Es ist eine bezaubernde Welt, die Welt der Pflanzendüfte. Doch nur wenige wissen von ihnen. Der weise Gärtner von Bornim, Dr. Karl Foerster, sagte einmal: „Schade um die vielen schönen Dinge, die ungerochen bleiben“. Und tatsächlich, wer weiß schon, dass es neben Flieder, Narzissen und Rosen über 3000 katalogisierte Duftpflanzen gibt. Dabei bleibt kein Wunsch unerfüllt. Ob nun typische Blattdufter oder dann die Blüten, wer aufmerksam und bedächtig gärtnerische Kulturen durchwandert, wird nahezu ganzjährig duftende Pflanzen buchstäblich erriechen können. Ganz zu schweigen von den Zimmer- und sogenannten Kübelpflanzen, die aus der ganzen Welt zusammengetragen, auf dem Fensterbrett, im Wintergarten oder auf dem sommerlichen Balkon und der Terrasse ihre exotischen Düfte verströmen. Wer einmal von dieser geheimnisvollen Welt berührt wurde, kommt selten wieder von ihr los. Man ist immer auf der Suche nach neuen Düften – im Garten der vier Jahreszeiten.

Im Frühling

Maiglöckchen, Schlüssel- und Götterblume, dazu die Gänsekresse, das Felsensteinkraut und die Schleifenblume bringen Düfte in den Frülingsgarten. Selbstverständlich sind die zahlreichen Blumenzwiebeln mit von der Partie: Hyazinthen, Narzissen und Tulpen. Dazu kommen, alles überragend, Flieder und kurz danach der falsche Jasmin. Zwischen Frühling und Sommer erblühen die Robinien und der nicht minder duftende Goldregen. Nicht vergessen werden darf der durchdringende Wohlgeruch des Goldlack, einer liebenswerten Erinnerung an alte Bauerngärten.

Im Sommer

Wenn die Madonnenlilie ihren Duft verströmt, ist der Sommer nicht mehr weit. Dabei ist sie nur eine der majestätischen Lilien, die bis in den August hinein mit ihrer Schönheit imponieren. Dazu gesellen sich die Rosen. Angefangen von uralten Bauernrosen mit schwerem Duft, dann die in Knospe und Blüte einmaligen Edelrosen, die viele Meter hoch wachsenden Kletterrosen, wie die samtig dunkelrot blühende ‚Sympathie’, und die einfach blühenden, aber nicht minder interessanten Sorten von Rosa centifolia, Rosa moyesii, Rosa rugosa und der Moosrose, Rosa muscosa.

In den Staudenbeeten duften Diptam, Hohe Bartiris, Indianernessel, Katzenminze, Lavendel, Nelken, Pfingstrosen, Phlox und Schafgarben. Dazu kommt das Dufterlebnis mit Ein- und Zweijährigen, so Levkojen, Lupinen und Nachtviolen. Wicken und Kapuzinerkresse runden als unermüdliche Ranker die farbenfrohe Schar der Sommerblumen ab. Doch was wären Pergolen und kahle Hauswände ohne die duftenden Kletterer: Geißblatt, Blauregen und viele Clematis-Sorten.

Im Herbst

Mit den kürzer werden Tagen werden die Duftpflanzen im Garten weniger. Einige sind jedoch typische Herbstdufter. Erinnert sei an den Herbst-Flieder, die Wintergrüne Ölweide und an die immer wieder faszinierenden Chrysanthemen mit herbwürzigem Aroma. Verschiedene Herbstkrokusse und die Herbstzeitlose streuen süßen Wohlgeruch in jeden Garten, so auch in Kübel und Balkonkästen, bis dann der Schnee und die Kälte diese Pflanzen zur Ruhe zwingt.

Im Winter

Bereits zur Jahreswende schmückt sich die Zaubernuss mit ihren spinnenartigen Blüten. Und wenn die Christrosenblüte langsam zu Ende geht, zeigt sich der Seidelbast über Schneeglöckchen und Krokusse.

Bald tummeln sich Blausternchen, Traubennarzissen und Veilchen unter Gehölzen, von denen der Scheinhasel, die Winterschneebälle und kätzchenduftende Weiden unsere Nase zu verwöhnen versucht.

Große Auswahl

Wer einen Duftgarten der vier Jahreszeit anlegen möchte, sollte sich bereits in diesen Wochen nach entsprechenden Pflanzen umsehen. Jetzt ist die Auswahl am größten und viele der gewünschten Arten zeigen sich schon bald von ihrer schönsten Seite, ihren Düften.