Vor 25 Jahren

Tiengen – „Das neue Kaufhaus May Tiengen öffnet seine Pforten“, berichtete der Alb-Bote am 2. April 1992. „Ursprünglich war Ostern für die Eröffnung anvisiert gewesen, doch konnte ein früherer Termin erreicht werden. Das von den Brüdern Reckermann erbaute Haus zwischen Oberer Hauptstraße und Südring enthält 3000 Quadratmeter Nutzfläche. Das Kaufhaus May beansprucht 1800 Quadratmeter auf zwei Etagen, die durch eine Rolltreppe verbunden und neben dem Haupteingang durch einen Seiteneingang von der Straße ,Am Storchenturm’ zu erreichen sind. Das Sortiment im Hartwarenbereich wurde erweitert, während im Haupthaus in der Hauptstraße ein Modehaus auf vier Etagen eingerichtet wurde, das heute auch eröffnet wird.“

Erzingen – „Die Zahl der Erzinger Landwirte, die Viehhaltung betreiben, schrumpft“, berichtete der Alb-Bote am 2. April 1992. „Seit Samstag ist auch der Rinderstall von Norbert Netzhammer in der Hauptstraße leer. Zuletzt war der Betrieb auf Mastbullenhaltung spezialisiert, nachdem die Rinder- und Milchkuhhaltung vor längerer Zeit aufgegeben worden war. Als Grund für die Aufgabe nennt der Nebenerwerbslandwirt niedrige Schlachtpreise und die Auflagen für das Wasserschutzgebiet, die sich aus dem Projekt Wasserversorgung Klettgaurinne ergeben. Der Betrieb von Netzhammer besteht seit 1761, 231 Jahre. Früher boten Viehhaltung und Milcherzeugung eine Existenzgrundlage. Jetzt bewirtschaftet Netzhammer das Ackerland und seine Reben. 1950 gab es in Erzingen 123 Milchanlieferer, heute sind es zwei. Der Rinderbestand lag in den 1950er Jahren bei 600 bis 700 Tieren, heute verteilen sich 160 auf sechs Landwirte.“

Vor 50 Jahren

Waldshut – „War das eine Freude, den Kolpingsaal bis auf den letzten Platz besetzt zu sehen“, schrieb der Alb-Bote am 6. April 1967 nach dem Partnerschaftsabend, in dessen Mittelpunkt die Darbietungen einer französischen Tanzgruppe mit den Trachten aus Blois stand. Die Delegation aus der Partnerstadt wurde am 3. April vom Swoboda-Chor zu einem unterhaltsamen Abend nach Eschbach eingeladen. Die Volkstanzgruppe „Cercle Laigue“ weilte vom 2. bis 6. April 1976 in Waldshut.

Vor 75 Jahren

Waldshut – „Von heute bis Ostersonntag werden in der katholischen Stadtkirche auf dem rechten Seitenaltar zwei alte Kunstwerke ausgestellt“, berichtete der Alb-Bote am 1. April 1942. „Das erste und beste Werk stammt aus der Pfarrkirche Unteralpfen, eine Kreuzigungsgruppe von Hans Baldung von 1513. Das Bild ist auf Föhrenholz gemalt. Es wurde zweimal übermalt, bekam viele Risse und Blasen und wurde vor fünf Monaten in das Atelier des wohl bekanntesten Restaurators Paul Hübner, Konservator der Städtischen Sammlungen in Freiburg, gebracht, um möglichst genau hergestellt zu werden. Dies ist gut gelungen. Das zweite Werk ist eine Pieta aus der Pfarrkirche Birndorf, Maria mit dem Leichnam ihres Sohnes auf dem Schoß. Ein Wallfahrtsbild aus den Jahren um 1640 von einem unbekannten Meister, aus Lindenholz geschnitzt.“

Vor 100 Jahren

Kreis Waldshut – „Die Beschlagnahme und Einschmelzung der Kirchenglocken ruft schmerzliches Bedauern hervor“, berichtete der Alb-Bote am 4. April 1917. „Heimatklänge, die uns ans Herz gewachsen waren, sind nun verweht. Die Hoffnung bleibt, dass der Frieden uns bald unsere Glocken wieder geben wird. Aber werden sie nicht fremd anmuten diese neuen Glocken? Sicherlich, wenn nicht genau die Tonhöhe und Klangfarbe noch vor der Abnahme vom Gestühl von einem Sachverständigen geprüft und für die Erneuerung festgelegt wird. Darum schnelles Eingreifen, wo es noch möglich ist.“ (hff)