Was Rasenmähroboter können und was nicht, erklärte Dirk Radzanowski, Diplomingenieur für Wie ein Spielzeug kommen die kleinen fast lautlos durch das Gras rollenden Rasenmähroboter daher. Dabei kosten gute Produkte schon mal bis zu 2600 Euro. Also tatsächlich eine teure Spielerei für Gartenbesitzer oder nützlicher Helfer mit Zeitersparnis? Landschaftspflege und Gartenexperte beim MDR.

So funktioniert er

Rasenmähroboter arbeiten fast ohne fremde Hilfe. Von einer Ladestation aus mähen sie im Dauereinsatz die durch ein Begrenzungskabel definierte Rasenfläche. Dabei erkennen sie durch Sensoren auch Hindernisse wie Bäume oder große Steine. Teiche, Beete oder andere Flächen werden extra durchs Begrenzungskabel geschützt. Während bei der herkömmlichen Rasenpflege immer dann gemäht wird, wenn das Gras zu hoch gewachsen ist, mäht der Roboter tatsächlich nahezu dauerhaft per Zufallsprinzip immer wieder die gesamte Rasenfläche ab. Ein weiterer großer Unterschied zum Mähen per Hand besteht darin, dass die Roboter den Rasen mulchen. Das abgetrennte Gras wird also nicht aufgesammelt, sondern bleibt als Gründünger auf der Rasenfläche. Das sorgt auf Dauer für einen festen grünen Rasen und findet mehr Anhänger.

Welcher ist der Richtige?

Gute Roboter gibt es ab 1500 Euro, man kann aber auch bis zu 2600 Euro für ein Markengerät ausgeben. „Das hängt erstmal davon ab, wie groß Ihr Grundstück ist. Bis zu 4000 Quadratmeter sind für einen Mäher der oberen Klasse kein Problem. Außerdem kommen manche Mäher mit Steigungen an Böschungen besser zurecht als andere. Da müssen Sie wirklich schauen, wie kompliziert Ihr Grundstück ist und welche Anforderungen es an den Mäher stellt“, erklärt Experte Radzanowski. Bekannte Markenhersteller von Maschinen und Gartengeräten wie etwa Bosch, Husqvarna, Honda oder Gardena bieten nach der Meinung vieler Experten und Testberichte die teuersten aber auch die zuverlässigsten und sichersten Geräte an.

Grundsätzlich ist ein Rasenmähroboter nicht für alle Grundstücke geeignet. Schließlich handelt es sich um einen Rasenmähroboter und keinen Wiesenmähroboter. Das heißt, die Geräte sind für geschlossene homogene Oberflächen mit normalem Spiel- und Gebrauchsrasen geeignet. Im Prinzip kann man die Roboter der meisten Hersteller gut alleine installieren und auch die Begrenzungskabel lassen sich im Normalfall ohne große Vorkenntnisse installieren. Sollte man aber ein anspruchsvolleres Grundstücksprofil mit vielen Hindernissen haben, dann kann man sich auch von einer Fachfirma den Mäher installieren und programmieren lassen. Die Mähzeiten sollte man so einstellen, dass der Roboter immer dann arbeitet, wenn man den Rasen nicht nutzen will.

Die Kosten

Im Schnitt kosten Mähroboter einen Euro Strom pro 100 Quadratmeter im Monat. Bei einem 500 Quadratmeter großen Grundstück sind also von April bis Oktober rund 35 Euro Strom fällig. Hinzu kommen alle paar Monate neue Messer für Preise von sieben bis vierzig Euro und alle drei bis vier Jahre neue Akkus, die dann schon mal bis zu 400 Euro kosten können.

Ein gut eingestellter Benzinrasenmäher kostet im Verbrauch weniger, dafür sind die Kosten für Messer und Wartung des Motors mit dem des Roboters nahezu auf gleicher Höhe. Und man spart Zeit. Mindestens 20 Mal mäht man im Jahr den Rasen. Diese Zeit plus Vor- und Nachbereitung spart man mit einem Roboter.

Kleine Äste, Zweige und Steine sind die größten Feinde des Roboters. Sie sind nicht groß genug, um vom Sensor erkannt zu werden und den Mäher zum Ausweichen zu bewegen, und können daher die Messer beschädigen. Deshalb empfehlen die Experten, dreimal im Jahr dem Roboter unter die Arme zu greifen: „Im Herbst macht man den letzten Schnitt mit Laubresten von Hand, das hält das Gras für den Winter sauber und offen zum Lüften. Im Frühjahr gehört das angesammelte Material der Winterstürme vom Rasen entfernt und einmal im Sommer sollten kleinere Holzstücke und Blätter aufgesammelt werden.“

Warum ein Roboter?

In Anschaffung und Unterhalt sind Rasenmähroboter teurer als herkömmliche Mäher. Dafür spart man Zeit, ist schonender zur Umwelt und sorgt für einen gesunden Rasen. Sinnvoll geplant und eingerichtet kann der Roboter ein guter und zuverlässiger Helfer bei der Gartenarbeit sein.

Der Mähroboter bietet generell folgende Vorteile: Er bringt kein Benzin, Öl und Abgase in den Garten. Die Mäher sind bis auf 15 Meter Abstand nicht zu hören. Man kann mähen, wann man möchte, man belästigt weder Mensch noch Tier. Durch das Mulchen werden keine Nährstoffe aus dem Rasen entfernt. Der natürliche Kreislauf bleibt erhalten und man muss nicht künstlich nachdüngen. Durchs regelmäßige Schneiden wird der Rasen kräftig und dicht und Unkräuter haben kaum noch eine Chance, durchzukommen.