1. Was mache ich mit den Blütenstängeln beim Rhabarber?

Die Blütenstände des Rhabarbers sollten möglichst bald nach dem Erscheinen entfernt werden, da sie der Pflanze viel Kraft abverlangen würden. Rhabarber gedeiht in einem humosen und nährstoffreichen Boden. Im Frühjahr sollte er mit Kompost oder mit einem organischen Gemüsedünger versorgt werden. Im ersten Jahr nach der Pflanzung werden noch keine Blattstiele geerntet. Ein Vollertrag ist erst im dritten Jahr zu erwarten. Die Erntezeit endet Ende Juni, weil dann der Anteil an Oxalsäure zu hoch wird und die Pflanze ausreichend Blätter benötigt, um Reserven bilden zu können. Roswitha Lachnit, Klettgau-Erzingen

Im Juni gibt es besonders Viel Rhabarber. Jetzt sollte man ihn ernten. Denn eine Bauernregel sagt, dass man das fruchtig-säuerliche Stangengemüse nur bis zum Johnnistag aus der Erde ziehen. Dieser ist am 24. Juni.
Im Juni gibt es besonders Viel Rhabarber. Jetzt sollte man ihn ernten. Denn eine Bauernregel sagt, dass man das fruchtig-säuerliche Stangengemüse nur bis zum Johnnistag aus der Erde ziehen. Dieser ist am 24. Juni. | Bild: Bild: Crin – stock.adobe.com

2. Die Yucca-Palme lässt ihre Blätter hängen?

Die Yucca ist eine beliebte Zimmerpflanze, die einen sehr hellen und sonnigen Standort wünscht. Im Sommer darf sie, nach einer gewissen Eingewöhnung, auch gern auf die sonnige Terrasse umsiedeln. Vor dem Frost sollte sie wieder ins Haus an einen hellen und kühlen Standort (fünf bis zehn Grad Celsius) ziehen. Sie toleriert allerdings auch Zimmertemperatur. Bei einem Freilandaufenthalt im Sommer sollte die Yucca aufgrund der höheren Verdunstung regelmäßig mit Wasser und einem Grünpflanzendünger nach Anleitung versorgt werden. Im Haus wird, angepasst an die Temperatur, nach Bedarf gegossen. Eine Fingerprobe gibt Aufschluss, ob das Substrat noch ausreichend feucht ist. Ein Vertrocknen der Blätter im unteren Stammbereich der Yucca ist normal. Gelbe Blätter an der gesamten Yucca können ein Hinweis auf Lichtmangel, falsche Wasserversorgung (in der Regel zu nass) und zu hohe Wintertemperaturen (verschlimmert durch Fußbodenheizung) sein. Rosa Stiegler, Konstanz

Die Yucca Palme braucht im Sommer viel Wasser und etwas Dünger.
Die Yucca Palme braucht im Sommer viel Wasser und etwas Dünger. | Bild: Andykot – stock-adobe.com

3. Beim portugiesischen Kirschlorbeersträucher werden neue Triebe abgefressen. Was hilft dagegen?

Zuerst einmal muss anhand des Schadbildes der Schädling eindeutig identifiziert werden, bevor Bekämpfungsmaßnahmen ergriffen werden. Es könnte sich um einen Raupenfraß oder um einen Schaden durch den Dickmaulrüsslerkäfer handeln. Typisch für letzteren ist ein buchtenartiger Blattrandfraß. Neben dem oberirdischen Fraßschaden durch den nachtaktiven Käfer entsteht ein erheblicher Schaden durch Wurzelfraß der Käferlarven im Boden. Eine biologische Bekämpfung durch Nematoden aus dem Fachhandel ist möglich. Klaus Berner

Kirschlorbeersträucher sind Leckerbissen für Schädlinge. Sie fressen gerne junge Triebe ab.<em>Bild: Birkelbach – stock-adobe.com</em>
Kirschlorbeersträucher sind Leckerbissen für Schädlinge. Sie fressen gerne junge Triebe ab.Bild: Birkelbach – stock-adobe.com

