Wann sollte man Hortensien düngen?

Bild: Annette Oeleken

Meine ehemals riesigen, wunderschön blühenden Hortensien in Kübeln haben in diesem Jahr keine Blüten. Ich habe vergessen diese zu düngen. Wann sollte man damit beginnen und mit welchem Dünger? Barbara Hoffmann, Nussdorf

Mainau-Gärtner:
Es handelt sich wahrscheinlich um eine Garten-Hortensie (Hydrangea macrophylla). Sie bildet ihre Blütenknospen am zwei- bis mehrjährigen Holz. Frostschäden an den Trieben, falscher Schnitt und Nährstoffmangel können zum Ausbleiben der Blüten führen. Gedüngt wird im März oder April mit einem Hortensien- oder Rhododendrondünger. Der letzte Zeitpunkt der Düngung für Gehölze, die im Freien überwintern, ist Anfang Juli. Nach drei bis vier Jahren werden im Frühjahr die ältesten Triebe bodeneben herausgeschnitten, um jungen Trieben Platz zu machen. Ebenso werden im Frühjahr die verblühten Blüten vom Vorjahr direkt unterhalb der Blütenstände abgeschnitten.

 

Stürmische Zeiten für Zedern:

Bild: Marion Nickig (dpa)

In meinem Garten habe ich eine 40 bis 50 Jahre alte Zeder. Mein Baum wurde vor vier Jahren bei einem Sturm heftig gerupft und verliert immer mehr Nadeln, wird gelb und im Frühjahr sind einige Äste abgebrochen. Kann ich den Baum noch retten? S. Schweigert

Mainau-Gärtner: Auch die Zedern auf der Insel Mainau wurden Ende der 60er-Jahre durch starke Stürme geschädigt. Durch professionelle Schnittmaßnahmen und optimale Pflege haben sich die Zedern wieder regenerieren können. Triebe, die noch nicht abgestorben sind, können durch eine Kronenpflege wieder zum Austreiben angeregt werden.

Diese Maßnahmen sollten Sie von einem qualifizierten Baumpfleger durchführen lassen. Zudem können Sie die Zeder durch Wässern in Trockenzeiten, organische Düngung im Frühjahr und mit Hilfe von Stärkungsmitteln optimal versorgen, um sie bei der Regeneration zu unterstützen.
 

Was tun gegen Wollläuse?

Bild: dpa

Ich habe einen Elefantenfuß, der mit der weißen Wolllaus befallen ist. Wie kann ich diesen Schädling am besten bekämpfen? Lioba Schell, Kreenheinstetten

Mainau-Gärtner:
Wollläuse können mit einem ölhaltigen Pflanzenschutzmittel bekämpft werden. Dazu sowohl die Blätter tropfnass als auch den Stamm einsprühen. Die Anwendung sollten Sie wiederholen, da es sich um einen hartnäckigen Schädling handelt. Ebenso sollten äußerlich Topf, Untersetzer, beziehungsweise Übertopf und Fensterbank mit Seifenlauge gereinigt werden.

 

Wenn der Kaffeebaum zu groß wird:

Bild: Cornelia Pithart (Fotolia)

Vor Jahren kaufte ich eine kleine Kaffeebaumpflanze im Mainau-Shop. Inzwischen ist es ein ausgewachsener Baum, hat geblüht und Früchte getragen. Das Problem ist: Er stößt an der Zimmerdecke an. Wie und wann kann man den Baum einfach oben abschneiden? Marianne Rösler, Konstanz

Mainau-Gärtner: Der Kaffeebaum sollte jetzt im Herbst lediglich an der Spitze oberhalb eines Seitentriebes eingekürzt werden. Die Pflanze kann, sofern dies erforderlich ist, im Frühjahr um etwa ein Drittel eingekürzt werden. Dabei sollten Sie immer knapp oberhalb eines nach außen gerichteten Zweiges schneiden und auf eine gleichmäßige Form achten.

Der Standort bei Zimmertemperatur und erhöhter Luftfeuchtigkeit sollte hell, aber nicht vollsonnig sein. Achten Sie darauf, das durchlässige Substrat leicht feuchtzuhalten, im Winter eher etwas trockener. Gedüngt wird von März bis September mit einem kalkarmen Dünger, zum Beispiel einem Zitrusdünger.

 

Schwarze Nachtschatten sind giftig:

Bild: Dieter Heinemann (Fotolia)

Schon zum zweiten Mal hatte ich in diesem Jahr eine Pflanze in meinen Anzuchttöpfen, die mir völlig unbekannt ist. Sie wird etwa 30 Zentimeter hoch, und hat zunächst kleine weiße Blüten, aus denen sich dann schwarze Beeren entwickeln. Sie ist wohl einjährig, denn die erste Pflanze ist über den Winter eingegangen. Können Sie mir sagen, um welche Pflanze es sich hierbei handelt und ob die Beeren giftig oder vielleicht essbar sind? Gerd Schneider

Mainau-Gärtner:
Bei der Pflanze handelt es sich um den Schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum). Sie besiedelt brachliegende Flächen, ist nicht frosthart und giftig – im Umgang ist also Vorsicht geboten und die Beeren dürfen nicht gegessen werden!

