Mais kennt jeder, Popcorn natürlich auch. Doch Popcornmais bei uns anbauen, geht das? Ja, es geht! Die Antwort gibt es allerdings erst im Herbst, wenn die ersten Maiskörner in der Pfanne hüpfen.

Mais stammt ursprünglich aus Südamerika, ist also eine wärmebedürftige Pflanze. Die Direktsaat ins Beet erfolgt erst im Mai, wenn keine kalten Nächte mehr zu erwarten sind. Zudem zählt Mais zu den sogenannten Starkzehrern. Das heißt, die Pflanze benötigt viele Nährstoffe, um gut wachsen zu können.

Der Boden im Garten wird deshalb vor der Aussaat mit drei Litern Kompost und 75 Gramm Hornspäne pro Quadratmeter aufgedüngt. Der Pflanzabstand ist bei allen Sorten gleich: 10-15 Zentimeter in der Reihe und etwa 60 Zentimeter von Reihe zu Reihe. Die Saattiefe liegt bei zwei bis drei Zentimetern. Nach dem Keimen, vier Wochen später, ist dann eine zweite Düngergabe fällig, pro Quadratmeter nochmals 75 Gramm Hornspäne.

Viel Aufmerksamkeit muss man den Pflanzen ansonsten nicht schenken, nur bei lang anhaltender Trockenheit ist gelegentliches Wässern nötig. Nicht jede Maissorte eignet sich übrigens zum Herstellen von Popcorn, bei der Sortenwahl sollte man sogenannte Perl- oder Puffmaissorten bevorzugen. Die Körner dieser Mais-Gruppe sind meist klein, glänzend und sehr hart. Sie haben einen hohen Eiweißanteil, sind aber für den direkten Verzehr nicht geeignet, dafür ergeben sie äußerst schmackhaftes Popcorn.

Im Juli beginnt Mais zu blühen. Die weiblichen Blüten, die späteren Kolben, schieben sich aus den Blattachseln. Die männlichen Blüten, die sogenannten Fahnen, liefern die erforderlichen Pollen. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Damit das gut funktioniert, pflanzt man Mais nicht in einer langen Einzelreihe, sondern im Block oder mehrreihig. So gelangen ausreichend Pollen an die weiblichen Blüten. Klappt die Bestäubung gut, sind die Kolben später dicht mit Körnern besetzt.

Die Reife des Popcornmais beginnt bei frühen und meist kleinen Sorten im September und reicht dann bis zum ersten Frost. Erkennen kann man den richtigen Erntezeitpunkt an den vollständig vertrockneten Hüllblättern, die die Kolben umgeben. Zudem hängen die Fruchtstände leicht nach unten. Die Sorte "Tom Pouce" ist eine der kleinsten Maissorten überhaupt. Die Kolben werden gerade einmal daumendick und nur gut zehn Zentimeter lang. Das Schöne an der Sorte ist, dass sie sehr früh reift, bereits Mitte September kann man die Kolben ernten. "White Pop", "Pink Pop", "Orange Pop" und "Erdbeermais" sind vier weitere Sorten, die gut gedeihen.

Alle geernteten Mais-Sorten sollten bei Zimmertemperatur gut zwei Wochen nachreifen. Dann kann man mit dem Abrebeln der Körner beginnen. Die Körner von zwei kleinen Kolben reichen für eine ganze Schüssel Popcorn.

Rezept für Popcorn:

Bevor man die gut ausgereiften Körner in eine Pfanne gibt, kommt etwas Öl hinein und dann eine dünne Schicht Puderzucker. Der Zucker karamellisiert und gibt dem Popcorn einen richtig guten Geschmack. Sobald der Puderzucker schmilzt und sich leicht braun färbt, kommen die Mais-Körner mit in die Pfanne. Durch leichtes Schwenken überzieht man sie gleichmäßig mit Zucker. Poppt das erste Korn, die Hitze schnell zurücknehmen und den Deckel schließen. Beim Rösten bildet sich im Inneren der Maiskörner durch entstehenden Wasserdampf ein hoher Druck, bis die Samenschale explosionsartig reißt. Entweicht der Wasserdampf, erscheint das Korninnere als lockere, weiche Masse. Der gepoppte Mais kann das vielfache Volumen des ursprünglichen Korns erreichen. So ergeben auch die scheinbar winzigen Samen des 'Erdbeermaises' durchaus ansehnliches Popcorn.