Am Anfang sollten unbedingt einige Überlegungen stehen:

  • Was soll der Garten werden? Ein Spielplatz für Kinder, ein Küchengarten oder ein Blumenmeer? Es ist schwer, alle Wünsche unter einen Hut zu bekommen. Sie sollten sich also beschränken, zumindest am Anfang. Es wird einige Zeit dauern, bis Sie Ihren persönlichen Garten Eden geschaffen haben. Überlegen Sie, welche Funktionen Sie in Ihrem Garten haben möchten – Sitzgelegenheiten, Spielbereiche, Blumenbeete – und zwar, bevor Sie sich an die Arbeit machen.
  • Fangen Sie langsam an ... Wenn Sie Neubesitzer eines Hauses oder einer Wohnung mit Garten sind, sollten Sie es in der ersten Saison langsam angehen lassen. Unter der schwarzen Erde könnten sich die Gartenträume des Vorbesitzers verbergen. Viele Pflanzen sind mehrjährig und werden Jahr für Jahr blühen. Andere Bereiche müssen vielleicht umgegraben und wiederbelebt werden.
  • Wie viel können Sie alleine erledigen? Hier geht es darum, Zeit, Wissen und Geld ins Gleichgewicht zu bringen. Für viele Gärtner besteht der Charme darin, alles mit eigener Hand zu erledigen. Andere stellen Experten ein: Gartenarchitekten oder Landschaftsgärtner. Aber Sie werden selten wirklich allein sein. Sie können immer Ihre Nachbarn um Hilfe bitten.
  • In welchen Klimaverhältnissen leben Sie? In einem einzigen Land kann es viele verschiedene Klimazonen geben. Zu Beginn können Sie in Ihrem lokalen Gartencenter oder Ihrer Gärtnerei um Rat zu fragen.
    Dort ist alles Wissenswerte über Vegetation, Klima und Boden bekannt. Nach dem Zufallsprinzip Pflanzen zu kaufen, ohne vorher die Bedingungen zu erfragen, kann zu einem teuren Vergnügen werden.
  • Höhe, Zeit und Farbe: Beim Bepflanzen eines Blumenbeets sollte man drei einfache Dinge beachten: Höhe, Zeit und Farbe. Achten Sie darauf, Sorten auszuwählen, deren Blütezeit sich ergänzt. Somit können Sie die Saison verlängern. Kombinieren Sie Farben, die zueinander passen. Achten Sie darauf, dass große Pflanzen kleinere nicht verdecken.
  • Qualität zahlt sich aus: Natürlich kann man billiges Werkzeug und preiswerte Blumen im Supermarkt kaufen. Aber in schlechten, oligotrophen Böden blühen Pflanzen nicht. Werkzeuge sollten länger als eine Saison halten. Kaufen Sie also lieber qualitativ hochwertige Werkzeuge und Materialien. Man kauft lieber weniger, aber teurere Dinge, die dafür deutlich länger halten werden.
  • Teilen mit Freunden und Nachbarn: Nicht jeder Haushalt in der Nachbarschaft benötigt einen eigenen Rasenmäher oder Vertikutierer. Leihen Sie sich Dinge von Ihren Nachbarn aus oder teilen Sie die Kosten, wenn Sie gemeinsam größere Anschaffungen vornehmen (besser hochwertige Produkte kaufen). Teilen und tauschen Sie Pflanzen und Zwiebeln mit Ihren Freunden und Nachbarn, geben Sie sich gegenseitig Tipps und Strategien und helfen Sie sich, wenn jemand schwere Dinge zu heben hat. Vergessen Sie nicht, alle Freunde und Nachbarn als Dankeschön auf eine Gartenparty einzuladen!

Mascha Schacht: Garten Basics: Gärtnern für Anfänger (GU Garten Extra). 16,99 Euro

Garten AppsProgramme gibt es zu verschiedenen Themenbereichen. Ob Pflanzenbestimmung, Hilfe bei der Gartengestaltung und Pflanzenauswahl oder Informationen über Schädlinge und mögliche Schutzmittel: Die Themenpalette ist so breit wie die Herausforderungen, vor denen der Hobbygärtner ab und an steht. Garten-Apps sind für die Betriebssysteme iOS und Android erhältlich, allerdings unterscheidet sich das Angebot und nicht alle Apps stehen für alle Systeme zur Verfügung.

Hilfe für den Einstieg

Wer ganz neu mit der Gartenarbeit beginnen will und sich grundsätzlich über Arbeitsschritte informieren will, für den bieten Apps wie "Mein Garten", "Mein schöner Garten" oder "Beginners Gardening Guide" (englisch) eine Einstiegshilfe. Sie erklären die wichtigsten Handgriffe und bieten Anregungen für das Anlegen des eigenen Gartens. Außerdem werden für jeden Monat einige Pflanzen vorgestellt. Für verschiedene Spezialthemen wie Gartengestaltung, Pflanzenschnitt und Baumpflanzung halten die Apps Videos bereit. Auch die App "Gardena Gartenkalender" dient dazu, Aufgaben im Garten planen. Per GPS werden der Standort des Gartens festlegt und die Anwendungsgebiete (Rasen, Hecken, Blumen) ausgewählt. Die App zeigt automatisch an, wann was erledigt werden sollte.

Pflanzen für Anfänger

Selbst Fachleute sind oft überfordert, wenn es um besondere Pflanzen für den Garten geht. Zu groß ist die Auswahl und die Zahl der Neuzüchtungen, die jährlich auf den Markt kommen.

Für Anfänger ist es deshalb besonders schwer, wenn es um den Kauf der Pflanzen für den ersten eigenen Garten geht. Wir haben deshalb hier zehn Pflanzen zusammengestellt, mit denen man gut beginnen kann.

