Hortensien: Wie und wann muß ich meine sehr schön blühenden Hortensien in Kübeln und solche im Garten schneiden? Von Hilde Schweikart, Singen
  • Mainau-Gärtner: Bauernhortensien (Hydrangea macrophylla) werden erst im Frühjahr geschnitten. Dabei entfernt man trockene, abgestorbene Triebe und die alten Blüten direkt unter dem Blütenstand. Da die Knospen für den Sommer bereits angelegt sind, werden nur Triebe, die älter als vier Jahre sind, bodennah entfernt. 
    Üppige Pracht: Bauernhortensien werden am besten im Frühjahr geschnitten.
    Üppige Pracht: Bauernhortensien werden am besten im Frühjahr geschnitten. | Bild: Jens Becker (dpa-tmn)
Kranke Himbeeren: Ich bitte um Ihren Rat: Meine Himbeeren blühen, setzen an, dann hört das Wachstum auf, sie vertrocknen. Nur wenige Exemplare reifen aus. Sie werden regelmäßig gegossen. Ist hier eine Krankheit oder eine Mangelerscheinung schuld? Und: Meine Stachelbeer- und Jostabeerenbüsche, weniger die Johannisbeerbüsche, sind mit von einer grauen, flockigen Flechte befallen, dazwischen findet sich auch noch eine gelbe flache Flechte oder vieleicht ein Pilz. Die Pflanzen kümmern, bilden nur kleine Blätter aus, der befallene Zweig stirbt ab. Was ist die Ursache? Wie kann dies bekämpft werden? Von Hildegard Kloos
  • Mainau-Gärtner: Pilzkrankheiten können zum Absterben der Himbeertriebe führen. Vergleichen Sie dazu Schadbilder im Internet (zum Beispiel bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft www.lfl.bayern.de unter der Rubrik Pflanzenschutz, Haus- und Kleingarten). Befallsfreie Jungpflanzen beziehungsweise das Auslichten der Himbeerpflanzen beugen einem Befall vor. Bei dem Belag auf den Stachelbeer- und Jostabeerenbüschen handelt es sich um einen Flechtenbelag. Flechten wachsen nur in sauberer Luft und bestehen aus Pilzen und Algen, die in einer Symbiose miteinander leben. Sie sitzen auf der Rinde auf, dringen jedoch nicht in die Pflanze ein. Ein starker Belag kann allerdings den Austrieb behindern. Sie können die Flechten im Winter mit einer Bürste entfernen. Durch Schnittmaßnahmen und eine organische Düngung im Frühjahr können Sie Ihre Beerenpflanzen vital erhalten.
    Himbeeren reifen nicht immer so prall. Daran kann ein Pilz schuld sein.
    Himbeeren reifen nicht immer so prall. Daran kann ein Pilz schuld sein. | Bild: Roland Weihrauch (dpa)
Wisterien im Garten: Wir haben schon seit Jahren drei Wisterien im Garten stehen. Zwei davon (die eine mehr, die andere weniger) bekommen nach der ersten Blüte, wenn die vielen Ranken nachwachsen, gelbe Bätter. Sie bleiben gelb bis in den Herbst. Kann das Chlorose sein und wenn dem so wäre, wie kann man einem grossen Strauch generell Dünger zuführen? Ich habe mal gelesen, dass man 10 Liter Wasser braucht, um die Erde 10 Zentimeter durchzufeuchten (auf einen Quadratmeter). Von Werner Wegehaupt
  • Mainau-Gärtner: Wisterien bevorzugen frische bis feuchte, nährstoffreiche, durchlässige und saure bis neutrale Böden. Bei höheren pH-Werten im Boden ist das Eisen nicht mehr ausreichend verfügbar. Der folgende Eisenmangel zeigt sich durch gelb aufgehellte Blätter, deren Blattadern grün bleiben. Überprüfen Sie den pH-Wert des Bodens mit einem Testset. Zur Senkung des pH-Wertes sollten Sie Rhododendronerde ausbringen, sauer wirkende Dünger und kalkfreies Wasser verwenden. Sofern die Pflanzen noch nicht zu hoch sind, können Sie auch eine Eisendüngung über das Blatt während der Wachstumsphase durchführen. Bei der Bewässerung von Gehölzen ist es sinnvoll durchdringend, dafür weniger häufig zu gießen. Für tiefwurzelnde Gehölze sollte die Wassermenge von etwa 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter langsam, mittels Tropfschlauch oder Sprenger, ausgebracht werden.

