Tipps von den Mainau-Gärtnern
  • Vertragen Rosen Kieselsteine als Untergrund? Wir haben im letzten Herbst eine größere Fläche mit Bodendecker-Rosen bepflanzt, die auch gut durch den Winter kamen und schön geblüht haben. Mein Sohn möchte nun den Boden unter den Rosen mit einer Spezialfolie und Kieselsteinen bedecken, da er wenig Zeit zum Unkrautjäten hat. Wie kann man eine solche Kiesdecke aufbringen, ohne dass es den Pflanzen schadet? Myrta Stieber, St. Georgen
  • Andrea Doyle, Pflanzen-Expertin der Mainau, weiß immer Rat.
    Andrea Doyle, Pflanzen-Expertin der Mainau, weiß immer Rat. | Bild: Mainau
    Mainau-Gärtner: Rosen lieben einen offenen Boden, der für einen optimalen Luftaustausch sorgt. Von einer Abdeckung mit Spezialfolie und Kies ist abzuraten, zumal dies Pflegearbeiten wie Düngen und Laubentfernen erheblich erschweren würde. Soll die Fläche vor Unkrautbewuchs geschützt werden, bis die Rosen die Fläche bedecken, kann man alternativ Rindenkompost in einer dünnen Schicht von fünf Zentimeter verwenden.
  • Zitronenbäumchen sind im Garten anspruchsvolle Kundschaft.
    Zitronenbäumchen sind im Garten anspruchsvolle Kundschaft. | Bild: FWFotografie - fotolia
    Welche Pflege braucht ein Zitronenbäumchen? Zu meinem Geburtstag habe ich ein Zitronenbäumchen geschenkt bekommen. Leider habe ich keine Ahnung, welchen Standort es liebt und wie viel Wasser es benötigt. Bitte könnten Sie mir einige Tipps geben? Lucia Steinmann, Stühlingen
  • Mainau-Gärtner: Für die erfolgreiche Zitruskultur ist die richtige Überwinterung ausschlaggebend: Das Zitrusbäumchen wünscht von Oktober bis Mai einen hellen und kühlen (8 bis 10 Grad) Standort. Bei zu warmer Überwinterung tritt keine Ruhepause ein und die Pflanze wächst bei schlechten Lichtverhältnissen weiter. Dünne, lange Triebe, verbunden mit einem häufigen Schädlingsbefall sind die Folgen. Bei zu dunkler Überwinterung lässt das Zitrusbäumchen die Blätter fallen. Gegossen wird mit kalkarmem Wasser, der Wurzelballen sollte immer leicht feucht sein, Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Sofern der Topf zu klein ist oder die Pflanze noch in der originalen Acker erde steckt, sollte sie im Frühjahr in Zitruserde umgetopft werden. Der pH-Wert der Spezialerde liegt im sauren Bereich, um sicherzustellen, dass Eisen in pflanzenverfügbarer Form vorliegt. Ein Eisenmangel würde sich durch hellgrüne Blätter bemerkbar machen. Von März bis September wird dem Gießwasser ein Zitrusdünger (mit Eisen) nach Anleitung zugefügt. Während der Freiluftsaison lieben Zitronen einen vollsonnigen, dennoch geschützten Platz. Das Zitronenbäumchen ist sehr schnittverträglich. Wenn nötig, können die Triebe um ein Drittel zurückgeschnitten werden oder man setzt sie auf kräftige Seitentriebe zurück.
  • Sollte man Zitronen vor dem Überwintern vom Bäumchen abschneiden? Liebe Mainau-Gärtner, ich habe zwei Zitrusbäumchen (etwa 70 Zentimeter hoch) der Sorte Calamondi (citrus mitis). Jedes hat noch etwa 20 kleine schon orangefarbene Früchte. Sollen die Früchte abgeschnitten werden, bevor wir die Pflanzen im Kühlen einwintern? Marianne Schatz
  • Mainau-Gärtner: Die Früchte von Zitruspflanzen müssen nicht unbedingt entfernt werden, es sei denn, er ist übervoll behängt und die Früchte sind schon reif. Oft reifen unreife Früchte im Winterquartier oder im folgenden Frühjahr vollständig aus.
