der Terrasse, man schätzt einen ganz normalen Reibekuchen und das Lieblingsgericht des längst dem Elternhaus entwachsenen Sohnes ist das Badische Hochzeitsessen: Tafelspitz mit Meerrettichsoße, Bouillonkartoffeln und Rahnensalat – also Rote-Bete-Salat.

Anneliese Meier, 67, lebt in Bonndorf/Schwarzwald.
Anneliese Meier, 67, lebt in Bonndorf/Schwarzwald. | Bild: Deinzer, Gudrun

„Ich kam ja als ganz junge Frau aus dem Rheinland nach Bonndorf und hatte keine Ahnung, was das Badische Hochzeitsessen ist“, erinnert sie sich an die Zeit kurz nach ihrer Hochzeit mit Wolfgang Meier. Erzieherin hatte sie werden wollen, im Kinderkurheim Waldfrieden ihr praktisches Jahr verbracht und ein halbes Jahr nach der Ankunft an Fasnacht ihren heutigen Mann kennengelernt. Der Uhrmacher war nach dem frühen Tod der Mutter schon lange mit dem Vater alleine gewesen und hatte im Haushalt das Kochen übernommen.

Nach dem Ende des praktischen Jahres ging es erst zurück ins heimatliche Siegburg, zwei Jahre später wurde dort Hochzeit gefeiert. Ihr Mann habe ihrdann das „badische Kochen“ beigebracht. „Am Samstag hat er aber immer selbst gekocht und es gab eine Nudelsuppe“, erzählt sie. Als jüngst die Enkel in einem Lokal gefragt wurden, ob ihnen die Nudelsuppe geschmeckt habe, meinten diese: „Ja, aber die Nudelsuppe vom Opa ist besser.“

 

Zutaten: Für Tafelspitz und Soße:
1,5 kg Tafelspitz (Rind),
3 mittelgroße Karotten,
1 Stange Lauch,
1/4 Knolle Sellerie,
1 Zwiebel,
etwas Petersilie und Liebstöckel,
Pfeffer, Salz,
2 EL Rapsöl, 1 EL Mehl,
100 ml Milch, Brühe,
3 EL Meerrettich.

Für den Rahnensalat:
4-5 Stück vorgekochte Rote Bete (Gemüseabteilung),
1/2 Zwiebel,
2 EL Kräuteressig, 2 EL Olivenöl,
1 TL mittelscharfer Senf,
2-3 Lorbeerblätter,
1/2 TL Wacholderbeeren,
1/2 TL Zucker,
Salz, Pfeffer.

Zubereitung:

Den Tafelspitz mit den geschnittenen Zutaten etwa 2 Stunden in reichlich Wasser kochen. Für die Meerrettichsoße das Mehl im Rapsöl anschwitzen, mit Milch und Brühe vorsichtig langsam – immer wieder rühren! – angießen und kurz vor dem Servieren Meerrettich zugeben. Die Rote Bete wird in Scheiben geschnitten, die Zwiebel gewürfelt, die restlichen Zutat werden beigegeben und alles als Salat serviert. Der Salat gewinnt durch das Ziehen, während der Rest zubereitet wird. Dazu gibt es Bouillonkartoffeln und klassisch vorab aus dem Fleisch- und Gemüsesud eine Nudelsuppe. (gud)