Keine Blüte: Meine Agapanthus haben nun schon den zweiten Sommer in Folge nicht geblüht (trotz Überwinterung in heller Garage und trotz Umtopfen in frische Blumenerde im Frühjahr). Gibt es Möglichkeiten, die Blüte für die nächste Saison wieder anzuregen? Von Brigitte Bader
  • Mainau-Gärtner: Agapanthus benötigt ein kühles frostfreies Überwinterungsquartier mit maximal 7 Grad Celsius. Nur dann werden Blüten für das kommende Jahr angelegt. Zudem sollte der Topf um den Wurzelbereich eher knapp bemessen sein. Umgetopft wird erst, wenn sich der Wurzelballen aus dem Topf heraus drückt. Zusätzlich wird von März bis August ein flüssiger Blumendünger nach Anleitung verabreicht.
    Um Agapanthus zum Blühen zu bringen, kann man einiges tun.
    Um Agapanthus zum Blühen zu bringen, kann man einiges tun. | Bild: Uwe Zucchi (dpa)
Blüte zur Unzeit: Auf meinem Balkon hat sich von selbst in einem Blumentopf ein Blauglockenbaum gezogen. Ich gieße ihn schon einige Jahre, und er erfreut mich mit seiner wunderschönen Laubfärbung. Aber jetzt fängt er an zu blühen. Kann er die Blüte noch entfalten? Die Blüte ist doch zur Unzeit. Er wird auch bald die Möglichkeiten meines Balkons sprengen. Was kann ich tun? Von Claudine Geddert
  • Mainau-Gärtner: Der Blauglockenbaum, botanisch Paulownia tomentosa, entwickelt sich zu einem mittelgroßen Baum mit einer Höhe von 8 bis 15 Meter. Langfristig lässt er sich nicht in einem Kübel kultivieren und sollte ausgepflanzt werden. Er ist allerdings auch sehr schnittver-träglich und kann so etwas länger im Zaum gehalten werden. Der Rückschnitt kann im Frühjahr nach der Blüte erfolgen. Der Standort für einen Blauglockenbaum sollte windgeschützt und sonnig sein. Der durchlässige Boden darf einen neutralen bis alkalischen pH-Wert aufweisen. Die Blütenknospen überwintern nur von einer dünnen Filzschicht geschützt am Baum und erblühen normalerweise im April vor oder mit dem Blattaustrieb. Bei einem vorzeitigen Blühbeginn werden die Blüten vermutlich im Winter erfrieren. In jungen Jahren und als Kübelpflanze ist der Blauglockenbaum stärker frostgefährdet.
Wasserschosser: Mein etwa 10-jähriger Kugel-Trompetenbaum macht plötzlich Kummer. Er hat plötzlich unzählige, dünne, steil nach oben wachsende dünne Ästchen im Gezweig des Blätterdaches. Muss man diese jetzt abschneiden? Von Jürgen Oberlies
  • Mainau-Gärtner: Der kugelförmige Trompetenbaum (Catalpa bignonioides „Nana“) entwickelt sich zu einem Kleinbaum mit 4 bis 6 Metern Höhe und muss in der Regel nicht geschnitten werden. Wird die Krone nach ein paar Jahren zu ausladend oder zeigen sich Wasserschosser, so sollte ein Rückschnitt an einem frostfreien Tag im Spätwinter erfolgen. Die senkrecht nach oben stehenden Wasserschosser sollten möglichst frühzeitig und nah an der Austriebsstelle abgerissen werden.

Triebe aus dem Stumpf: Wie verhindere ich, dass ein Baumstumpf nicht wieder neue Triebe hervorbringt? Kann Salzlösung helfen? Von Amalie Kaltenbauer, Schramberg – Tennenbronn
  • Mainau-Gärtner: Um die Verrottung eines Baumstumpfes voranzutreiben, können Löcher oder gitterartige Strukturen in das Holz gefräst werden, sodass sich Regenwasser darin sammeln kann. Zusätzlich können die Löcher mit Kompost befüllt werden. Die darin enthaltenen Mikro-Organismen beschleunigen den Abbau. Die Austriebe sollten regelmäßig entfernt werden. Der Baumstumpf ist dann so geschwächt, dass er nicht mehr austreibt. Allerdings können bis zur kompletten Verrottung 8 bis 10 Jahre vergehen. Eine schnellere, aber etwas kostenintensivere Methode ist, den Baumstumpf und die Hauptwurzeln mit einer Fräse von einem Fachmann entfernen zu lassen. Aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes ist vom Einsatz chemischer (Haus-)Mittel und thermischer Verfahren abzuraten.

 

Unser Garten-Dossier

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