1. Hecken können im Garten mehrere Funktion übernehmen. Sie gliedern, grenzen ab oder sind einfach Schmuck. Am Schönsten sind immergrüne Pflanzen, zum Beispiel der Buchsbaum. Sieht man einmal davon ab, dass er recht langsam wächst, erfüllt er ansonsten alle Aufgaben sehr zuverlässig. Das kleinblättrige Gehölz wird bei regelmäßigem Schnitt sehr dicht. Außerdem kann man Buchsbaum auch nach Lust und Laune in Form schneiden – ob ordentlich gerade, in Wellenform oder als Skulptur.

2. Stauden werden am besten in verschiedenen Ebenen angelegt. Hinten stehen die höheren, vorne die niedrigen. So entsteht eine attraktive Blütenkulisse. Eine besonders schöne hohe Staude ist der Rittersporn mit seinen tiefblauen Blüten. Er setzt schöne Akzente im Staudenbeet. Wird er nach der ersten Blüte zurück geschnitten, blüht er ein zweites Mal im Spätsommer. Es gibt viele Arten und Farben unter denen man wählen kann.

3. Mit wenig Geld kann man Pflanzen mit Flor bekommen, die lange und dankbar blühen. Zum Beispiel langblühende Frühjahrsblüher. Etwa Christrosen. Sie sind seit ein paar Jahren reichlich sortiert zu bekommen. Es gibt viele interessante Neuzüchtungen. Sie alle haben den Vorteil, dass ihre Blüte mehrere Wochen anhält und auch schon sehr früh im Jahr beginnt.

4. Wenn das Frühjahr mit seinem reichen Flor vorüber ist, solle es im Garten nicht langweilig und trist werden. Eine besonders dankbare Blume in diesem Zusammenhang ist die ursprünglich südafrikanische Pelagonie, auch Geranie genannt. Sie blüht mit großer Ausdauer – in Blumenkästen, im Kübel oder auch im Beet. Pelagonien sind eigentlich einjährige Pflanzen. Wer sie aber wirkungsvoll vor Frost schützt – etwa, indem man den bepflanzten Kübel mit Kokos oder Styropor gut einpackt -, der kann sich an ihnen auch noch im Folgejahr erfreuen.

5. Selbst wenn Gärtnern nicht gerade zu Ihren Stärken gehört, können Sie sich ganz einfach ein grünes Paradies schaffen. Buchs, Frauenmantel und farbig blühende Bodendecker wie Phlox beispielsweise sind schnell eingepflanzt und benötigen nur wenig Pflege. Und dennoch erstrahlt Ihr Garten oder Balkon in einem üppigen Blütenglanz.

6. Niedere Stauden: Salbei ist dank der langen Blütezeit auch eine sehr attraktive Gartenstaude. Sie ist nicht sonderlich hoch und sollte deshalb einen vorderen Platz im Staudenbeet bekommen. Salbei ist robust und breitet sich schnell aus. Man kann also mit wenigen Pflanzen schon relativ viel erreichen. Natürlich muss man beim Pflanzen ausreichend viel Platz zwischen den einzelnen Stauden lassen.

7. Wer Farbenfreude in seinen Beeten liebt, der ist mit der Tagetes gut bedient. Die körbchenförmigen Blütenstände gibt es in vielen Rot-, Orange- und Gelbtönen. Die Pflanze, die auch den Namen Studentenblume oder Sammetblume trägt, zählt zu den bekanntesten Sommerblumen überhaupt. Sie blüht zuverlässig sehr lange – wenn nicht die Schnecken einen Strich durch die Rechnung machen. Der Geruch von Tagetes ist nicht jedermanns Sache, aber er hält Schädlinge, wie etwa die Weiße Fliege, fern.

8. Toll zum Begrünen von Balkongeländern, Zäunen und Wänden sind Kletterpflanzen. Geißblatt, Efeu, Wicken, Bougainvillea, Glyzinien und Kapuzinerkresse verwandeln Spaliere & Co. im Nu in einen betörend-schönen Blickfang. Wicken verbreiten darüber hinaus auch einen wunderbaren Duft, ebenso Geißblatt und Glyzinien. Kapuzinerkresse ist nicht nur schön fürs Auge, sondern macht sich auch hervorragend in Ihrem Salat. Die orangefarbenen Blüten sind nämlich essbar. All diese Pflanzen sind unkompliziert und brauchen kein Profi-Wissen.

9. Damit man auch im Herbst viel vom eigenen Garten hat, sollte bei der Auswahl bedacht werden, dass jederzeit Frost möglich ist und man sich für Pflanzen entscheidet, die einen gewissen Frostwiderstand mitbringen. Besonders gut eignen sich winterharte Erikas. Sie sind in vielen Farben zu bekommen – vom satten Lila bis zum attraktiven Weiß. Wenige Grade unter Null machen ihnen nichts aus. Manche blühen sogar bis in den Dezember.

10. Im Herbst werden Zwiebelblumen für nächste Frühjahr gesteckt: Natürlich gibt es viele Zwiebelblumen, die im Frühjahr blühen. Tulpen, Narzissen, Hyazinthen. Dazu zählen aber neben dem gelb blühenden Winterling auch das zarte Schneeglöckchen. Es steckt seine Blüten oft sogar durch leichte Schneedecken. Dies verdankt die Zwiebelpflanze ihrer Fähigkeit, sogenannte Biowärme von etwa acht bis zehn Grad zu entwickeln, die dazu führt, dass Boden und Schnee im Bereich von Stängel und Blättern schmelzen. Schneeglöckchen vermehren sich sowohl durch Samen als auch durch Brutzwiebeln. Mit etwas Glück bilden sich im Garten im Laufe der Jahre ganze Pflanzenhorste.