Seit Menschen Gedenken faszinieren uns mystische Dinge. Je weniger wir uns etwas erklären können, desto höher ist die Anziehungskraft. Das beginnt während der Kindheit. Bevor wir nicht wissen, wie eine Bleistiftspitze schmeckt oder sich Feuer anfühlt, werden wir nicht locker lassen. Schauen die Eltern weg, schleckt das Kind an der Bleistiftspitze und hält den Finger über die brennende Kerze. Das Unerforschte, Mysteriöse und Unerklärliche übt eine magische Fazination auf uns aus. Gestern da, heute verschwunden – Welten, die auf mysteriöse, mystische oder nur schwer zu erklärende Art nicht mehr da sind, ziehen uns ebenso in ihren Bann. Der Konstanzer Münsterbaumeister Alois Arnold hat eine Erklärung dafür: "Wir meinen heute, alles wissen zu müssen", sagt er, "aber man muss nicht alles wissen. Ich finde es gut, wenn Dinge im Unbekannten bleiben."

Beispiel Stonehenge. Die Steinkreis-Anlage liegt im mittleren Süden Englands. Sie ist aufgrund ihrer monumentalen Ausmaße und der unvorstellbaren Leistung der Erbauer weltweit bekannt. Stonehenge wurde in verschiedenen Abschnitten gebaut. Ungefähr um 2200 vor Christus wurden die 32 Blausteine aus dem Südwesten von Wales herangeschafft. Stonehenge muss von einem Volk gebaut worden sein, das weite Handelsverbindungen hatte und seine Hauptsiedlungen zwischen 1600 und 1300 vor Christus in diesem Gebiet gründete. Die Menschen, die dieser längst untergegangenen Welt angehörten, haben uns Rätsel mit auf den Weg gegeben, das wir bis heute nicht gelöst haben.
 

Die Serie


Wir möchten Sie in den kommenden sechs Wochen mitnehmen auf eine abenteuerliche Reise durch unsere Region zu untergegangenen Welten. Mal leicht zu erklären, mal unerklärlich – aber immer faszinierend und beeindruckend. Begleiten Sie uns in die unterirdische Barbarakapelle im Schatten des Konstanzer Münsters, zum Eichener See bei Schopfheim, der mal da ist und mal weg ist, schlendern Sie mit uns durch die unvergessenen Jüdischen Dörfer, klettern Sie mit uns durch die Silbermine bei Haslach, besuchen Sie die Heidenhöhlen bei Stockach-Zizenhausen, die Keltensiedlung Heuneburg bei Herbertingen, die einstige Kureinrichtung Bad Boll bei Bonndorf, suchen Sie mit uns nach der verschollenen Glocke im Illmensee, nach der gefluteten Siedlung im Schluchsee oder einstigen Römerkastellen und Burgen. Wir nehmen Sie mit auf eine Zeitreise zu den Salpeterer-Unruhen im 17. Jahrhundert und den schweren Lawinenunglücken im Schwarzwald im 19. Jahrhunderten, als viele Menschen starben. Starten wir unsere Reise zu untergegangenen Welten unserer Heimat.

Bild: Steller

Wir bringen Sie an zwölf mystische Plätze der Region. Begleiten Sie uns auf der geheimnisvollen Suche nach untergegangenen Welten.

An diesen Tagen wird jeweils ein neuer Teil der Serie Untergegangene Welten erscheinen:

Teil 1: Barbara-Kapelle 2. Aug.

Teil 2: Eichener See 5. Aug.

Teil 3: Jüdische Dörfer 9. Aug.

Teil 4: Silbermine 12. Aug.

Teil 5: Keltensiedlung 16. Aug.

Teil 6: Heidenhöhlen 19. Aug.

Teil 7: Bad Boll 23. Aug.

Teil 8: Illmensee 26. Aug.

Teil 9: Schluchsee 30. Aug.

Teil 10: Burgen/Kastelle 2. Sep.

Teil 11: Steinegg 6. Sep.

Teil 12: Salpeterer 9. Sep.