4. Der Rasen hat viele braune Stellen. Was ist die Ursache und was können Hobbygärtner dagegen tun?

Braune Stellen im Rasen können verschiedene Ursachen haben. Nach dem Winter sind im Rasen häufiger Lücken vorhanden, die durch Pilzkrankheiten verursacht worden sind und die durch Nachsaat geschlossen werden sollten. Im Frühjahr sind Pflegemaßnahmen wie Vertikutieren und Düngen angesagt. Im Sommer können braune Stellen auftreten, wenn Schädlinge im Wurzelbereich vorhanden sind, so zum Beispiel Engerlinge oder Tipula-Larven. Im Sommer kann der Rasen unter Trockenheit leiden. Eine Bewässerung sollte weniger häufig, dafür länger und damit tiefgründiger erfolgen. Roswitha Lachnit, Klettgau-Erzingen

Andrea Doyle, Pflanzen-Expertin der Mainau, weiß immer Rat. <em>Bild: Mainau</em>
Andrea Doyle, Pflanzen-Expertin der Mainau, weiß immer Rat. Bild: Mainau

5. Wie bekämpft man Unkraut im Rasen?

Unkraut ist immer auch ein Zeichen dafür, dass der Rasen keine optimalen Wachstumsbedingungen hat, das Gras zu schwach ist, um sich gegenüber Konkurrenzpflanzen zu behaupten. Neben der richtigen Rasenmischung sind ein pH-Wert von 5 bis 6.5, eine gute Bodendurchlüftung, eine optimale Licht-, Wasser- und Nährstoff­versorgung mit einem speziellen Rasendünger und eine Schnitthöhe von 3,5 bis 4 Zentimeter wichtig. Kleearten, zum Beispiel Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata), breiten sich durch Aussaat und durch Wurzelausläufer im Rasen aus. Durch den niedrigen Wuchs wird Klee beim Mähen kaum erfasst. Er sollte möglichst vor der Blüte ausgestochen werden. Klaus Berner

 

Unser Garten-Dossier

Haben Sie Fragen zu Garten und Balkon? Dann schicken Sie diese an: SÜDKURIER Medienhaus, Redaktion „Leben und Wissen“, Stichwort Garten, Max-Stromeyer-Str. 178, 78467 Konstanz. Oder Per E-Mail: lebenundwissen@suedkurier.de. Geben Sie bitte ihren Wohnort mit an. Wir bringen die Antworten in loser Folge. (sk)

 

6. Wo gedeiht der Oleander im Sommer und Winter am besten?

Der Oleander bevorzugt im Sommer einen regengeschützten, warmen und sonnigen Standort im Freien. Dann hat er einen hohen Wasser- und Nährstoffbedarf. Im Herbst kann er als einer der letzten unter den Kübelpflanzen in sein Winterquartier ziehen, wenn die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt liegen. Als immergrüne Pflanze bevorzugt der Oleander ein helles und kühles Winterquartier (vier bis acht Grad Celsius). Das Gießen wird stark reduziert, der Wurzelballen darf jedoch nicht komplett austrocknen. Blütentriebe, die sich im Herbst gebildet haben, sollten nicht entfernt werden, da sie im Folgejahr als Erstes blühen. Rosa Stiegler, Konstanz

Der Oleander ist heiße Temperaturen gewohnt und kommt mit wenig Wasser aus. Der <sup></sup>Wurzelballen darf aber keineswegs ganz austrocknen. <em>Bild: ClaraNila – stock.adobe.com</em>
Der Oleander ist heiße Temperaturen gewohnt und kommt mit wenig Wasser aus. Der Wurzelballen darf aber keineswegs ganz austrocknen. Bild: ClaraNila – stock.adobe.com

7. Kann man Moorbeeterde wie normale Blumenerde verwenden?

Moorbeeterde weist einen sehr niedrigen pH-Wert von 4.0-4.5 auf und eignet sich für Pflanzen wie Rhododenron, Azaleen, Kamelien und Hortensien. Bei der Balkonblumenerde liegt der pH-Wert etwas höher bei etwa 5.5-6.5. Deshalb ist von einer alleinigen Verwendung von Moorbeeterde abzuraten. Sie sollte zumindest zur Hälfte mit normaler Blumenerde gemischt werden. Gerolde Martin, Überlingen

