Sie haben ein Herz für Vögel, Molche und Libellen? Sie lieben die Eigenwilligkeit der Natur? Und nichts ist leckerer als ein Salat aus dem eigenen Garten? Dann brauchen Sie ein grünes Reich, das Ihnen vielfältige Möglichkeiten zur Entfaltung bietet und Ihre Zuwendung mit Früchten und Gemüse, Blüten und Trieben belohnt.Mit einer durchdachten Gestaltung lassen sich Bereiche wie eine Wiese, einen Wald, einen Teich oder eine Steppe nachbilden. Unter Verwendung von Naturstein und Holz, heimischen Gehölzen, Wildstauden und Blütenstauden mit wildstaudenartigem Charakter entstehen naturnahe Lebensräume für Mensch und Tier. Von Sitzplätzen und Wegen lassen sich die Veränderungen der Natur im Jahresablauf hautnah erleben.Ecken und Kanten sind diesem Gartentyp fern, denn auch in der Natur dominieren unregelmässige Geländeformen. Weite Bereiche des üppig wachsenden Gartens werden mit naturnahen Pflanzenkombinationen zu einem ökologisch wertvollen Raum. An verschiedenen Stellen im Garten werden Plätze geschaffen, um das Leben von Pflanzen und Tieren im Garten intensiv und ganz bequem zu beobachten. Es bleibt auf jeden Fall viel Raum für eigene und einheimische Lieblingspflanzen und natürlich saisonale Höhepunkte.

Neben den Wünschen und Vorstellungen der Gartenbesitzer sind es die natürlichen Vorgaben des Gartengrundstücks, welche die Planung bestimmen. Vor der eigentlichen Planungsphase stehen daher die genaue Analyse der topografischen Situation, der Bodenverhältnisse, der klimatischen Gegebenheiten sowie die Betrachtung der umgebenden Natur- und Kulturlandschaft.

Ein von der Natur inspirierter Garten greift idealerweise Elemente der umgebenden Landschaft auf. So kann man den Garten etwa in verschiedene Bereiche gliedern: Gemüse- und Kräutergarten, Kiesgarten, Rosengarten, Staudengarten, Steingarten oder einen Wiesengarten. Die Gartenteile kann man beispielsweise durch einen Bachlauf trennen und zugleich gestalterisch verbinden. Im Bereich des Kiesgartens etwa wird der Wassergraben streng formal gestaltet und im Wiesengarten erweitert sich der Bachlauf zu einem großen naturnah gestalteten Teich. Ein gemütliches Holzdeck etwa verbindet die Holz-terrassen miteinander, die den verschiedenen Gartenteilen zugeordnet sind.

Einen Naturgarten anzulegen und zu pflegen erfordert eine gehörige Portion an Einsatz, ist also nur für Menschen geeignet, die gerne draußen arbeiten.

So wird's gemacht

Schritt für Schritt: Quadratische Beton-Trittsteine führen vom Holzsteg am Wohnhaus über den flachen Wassergraben in den Kiesgarten. Die Form und das Material der Platten setzen einen formalen Kontrapunkt zur naturnahen Gestaltung des Gartens. Das hautnahe Erleben schärft die Wahrnehmung für die lebendigen Prozesse der Natur.

Uferrandbepflanzung: Die Sibirische Schwertlilie oder WiesenIris (Iris sibirica) zeichnet sich durch ihre prächtig leuchtenden, violettblauen Blüten aus, die im Mai und Juni an aufrecht wachsenden Stielen über den schmalen, grasartigen Blättern erscheinen. Die Rhizompflanze bevorzugt vollsonnige Standorte auf frischen bis feuchten Böden am Rande von Bächen oder Teichen.

Naturschutz: Die Wildform der Sibirische Schwertlilie gehört zu den schönsten einheimischen Wildblumen. Am Naturstandort ist sie im Gegensatz zur verwandten gelben Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) sehr selten. In Deutschland ist sie stark gefährdet und steht wie auch die Sumpf-Schwertlilie unter Naturschutz.

Vorbild Natur: Für die Ausgestaltung des Kiesgartens wurde Isarkies als Pflanzsubstrat eingebracht. Neben gerüstbildenden Pflanzen wie Wacholder (Juniperus), Weiden (u.a. Salix rosmarinifolia) und Gräsern finden sich hier wärmeliebende Stauden wie Silberwurz (Dryas octopetala) und Steinbrech (Saxifraga), die die extremen Standortbedingungen wie Hitze und Trockenheit gut vertragen.

Garten im Fluss: Naturnahe Paradiese sind Gärten des Tuns. Sie bedürfen einer steten Begleitung, einer lenkenden Hand, die das Gleichgewicht der Pflanzen immer aufs Neue auslotet.

Der Natur auf der Spur

Großzügige Naturteiche bieten viel Raum zur Naturbeobachtung. Gerade Kinder können die Natur hier hautnah erleben, Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten und die Gesetze der Natur spielerisch erlernen. Schwimmteiche sind willkommene Oasen für Mensch und Natur. Er verbindet Badevergnügen und Naturerfahrung. Nutzt man die Selbstreinigungskräfte der Natur kann auf chemische Hilfsmittel verzichtet werden. Eine ideale Ergänzung des Wassergartens für Naturmenschen sind historische Brunnenelemente, naturnah gestaltete Bachläufe oder Quellsteine aus Naturstein.