Gärtner sollten der Zeit immer einen Schritt voraus sein, wenn sie ihre Gemüsepflanzen und insbesondere das sommerliche Fruchtgemüse vorziehen möchten. Das bietet sich an, wenn man nicht das Standardsortiment, sondern eigenes Saatgut, Raritäten oder alte Landsorten bevorzugt.

Solange die winterfeuchte Beeterde noch an Spaten und Schuhen haftet, ist Zeit für die Kulturplanung – für die Bestellung von Saatgut und die Vorbereitung für aktuelle Voranzucht. Den Aussaatauftakt auf der Fensterbank machen Mitte Februar die Treibsalate (zum Beispiel Larissa und Maravilla de verano) und kältetolerante Kohlrabi (Lanro und Blaro). Anfang März folgen Sellerie und Basilikum sowie Frühkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Schnittsalat und Dill. Ab Mitte März kann man sich an die Nachtschattengewächse (Tomate, Paprika, Aubergine und Chili) sowie Herbstlauch wagen. Ab Mitte bis Ende April folgen die Kürbisgewächse (Kürbis, Zucchini, Melone und Gurke).

Die Vorkultur ist für einige wärmebedürftige Kulturen mit langer Kulturdauer wie Auberginen und Paprika Voraussetzung, damit vor den ersten Frösten Früchte ausreifen können. Außerdem ermöglicht die Voranzucht eine effizientere Beetnutzung und gewährt den Pflanzen einen Wachstumsvorsprung für eine frühere Ernte sowie gegenüber Schädlingen. Im Vergleich mit direkt gesäten Pflanzen sind vorgezogene allerdings weniger stresstolerant gegenüber Witterungseinflüssen, insbesondere bei Trockenheit sind sie wegen des flacheren Wurzelsystems auf regelmäßiges Gießen angewiesen.

Bei der Aussaat sind die Angaben zur Saattiefe wichtig. Lichtkeimer wie Basilikum und Salat werden nur etwas mit Erde übersiebt, während Dunkelkeimer vollständig bedeckt werden. Zur Aussaat wird ungedüngte Erde verwendet, die Jungpflanzenerde hingegen ist leicht gedüngt. Die Temperaturansprüche bei der Keimung reichen von 15 Grad Celsius für Kopfsalat über 20 Grad für Kopfkohl, 22 Grad für Tomaten bis zu 28 Grad für Kürbisgewächse. Je nach Gemüse bieten sich also Frühbeet, Fensterbank oder Heizung an. In jedem Fall ist für eine gleichbleibende Feuchte der Aussaaterde zu sorgen.

Nach der Keimung werden die Pflanzen kühler gestellt und nach sieben bis zehn Tagen in Töpfe pikiert (verpflanzt). Nur starkwüchsige und gesunde Pflanzen werden weiter kultiviert, anhaftende Samenhüllen oder deformierte Keimblätter sind Ausschlusskriterien.

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