1. Schwarze Flecken am Amber-Baum:

Die Blätter unseres Amber-Baumes treiben frisch und sehr schön grün aus. Nach kurzer Zeit bekommen sie schwarz-braune Flecken und fallen ab. Dies passiert hauptsächlich an der Ostseite des Baumes (Foto). Was könnte das sein? Reinhold Gutmann, Überlingen

Mainau-Gärtner: Der Schaden auf den Blättern wird durch einen Pilz verursacht, der als Anthraknose bezeichnet wird. Befallene Triebe sollten bis in den gesunden Bereich zurückgeschnitten werden und das Falllaub eingesammelt und über den Restmüll entsorgt werden. Vermeiden Sie eine Überdüngung, da dies den Befall verstärken kann.

Dieser Amber-Baum leidet unter einer Pilzkrankheit.
Dieser Amber-Baum leidet unter einer Pilzkrankheit. | Bild: R. Gutmann

2. Was tun mit den Palmen-Wurzeln?

Liebe Mainau-Gärtner, ich habe eine Frage zu einer Palme. Kann ich die am Stamm befindlichen alten Wurzeln entfernen? Ich möchte den Stamm optisch aufwerten. Wolfgang Beyer, Sipplingen

Mainau-Gärtner: Die Palme scheint im Untergrund zu wenig Platz zu haben und schiebt sich deshalb mit den Wurzeln an die Oberfläche. Sie sollten nicht entfernt werden, da es zu einer großflächigen Wunde kommen würde, die Eintrittspforte für Schaderreger sein könnte. Zudem ist dann die Standfestigkeit unter Umständen nicht mehr gegeben.

Palmen brauchen Platz für ihre Wurzeln. Dieser Pflanze ist es zu eng.
Palmen brauchen Platz für ihre Wurzeln. Dieser Pflanze ist es zu eng. | Bild: W. Beyer

3. Was fehlt denn unseren Heidelbeer-Sträuchern?

Wir haben ein paar Sträucher Heidelbeeren im Garten, 60 bis 100 Zentimeter hoch. Diese hatten wir in spezielle Moorbeeterde gesetzt; letztes Jahr hatten wir auch eine schöne Ernte. Leider wurden dieses Jahr bei einigen Sträuchern die Blätter gelb und bei allen verdorrten die meisten Beeren, sobald sie beginnen, sich blau zu färben. Woran könnte das liegen? Über den Winter haben wir Holzasche um die Beerensträucher gestreut, zudem sind Fichtennadeln heruntergefallen. Als es so heiß war, haben wir ein paarmal Wasser aus der Leitung genommen. Gertrud und Manfred Lossau, Horheim

Mainau-Gärtner: Heidelbeeren wünschen einen sonnigen bis halbschattigen Standort in saurer (unter pH 5), stets leicht feuchter Erde. Bei einem sonnigen Standort und Temperaturen wie in diesem Sommer kann es leicht zu Trockenschäden kommen. Die Sträucher müssen in diesem Fall fast täglich mit kalkarmen Wasser gegossen werden. Holzasche hat einen hohen pH-Wert und kann im Garten in geringen Mengen als Kalidünger eingesetzt werden (maximal drei Liter pro zehn Quadratmeter).

Je nach Herkunft des Holzes ist aber eine Belastung durch Schwermetalle nicht auszuschließen. Für die Düngung von Moorbeetpflanzen eignet sich Holzasche nicht, da sie den pH-Wert stark ansteigen lässt. Sie sollten mit einem pH-Bodentest-Set den aktuellen pH-Wert testen. Sie können jetzt eine Fünf-Zentimeter-Mulchschicht mit Rhododendronerde auffüllen und im Frühjahr einen saurer wirkenden Rhododendrondünger nach Anleitung ausbringen. Ist der pH-Wert stark angehoben, sollten die Sträucher komplett in neue Rhododendronerde gepflanzt werden. Fichtennadeln wirken versauernd und dürften den Sträuchern nicht schaden, sofern sie von dem Baum nicht zu stark beschattet werden.

Heidelbeeren sind beliebte Früchtchen. Zu hohe pH-Werte mögen sie aber gar nicht.
Heidelbeeren sind beliebte Früchtchen. Zu hohe pH-Werte mögen sie aber gar nicht. | Bild: dpa

4. Kann man Blumenerde mehrfach benutzen?

Liebe Mainau-Gärtner, kann gebrauchte Blumenerde, etwa aus Geranien Blumenkästen, nach Zermahlen im Gartenhäcksler, im nächsten Jahr wieder verwendet werden? Karlheinz Hildenbrand

Mainau-Gärtner: Es ist nicht ratsam, die alte Blumenerde für den Blumenkasten im Folgejahr zu nutzen, da das Substrat meist zusammengesackt, stark durchwurzelt und sehr nährstoffarm ist. Es kann jedoch dem Kompost zugeführt oder im Garten als Mulch weiterverwendet werden. Für die Bepflanzung von Gefäßen sollte immer frische, qualitativ hochwertige Blumenerde verwendet werden.

