Der stellvertretende baschkirische Ministerpräsident Fidus Yamatldinov (links) und Peter Friedrich, baden-württembergischer Minister für Bundesrat, Europa und Internationale Angelegenheiten.
Der stellvertretende baschkirische Ministerpräsident Fidus Yamatldinov (links) und Peter Friedrich, baden-württembergischer Minister für Bundesrat, Europa und Internationale Angelegenheiten. | Bild: Walter

Am Nachmittag hatten Vertreter der baden-württembergischen Landesregierung unter Leitung von Minister Peter Friedrich (SPD) zwei Stunden mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten aus Baschkortostan, Fidus Yamaltdinov, und dessen Begleitern aus Ufa getagt. Am frühen Abend luden Stadt und Land zu einem gemeinsamen Empfang in der Kursaal, der im Zeichen des Gedenkens an den Flugzeugabsturz vor zehn Jahren stand, aber auch die künftigen Beziehungen der beiden Länder in den Blick nahm.

„Die Zeit heilt alle Wunden“, zitierte Minister Friedrich das deutsche Sprichwort und fragte: „Tut sie das wirklich?“ Auch nach zehn Jahren seien das Leid und der Schmerz für die Angehörigen der Opfer noch immer spürbar. „Zu tief seien die Wunden eingegraben“, sagte Friedrich: „Den Verlust, den sie erlitten haben, kann niemand wettmachen.“ Doch aus der gemeinschaftlichen Arbeit daran könne etwas Neues erwachsen. Stellvertretend dafür soll auch die Intensivierung der Beziehungen zwischen beiden Ländern stehen. Was im Bildungsbereich und bei Jugendbegegnungen schon begonnen habe, soll auch in der Wirtschaft und im Tourismus weiter ausgebaut werden.

„Die Brücke nach Ufa müsse im Fundament weiter gefestigt werden“, hatte auch Oberbürgermeisterin Sabine Becker in ihrer Begrüßung formuliert. Trotz bleibender Narben seien aus dem Unglück schon viele Freundschaften entstanden. Dieser Weg müsse weiter beschritten werden, auch um Ressentiments zwischen den Völkern abzubauen. Wie der Kummer keine Grenzen kenne, so sei es auch mit den Freundschaften: „Seien Sie versichert, dass Sie hier immer willkommen sind.“

Auch Fidus Yamaltdinov wollte den Blick in die Zukunft lenken. Doch die Katastrophe sei so groß gewesen, dass sie in seiner Republik und in ganz Russland auch nach zehn Jahren noch nicht vergessen sei. Die „menschliche Einstellung und das Mitgefühl“ der Menschen hier habe den Angehörigen viel geholfen, das Leid zu verarbeiten. Seinem Land sei daran gelegen, die Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg weiter auszubauen. Noch liege Deutschland als Außenhandelspartner von Baschkortostan auf dem 16. Platz. Daraus solle mehr werden, nannte Yamaltdinov ein erklärtes Ziel der gemeinsamen Beratungen, die heute fortgesetzt werden. „Unsere Türen stehen offen“, sagte Sulfat Chammatov, der Sprecher der Angehörigen. „Wir warten auf Sie!“