Wer seine Pflanzen umtopft, wollte auf den richtigen pH-Wert der Erde achten. <em>Bild: dpa</em>
Wer seine Pflanzen umtopft, wollte auf den richtigen pH-Wert der Erde achten. Bild: dpa

8. Der Gingko-Baum hat braune Blätter nach frostigen Nächten. Wie man man diesen behandeln?

Die braunen Blätter am Ginkgo, die durch Spätfrostschäden verursacht wurden, dürften bereits von alleine abgefallen sein. Triebe, die braun geworden sind und nicht wieder ausgetrieben haben, werden mit einer scharfen Schere in den gesunden Bereich zurückgeschnitten. Karin Griß, Radolfzell

Nicht immer sind die Blätter des Gingko-Baums so schön grün. Frost kann ihm ziemlich schaden. <em>Bild: lightpoet – stock-adobe.com</em>
Nicht immer sind die Blätter des Gingko-Baums so schön grün. Frost kann ihm ziemlich schaden. Bild: lightpoet – stock-adobe.com

9. Wie schneidet man einen Fliederbaum richtig, wenn er zu hoch gewachsen ist?

Ein starker Verjüngungsschnitt bei einem Flieder (Syringa vulgaris) erfolgt im Spätwinter, wenn kein starker Frost mehr zu erwarten ist. Dabei werden die Haupttriebe auf zirka 50 Zentimeter über dem Boden eingekürzt. Die Schnittflächen müssen nicht behandelt werden. Im Frühjahr kommt es in Folge zu einem starken Austrieb dieser Haupttriebe. Im Sommer werden alle überzähligen Triebe entfernt, lediglich zwei bis drei Neutriebe belässt man an den Hauptrieben. Ebenso entfernt man bei veredelten Pflanzen die Wildtriebe aus dem Wurzelbereich. Nach dem Verjüngungsschnitt ist eine Blüte erst in zwei bis drei Jahren zu erwarten. Alternativ erfolgt der Rückschnitt über drei Jahre, in denen jeweils nur ein Drittel der Pflanze zurückgeschnitten wird. Nicole Keller

Ein Flieder braucht ab und an einen Verjüngsschnitt, wenn er zu groß wird. <em>Bild: zoomingfoto1712 – stock-adobe.com</em>
Ein Flieder braucht ab und an einen Verjüngsschnitt, wenn er zu groß wird. Bild: zoomingfoto1712 – stock-adobe.com

10. Wie kann man das Rosetten-Dickblatt retten, dessen Blätter langsam vertrocknen?

Bei dem Rosetten-Dickblatt, botanisch Aeonium arboreum, handelt es sich um eine Sukkulente, also eine wasserspeichernde Pflanze. Sie wird in einem durchlässigen Substrat und in einem Topf mit Abzugsloch kultiviert, um Staunässe zu vermeiden. Im Sommer kann die Pflanze nach einer Gewöhnungsphase in voller Sonne im Freien stehen. Im Winter wird die Pflanze hell und kühler bei zehn bis 15 Grad Celsius überwintert. Vermutlich hat falsches Gießen zum Verlust der Blätter geführt. Hat die Pflanze zu viel Wasser bekommen, sind die Wurzeln durch die Staunässe verfault. Daraufhin kommt es zum Blattfall. Auch ein zu trockener Wurzelballen führt zu Blattfall. Die Pflanze sollte sofort ausgetopft und der Wurzelballen überprüft werden. Am besten wird das Rosetten-Dickblatt in Kakteenerde, der eventuell noch Blähton oder Bimskies beigemischt wird, getopft. Esmeralda Perez-Schulze, Konstanz

Das Rosetten-Dickblatt ist reagiert empfindlich bei Staunässe. <em>Bild: privat</em>
Das Rosetten-Dickblatt ist reagiert empfindlich bei Staunässe. Bild: privat