Vor 25 Jahren

Grafenhausen – „Waldspaziergänger sind bekanntlich angehalten, ihren Hund an die Leine zu nehmen“, so der Alb-Bote am 4. Juni 1992. „Für einen leitenden Forstdirektor aus Freiburg scheint das nicht zu gelten, wie die Grafenhausener Waldbegehung am Dienstag zeigte. Der Wachtelhund des Forstbeamten wusste die Gunst seines Herrn, frei durch den Wald streifen zu dürfen, wohl zu nutzen. Plötzlich wurden die Teilnehmer der Waldbegehung auf ein fiepsendes Geräusch aufmerksam. Der Jagdhund hatte ein Rehkitz aufgestöbert und angefallen. ,Es lebt ja noch’ – dies glaubte der Forstdirektor festgestellt zu haben. Ob es genügt, mit diesen lapidaren Worten über den Vorfall hinwegzugehen, schien auch einigen Teilnehmern fraglich. Den Mut, energischen Protest beim Forstdirektor einzulegen, brachte allerdings nur Gemeinderätin Marita Bücklers auf.“

Stühlingen – Stühlingens Pfarrgemeinderatsvorsitzender Rochus Schwengle brachte Anfang Juni 1992 mit kritischen Anmerkungen zur Hierarchie der katholischen Kirche Weihbischof Oskar Saier aus der Fassung. Saier war zur Firmierung nach Stühlingen gekommen und hatte am Abend am Empfang teilgenommen. Außer bei derlei Anlässen üblichen Höflichkeitsfloskeln übte Schwengle Kritik an der Haltung der Kirchenoberen bezüglich geschiedener Christen, dem Pflichtzölibat und der Familienplanung, bezeichnete die kirchliche Administration als „überverwalteten Apparat“ und beklagte eine zu geringe Unterstützung, die Ortsgeistliche „von oben“ erfahren würden. Solcherlei von seinen Schäfchen aus dem ländlichen Raum ungewohnt, reagierte Saier sichtlich um seine Fassung ringend, konsterniert und getroffen. Energisch widersprach er Kritikansätzen und sagte, er und seine Bischofskollegen schwebten keinesfalls im Wolkenkuckucksheim, „man wisse sehr genau, was in der Welt los ist“.

Vor 50 Jahren

Waldshut – Mit einem Festakt ihrer Bestimmung übergeben wurde am zweiten Juniwochenende 1967 die neu errichtete Gemeinschaftsanlage des Kleintierzuchtvereins Waldshut in der Liedermatte. „Der Tag wird als bedeutungsvolles Ereignis in die Vereinsgeschichte eingehen“, so der Alb-Bote.

Vor 75 Jahren

Berau – „Bei den Kämpfen im Osten wurde Leutnant Herbert Barth, Hauptlehrer, schwer verwundet und starb am selben Tag in einem Feldlazarett“, berichtete der Alb-Bote am 9. Juni 1942. „Seine Beisetzung erfolgte auf einem Kriegerfriedhof im Osten. Der Heimgegangene, der 1903 in Karlsruhe geboren war und seit 1932 in Berau Dienst tat, wurde einige Jahre später versetzt. In Berau hat Hauptlehrer Barth hat viel über unsere Heimatgeschichte im Alb-Bote geschrieben und ist mit seinen Aufsätzen und Schilderungen über den Bezirk hinaus bekannt geworden.“

Vor 100 Jahren

Waldshut – „Ein gefährlicher, vermutlich von Feindseite ausgehender Anschlag gegen die Lonza-Werke Waldshut ist rechtzeitig entdeckt worden durch die Auffindung von 59 Sprengkörpern, welche – voraussichtlich Anfang Mai 1917 – zur Zerstörung wichtiger Anlagen in der Fabrik ausgelegt worden sind“, berichtete der Alb-Bote am 6. Juni 1917. „Die Sprengkörper sind aus verzinntem Messingblech, 14,5 Zentimeter lang und 3,2 Zentimeter dick. Die Sprengmasse, ein gelbes Pulver, ist als Pikrinsäure von starker Durchschlagskraft festgestellt. Die Fabrik sichert demjenigen, durch dessen Angaben die Entdeckung des Täters herbeigeführt werden kann, eine Belohnung von 5000 Mark zu.“