Blütenbesuchende Insekten sind unersetzlich für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen. Neben der Honigbiene leisten daran die Wildbiene, Hummel, Schwebfliege sowie Käfer und Schmetterling einen großen Anteil. Die Larven von Florfliegen und Marienkäfern vertilgen große Mengen an Blattläusen. Zudem wirken weitere Arten als Gegenspieler für Schadinsekten, einige werden sogar für den biologischen Pflanzenschutz gezüchtet.

In einem insektenfreundlichen Garten sollte auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet werden. Auch Gifte wie Neem, Pflanzenseifen und ölhaltige Mittel, die im Bioanbau verwendet werden, sollten im eigenen Garten wegen ihrer Wirkung gegen Nützlinge tabu sein.

Nicht zuletzt macht es einfach Freude, ein reiches Insektenleben im Garten zu haben. Das Summen und Flirren von Blütenbesuchern an einem schönen Frühsommermorgen vermitteln ein Gefühl der Lebendigkeit und wer liebt taumelnde Schmetterlinge nicht? Manche unauffälligen Nachtfalter haben wiederum spektakuläre Raupen, die besonders Kinder faszinieren.

Viele Insektenarten verschwinden, da landwirtschaftliche Flächen kaum noch Nahrung bieten. Nach Mahd und Ernte herrscht der größte Mangel im Sommer und Herbst. Heutige Wiesen liefern mehr Viehfutter als früher, sind aber artenärmer. Gärten und Parks stellen wichtige Ersatzlebensräume dar: Blütenbesucher können hier durch die Ansaat oder Pflanzung möglichst vieler Pflanzenarten gefördert werden.

Ein hoher Anteil sollte heimisch sein oder ungefüllte Blüten haben, da gefüllte Blüten keinen Pollen oder Nektar liefern. Wiesenähnliche Ansaaten mit einjährigen Blumen wirken zwar prächtig; für Insekten sind echte Wiesen aus heimischen und langlebigen Arten jedoch auf Dauer wertvoller. Auch viele Nutz- und Zierpflanzen wie etwa blühende Küchenkräuter werden geschätzt. Besonders das dauerblühende Strauchbasilikum, Oregano, Minze, Thymian sind geeignet – selbst im Balkonkasten.

Oder lassen Sie doch mal Pflanzen im Gemüsegarten blühen: Blühender Porree ist ein Fest für viele Insekten, blühende Artischocken ziehen Bienen fast magisch an. Mit blühenden Möhren, Dill, Fenchel oder Pastinaken locken Sie vielleicht sogar den seltenen Schwalbenschwanz in Ihren Garten, dessen schöne Raupen das Kraut mögen. Nachtfalter schätzen Weiße Lichtnelke, Phlox und Nachtkerze. Wertvolle Spätblüher sind Herbstastern, Staudensonnenblumen und ungefüllte Dahlien.

Als Futterpflanzen und Unterschlupf dienen heimische Gehölze wie das im Herbst blühende heimische Efeu, das an Mauern oder großen Bäumen seinen Platz finden sollte. Schmetterlinge lieben aber auch blühenden Sommerflieder (Buddleja). Wer mehr Platz hat, kann einen Bienenbaum (Tetradium daniellii) pflanzen, dessen Spätsommerblüte besonders viel Futter bietet.

Neben Futterpflanzen sind Nistmöglichkeiten für Insekten lebensnotwendig. Sie können aus Holz, Lehm, Pflanzenstängeln oder Steinen leicht selber hergestellt werden. Anleitungen hierfür finden sich in Internet oder Fachliteratur. Selbst auf einem Balkon können friedliche Wildbienen in einer Nisthilfe brüten und lassen sich bei ihrer Balz und Brut sehr gut beobachten.

Viele Insekten überwintern in oder an abgestorbenen Stängeln. Deshalb sollte man sie in manchen Ecken bis zum späten Frühjahr stehen lassen. Beliebt sind auch alte Nistkästen, beim Säubern also bitte aufpassen. Es können auch Florfliegenhäuser aufgehängt werden, die mit Stroh gefüllt werden. Wasserstellen im Garten sind ebenfalls ein wichtiger Lebensraum. Die gefürchteten Mückenlarven sind übrigens in Teichen, die im Winter nicht bis unten durchfrieren, kein Problem. Die dort hausenden Libellenlarven verspeisen sie regelmäßig. Das Schlüpfen der Libellen ist dann schließlich ein besonderer Höhepunkt für Insektenfreunde.

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