  • Die hübschen Oleander gibt es auch in Weiß.
    Die hübschen Oleander gibt es auch in Weiß. | Bild: mysontuna - fotolia
    Wann und wie topft man einen Oleander um? Liebe Mainau-Gärtner, ich möchte meinen Oleander in ein größeres Gefäß verpflanzen. Wann ist die beste Zeit dafür? Welche Erde soll ich verwenden? Günther Heichele, Berau
  • Mainau-Gärtner: Der beste Zeitpunkt für das Umtopfen von Kübelpflanzen ist das Frühjahr, wenn das Wachstum wieder einsetzt. Es ist ratsam, qualitativ hochwertige Kübelpflanzenerde zu verwenden, da diese strukturstabil und gut durchlässig ist.
  • Die zarten Blüten der Hortensie lassen sich auch trocknen.
    Die zarten Blüten der Hortensie lassen sich auch trocknen. | Bild: sonne07 - fotolia
    Kann man Hortensien-Blüten trocknen? Bitte, könnten Sie mir verraten, wie ich Hortensien-Blüten trocknen kann? Anita Staven
  • Mainau-Gärtner: Es gibt mehrere Möglichkeiten, Hortensienblüten zu trocknen. Sie sollten die Blüten mit einem kurzen Stiel von der Pflanze erst abschneiden, wenn diese voll ausgereift ist. Die erste Methode ist sehr einfach: Man stellt die abgeschnittenen Blüten in eine Vase mit Wasser. Während das Wasser verdunstet, trocknet die Blüte langsam ein. Alternativ können die Blüten auch kopfüber an einer Schnur an einem dunklen und luftigen Ort getrocknet werden. Nachteil bei dieser Methode ist, dass die Blütenfarbe während des Trocknens verblasst. Bei der zweiten Methode werden für die Vase zwei Teile Wasser mit einem Teil Glycerin gemischt und die Blüte darin getrocknet wie bei der oben genannten Methode. Hierbei bleiben die Blütenblätter weich und die Farben erhalten. Als weitere Methode kommt die Trocknung mit einem Kieselgel infrage. Die Hortensienblüten werden dabei in einer dichtschließenden Kunststoffbox mit Kieselgel für einige Tage eingelagert. Das Kieselgel entzieht den Blüten die Feuchtigkeit und konserviert sie dadurch. Bei dieser Methode bleiben die Farben gleichfalls erhalten.
  • Esskastanien brauchen einen Partner, um Früchte zu tragen.
    Esskastanien brauchen einen Partner, um Früchte zu tragen. | Bild: Nailia Schwarz - fotolia
    Esskastanienbaum ohne Früchte: Seit einigen Jahren habe ich ein Problem mit unserem Esskastanienbaum Der Baum ist etwa 15 Jahre alt und eigentlich prächtig gewachsen. Er trägt jedes Jahr viele Früchte. In den Früchten sind jeweils drei Kastanien angelegt. Zur Reifezeit fallen aber fast alle Früchte ab und die enthaltenen Kastanien sind ohne Inhalt. Nur wenige Früchte haben genau eine reife Kastanie. Was könnte dem Baum fehlen? Adolf Morgenthal
  • Mainau-Gärtner: Esskastanienbäume, die aus Samen gezogen wurden, fruchten erst nach etwa 15 Standjahren. Veredelte Bäume fruchten einige Jahre früher. Fruchtbecher von Esskastanienbäumen, die leere Kastanien enthalten, sind ein Hinweis auf mangelnde Befruchtung, da Edelkastanien in der Regel unfruchtbar sind. Das bedeutet, dass für eine reiche Ernte verschiedene Sorten vorhanden sein müssen. Es reicht auch ein pollenspendender Edelkastanienbaum in der Nachbarschaft, der maximal 20 bis 30 Meter entfernt sein sollte.