 

Wie stelle ich meinen Rasenroboter richtig ein?

Bild: Husqvarna

Ich habe dieses Jahr mit einem Husqvarna-Rasenroboter gearbteit, vorher hatte ich einen Spindelmäher mit Akku. Mein Rasen ist trotz einer Höheneinstellung von fünf Zentimetern und obwohl ich in zweimal gedüngt habe nicht mehr so gleichmäßig gemäht und hat gelbe Flecken. Was kann ich dieses Jahr noch tun um ihn noch ins Lot zu bringen und was empfehlen Sie für die Folgejahre? Dietger Pöhlmann, Überlingen

Mainau-Gärtner:Der ungleichmäßig gemähte Rasen ist vermutlich auf die Einstellung des Rasenroboters zurückzuführen. Gelbe Flecken können durch Trockenheit oder durch Tipula-Larven verursacht werden. Das sind vier Zentimer lange, graubraune Larven, die an den Wurzeln der Gräser fressen und so zur fleckenweisen Vergilbung des Rasens führen. Aus ihnen entwickeln sich später die Wiesenschnaken. Sollten Sie nächstes Jahr im Juni oder Juli Junglarven unter den betroffenen Stellen entdecken, so können Sie dagegen SC-Nematoden aus dem Fachhandel einsetzen. Dafür ist es in diesem Jahr schon zu spät. Im nächsten Frühjahr sollte der Rasen darüber hinaus gedüngt und zwei Wochen später vertiutiert werden. Lücken im Rasen sollten Sie nachsäen.

 

Warum fallen unsere Kakis ab?

Die Kaki-Frucht ist eigentlich in Ostasien zu Hause - die süße, auch Honigapfel genannte Frucht kann im späten Herbst aber auch in Deutschland geerntet werden.
Die Kaki-Frucht ist eigentlich in Ostasien zu Hause - die süße, auch Honigapfel genannte Frucht kann im späten Herbst aber auch in Deutschland geerntet werden. | Bild: Rolf Haid (dpa)

Wir haben einen etwa sechsjährigen Kaki-Baum, der seit zwei Jahren Früchte trägt, letztes Jahr besonders schöne, gesunde und große. Seit etwa vier Wochen fallen täglich etwa zehn mandarinengroße grüne Früchte ab. Der Baum hat einen idealen, geschützten Standort. Was könnte die Ursache sein und was sollen wir tun? Hilde und Günter Sutter, Konstanz

Mainau-Gärtner: Anscheinend gibt es bei Kaki-Sorten eine unterschiedlich stark ausgeprägt Neigung zum Fruchtfall. Befruchtete Kakifrüchte sind zudem weniger vom Fruchtfall betroffen. Da das Frühjahr sehr kalt und verregnet war, könnte es zu einer schlechteren Befruchtung gekommen sein und dadurch zu einem stärkeren Fruchtfall. Kaki-Bäume benötigen einen sonnigen, warmen Herbst zur Ausreifung der Früchte. Stressfaktoren, wie Trockenheit und Nährstoffmangel (insbesondere Kalium), können zum vorzeitigen Fall von Früchten führen. Im nächsten Frühjahr sollten Sie einen Obstdünger, der einen höheren Kalium- und einen geringeren Stickstoffanteil aufweist, verwenden und in trockenen Witterungsphasen zusätzlich wässern.

 

Wie bekommen ich eine schöne Blumenwiese?

Bild: Gerd Jeger

Welche Saatmischung soll ich nehmen, soll ich im Frühjahr säen, soll ich einjährige oder mehrjährigen Samen säen, wann soll die Wiese gemäht werden, soll sie überhaupt gemäht werden? Ich würde mich sehr freuen, mich in Zukunft an einer wundervollen Blumenwiese zu erfreuen. Doris Schuler, Sankt Georgen

Mainau-Gärtner:
Das Thema Blumenwiese ist so vielfältig, wie die Natur auch. Die Entscheidung, welche Blumenwiese man wählen soll, hängt stark vom Standort, von der Nutzung und vom Aufwand ab. Man muss unterscheiden zwischen bunten Blumenmischungen, die häufig nicht heimische und einjährige Pflanzen enthalten und den Wiesenblumenmischungen mit heimischen und mehrjährigen Arten. Allgemein sollte der Standort kaum betreten werden und eher sonnig sein. Der Boden, auf dem die Blumenmischung ausgesät wird, sollte sehr durchlässig und nährstoffarm sein. Zudem darf nur in einen unbewachsenen Boden ausgesät werden und nicht in einen bestehenden Rasen. Das Beet sollte unkrautfrei und fein krümelig sein. Die beste Zeit für die Aussaat einjähriger Blumenmischungen ist von Mitte März bis Ende Mai. Das Saatgut sollten Sie nach der Aussaat sehr flach einrechen und mit der Walze festdrücken. In den ersten vier Wochen nach der Saat sollte der Boden immer leicht feucht gehalten werden. Mehrjährige Blumenwiesen verändern sich im Laufe der Jahre in ihrer Zusammensetzung und müssen von unerwünschten Unkräutern und Gräsern frei gehalten werden. Sie werden in der Regel zweimal, am besten Ende Juni und Anfang September gemäht. Entscheidend für Ihren Erfolg ist qualitativ hochwertiges Saatgut. Sie finden es im Fachhandel oder im Internet.

