Die Flugzeugkatastrophe von Überlingen, bei der am 1. Juli 2002 alle 71 Menschen an Bord ums Leben kamen, zog noch eine weitere Tragödie nach sich. Zwei Jahre nach dem Unglück tötete der Russe Witali Kalojew, der damals seine Frau und seine beiden Kinder verloren hatte, einen Fluglotsen. Kalojew gab dem Mann die Schuld für den Zusammenstoß eines DHL-Flugzeugs mit einer russischen Tupolew-Passagiermaschine über dem Bodensee.

Der als „Fluglotsenmörder“ bekanntgewordene Kalojew wurde in der Schweiz zu acht Jahren Haft verurteilt. 2008 durfte er das Gefängnis vorzeitig verlassen. Bei der Rückkehr in seine Heimat wurde er von vielen als Held gefeiert.

2008 wurde Kalojew zum stellvertretenden Bauminister der russischen Teilrepublik Nordossetien im Nordkaukasus ernannt. Am 9. August 2008 – dem zweiten Tag des Ossetien-Krieges zwischen Russland und Georgien – wurde er im Kampfgebiet gesichtet, wie russische Medien schreiben. Seinem Bruder zufolge hielt sich Witali Kalojew im Zusammenhang mit dem Bau eines Wasserkraftwerks in der Region auf. Sein Besuch habe mit den Kampfhandlungen nichts zu tun gehabt, hieß es.

Gerüchte über eine zweite Heirat nach seiner Entlassung will der heute 61-Jährige nicht kommentieren.