Blumenerde eignet sich nicht zur Mehrfach-Verwendung.
Blumenerde eignet sich nicht zur Mehrfach-Verwendung. | Bild: 2002lubava1981 - Fotolia

5. Was tun mit Lorbeer-Laub?

Der Boden unter unseren Lorbeer- und anderen Sträuchern ist dicht mit abgefallenen Lorbeerblättern bedeckt. Sie verrotten kaum. Sollte man die Blätter entfernen oder können sie liegen bleiben? Gerhard Vetter, Hilzingen

Mainau-Gärtner: Sofern der Boden unter den Sträuchern zugänglich und mit Rasen bewachsen ist, können Sie das Laub mit einem Rasenmäher aufsammeln. So wird es klein gehäckselt und kann dem Kompost zugeführt werden. Alternativ kann das Laub auf Baumscheiben oder unter Bäumen zu einer zehn Zentimter dicken Schicht aufgeschichtet werden und dort direkt auf der Fläche kompostiert werden. Dazu wird ein Kompost-Beschleuniger über der Laubschicht ausgebracht, leicht eingearbeitet und das Ganze mit einer dünnen Schicht Erde/Kompost beschwert. Im Frühjahr wird die Schicht dann gründlich durchgearbeitet. Sofern die Blätter erkrankt sind, sollte das Falllaub komplett eingesammelt werden, um eine Neuinfektion zu vermeiden.

Lorbeerblätter verrotten im Garten nur langsam.
Lorbeerblätter verrotten im Garten nur langsam. | Bild: belizar - Fotolia

6. Flecken an den Herbstanemonen:

Liebe Mainau-Gärtner, unsere Herbst-Anemonen (rosa und weiß) wachsen im Frühjahr und Sommer normal. Dann aber beginnen mehr und mehr die Blätter vom Rand her einzutrocknen. Auf diesen Blättern befinden sich schwarze Flecken, und die Pflanze vertrocknet letztlich ganz. So schon seit mehreren Jahren – trotz Gießen! Was ist die Ursache? R. Thorwarth, Radolfzell

Mainau-Gärtner: Es ist möglich, dass die Anemonen von Blattnematoden befallen sind, die abgegrenzte, eckige Flecken auf den Blättern verursachen. Das befallene Laub sollte entfernt werden. Eine Bewässerung über das Laub und ein zu nasser Standort sollten vermieden werden. Sollte der Schaden wiederholt auftreten, müssen die Pflanzen entsorgt werden. Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich.

Herbstanemonen stammen ursprünglich aus Asien.
Herbstanemonen stammen ursprünglich aus Asien. | Bild: dpa

7. Trompetenstrauch auf Abwegen:

Vor etwa 20 Jahren brachten wir aus Kroatien einen Trompetenstrauch-Ableger mit, der sich prächtig entwickelte. Nun bekommt er aber seit einigen Jahren Ausläufer, die etwa zehn Meter lang sind. Sie brechen sogar die Teerdecke der Hofeinfahrt auf. Wie kann ich den Strauch vernichten? Vielen Dank für Ihren Rat! Rosmarie Wiedner, Berau

Mainau-Gärtner: Im Gartencenter werden Campsis-Hybriden angeboten wie die gelbblühende ‚Flava‘ oder die orangeblühende ‚Mme Galen‘, die weniger wüchsig sind. Es ist sinnvoll, bei der Pflanzung eine Wurzelsperre einzubauen, um dem starken Ausbreitungsdrang entgegenzuwirken. Ihre Pflanze kann nur noch durch Ausgraben mit einem Bagger entfernt werden.

Dieser Trompetenstrauch ist zu groß geworden. Da hilft nur noch Ausgraben.
Dieser Trompetenstrauch ist zu groß geworden. Da hilft nur noch Ausgraben. | Bild: R. Wiedner

8. Was fehlt meiner Yucca?

Meine dreistämmige Yucca-Palme macht mir Kummer. Am höchsten Stamm sind die kleinen Triebe eingetrocknet, und man sah grauen Staub – wie eine Art Schimmel. Die beiden anderen Stämme sehen grün und gesund aus. Soll ich den kranken Stamm absägen? Und womit die Wunde verschließen? Susanne Burkhardt, Radolfzell

Mainau-Gärtner: Vermutlich ist die Yucca von Gallmilben befallen. Diese winzigen Tierchen sitzen auf den Blättern und verursachen durch ihre Saugtätigkeit winzige Haare, die den Eindruck eines Mehltaubefalls entstehen lassen. Der betroffene Zweig sollte ausgeschnitten und die Wunde mit Holzkohle verschlossen werden. Die Yucca bevorzugt einen hellen, auch sonnigen Standort. Im Sommer genießt sie einen Aufenthalt im Freien auf einer sonnigen Terrasse. Die Überwinterung sollte kühl bei 10 Grad erfolgen. Ein warmer Standort im Wohnzimmer wird allerdings auch toleriert. Gegossen wird immer erst, wenn die Erde des Wurzelballens wieder leicht angetrocknet ist.

Beliebte Pflanze für zu Hause: eine Yucca-Palme.
Beliebte Pflanze für zu Hause: eine Yucca-Palme. | Bild: Melica - Fotolia

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Wir bringen die Antworten der Mainau-Gärtner in loser Folge.