Vor 25 Jahren

Küssaberg – „Eine stark verkohlte Leiche auf dem Fahrersitz eines total ausgebrannten VW Golf wurde von einem Förster in einem Waldstück bei Küßnach entdeckt“, berichtete der Alb-Bote in seiner Ausgabe vom 9. April 1992. Bei dem Toten handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen 48-Jährigen aus Bechtersbohl. Der alleinstehende Mann wurde seit fast einer Woche vermisst. Er war mit seinem dunkelgrauen Golf unterwegs, dessen Wrack vom Förster im Gemeindewald entdeckt wurde. Nach bisherigen Ermittlungen gibt es keine Anzeichen für ein Gewaltverbrechen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet.

Weilheim – Mutmaßlich aus dem Jahr 1916 stammte das Mundstück eines Blasinstruments, das Mitglieder des Musikvereins Weilheim im April des Jahres 1992 beim Stellen eines Maibaums gefunden haben. Beim ersten Spatenstich für das Loch, in das der Maibaum gestellt wurde, hieß es im Alb-Boten weiter, stieß ein Vereinsmitglied in zehn Zentimeter Tiefe auf das mit Grünspan überzogene Mundstück mit einer hübschen Gravur und der Inschrift: Schmidt Record; Nr. 058; D.R.G.M. Nr. 99 1916. Aus der letzten Nummer entnahm ein Instrumentenbauer das mutmaßliche Herstellungsjahr 1916. Was das alte Stück zusätzlich zur Rarität machte, war das Schraubgewinde, auf das der Rand des Kessels geschraubt wird. War es ein Kavalleriemundstück? Das historische Teil erhielt einen besonders schönen Platz im Probelokal des Musikvereins.

Vor 50 Jahren

Rheinheim – Bei der im Frühjahr erfolgten Erweiterung der Kiesgrube in Rheinheim stellte, wie der Alb-Bote in seiner Ausgabe vom 18. April 1967 berichtete, ein Mitarbeiter des Staatlichen Amtes für Urgeschichte Spuren eines früheren Siedlungsgebietes aus den ersten Jahrhunderten der Zeitrechnung fest. Nach Abschluss der Ausgrabungsarbeiten am 14 April 1967 war neben zahlreichen Funden auch die Gewissheit vorhanden, an diesem Platz auf eine Römerstation gestoßen zu sein.

Vor 75 Jahren

Kreis Waldshut – „Um die Kriegstrauung weiter zu erleichtern, wurde eine Verordnung über die Ehemündigkeitserklärung von Wehrmachtsangehörigen erlassen“, berichtete der Alb-Bote in seiner Ausgabe vom 11. April 1942. „Bisher war auch bei Volljährigkeitserklärung vor Vollendung es 21. Lebensjahres noch die Zustimmung der Eltern zur Eheschließung notwendig. Nach der neuen Verordnung kann, wenn ein Wehrmachtsangehöriger zum Zwecke der Eheschließung für volljährig erklärt wird, zugleich damit die Befreiung von dem Erfordernis der Vollendung des 21. Lebensjahres bewilligt werden. Die Ehemündigkeitserklärung wird in diesem Falle mit der Rechtskraft der Volljährigkeitserklärung wirksam“ – unter 21 Jahre alte Soldaten konnten also künftig ohne die Einwilligung der Eltern heiraten.

Vor 100 Jahren

Kreis Waldshut – „Der Schwarzwaldboden enthält meist die zur Bildung der Eierschalen notwendigen Bestandteile nur in geringer Menge“, berichtete der Alb-Bote am 16. April 1917. „Die Folge davon ist, dass die Hühner häufig schalenlose Eier legen und diese dann selbst wieder auffressen. In Friedenszeiten pflegten viele Hausfrauen die Eierschalen zu sammeln und an die Bäuerinnen zurückzugeben. Die Boten brachten oft ganze Säcke voll Schalen zurück, die dann zerkleinert und den Hühnern zum Fressen gegeben wurden. Seit Einführung der Eierkarten hat dies aufgehört. Das Fehlen der Schalen hat geradezu einen Notstand hervorgerufen. Ein Volksschulrektor hat nun Anordnung getroffen, dass die Eierschalen von den Schulkindern gesammelt werden“, endete der Artikel mit der Bitte um Nachahmung. (hff)