 

Warum verliert die Kiefer Nadeln?

Bild: Sergei Trofimenko (Fotolia)

Seit eineinhalb Jahren verliert unsere etwa sieben Meter hohe Kiefer von unten beginnend gelb-braune Nadeln. Nun ist fast der ganze Baum gelichtet. Über dem Boden ist er ringförmig verdickt. Die Borke ist spröde. Kann Streusalz die Ursache sein? Wie können wir den Baum retten? Heinrich Benzmann, Pfullendorf

Mainau-Gärtner:
Das im Streusalz enthaltene Chlorid ist giftig für Pflanzen und führt oberflächlich zu einer Schädigung des Baumes. Zudem führt das im Bodenwasser gelöste Streusalz in den Pflanzenzellen zu einer Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes. Die Folgen sind Blatt- und Nadelfall. Um festzustellen, ob Streusalz die Ursache sein könnte, ist es ratsam, dass Sie eine Bodenprobe entehmen und diese auf den Salzgehalt hin untersuchen zu lassen. Der kann daraufhin nur durch gründliches Wässern reduziert werden. Eine weitere Ursache könnte ein Pilz (die sogenannte Kiefernschütte) sein. Auf den befallenen Nadeln wären gelb-braune Flecken zu erkennen. Er kann sich an feuchten und schlecht durchlüfteten Standorten gut ausbreiten. Um die Infektionsgefahr durch Sporenflug zu mindern, sollten die abgefallenen Nadeln vor Juni vom Boden entfernt und über den Restmüll entsorgt werden.

 

Warum blüht meine Strelitzie nicht?

Bild: dpa

Ich habe eine Strelitzia reginae schon ein paar Jahre, doch ich bringe sie nicht zum Blühen. Sie steht am Südfenster. Was kann ich tun, dass sie endlich zum Blühen kommt? Marta Reiner, Singen

Mainau-Gärtner:
Strelitzien sind Kübelpflanzen und keine Zimmerpflanzen. Sie wünschen im Sommer einen Aufenthalt im Freien, an einem sonnigen und windgeschützten Standort. Die Überwinterung erfolgt an einem hellen Standort bei acht bis zwölf Grad. Strelitzien blühen erst, wenn sie etwa zehn Jahre alt sind und dann bevorzugt gegen Ende des Winters. Halten Sie Ihre Strelitzie im Sommer gleichmäßig feucht, Staunässe sollten Sie vermeiden. Im Winter werden die Pflanzen trockener gehalten. Düngen sollten Sie mit einem Kübelpflanzendünger von März bis September.

 

Warum bekommt unser Birnenbaum Flecken?

Bild: Bofotolux (Fotolia)

Unser Spalierbaum Williams-Christ-Birne bekommt seit einigen Jahren Anfang Sommer an den Blättern rostrote Flecken, die im Spätherbst Auswüchse bilden. Wir haben bereits verschiedene Spritzmittel ausprobiert, jedoch ohne Erfolg. Rolf und Hilde Kille, Mönchweiler

Mainau-Gärtner: Es handelt sich um einen Pilzbefall, den Birnengitterrost. Er befällt im Sommer den Birnbaum und überwintert auf einigen bestimmten Wacholderarten. Im Frühjahr findet man auf dessen Trieben verdickte, orangene Stellen, an denen eine gallertartige, sporenhaltige Masse hervorquillt. Eine Infektion der jungen Birnbaumblätter kann auch erfolgen, wenn der Wacholder einige hundert Meter entfernt steht.

Zur Vermeidung eines Befalls sollten befallene Wacholder entfernt und durch widerstandsfähige Wacholderarten ersetzt werden. Vorbeugend kann ein Stärkungsmittel kurz nach der Blüte angewendet werden, insgesamt viermal in einem Abstand von jeweils sieben bis zehn Tagen.
 

Das Garten-Dossier

Haben Sie Fragen zu Garten und Balkon? Dann schicken Sie diese an SÜDKURIER Medienhaus, Redaktion „Leben und Wissen“, Stichwort: Garten, Max-Stromeyer-Str. 178, 78467 Konstanz. Per Mail an die Adresse:  lebenundwissen@suedkurier.de - Per Fax an Tel.: 07531/999-1500. Wir bringen die Antworten der Mainu-Gärtner in loser Folge. Ganz eilige Fragen klären Sie am besten beim Grünen Telefon der Mainau: Jeden Mittwoch, 13 bis 16 Uhr, Tel. 07531/303-333. (sk)