Moose gelten oft als Unkraut, dabei können Sie einen hübschen Moosgarten abgeben. Diesen können Sie einfach selber anlegen und mit der gleichmäßigen Begrünung für einen besonderen Reiz im Garten oder auf dem Balkon sorgen.

Im letzten Jahr haben wir bei uns einfach aus der Not eine Tugend gemacht: Wir haben an bestimmten kritischen Stellen einfach einen Moosgarten anlegt. Das ist zwar auch nicht ganz einfach, wenn es gelingt, hat man jedoch eine schöne grüne Fläche, die zumindest nicht gemäht werden muss. Dafür muss das Moos laufend von Gräsern (haha, plötzlich wollen sie genau an dieser Stelle wachsen) befreit werden. Das geht nur von Hand, ansonsten wird das zarte Moos beschädigt.

Moose sind wie auch Farne und Flechten blütenlose Sporenpflanzen, die sich durch einen einfachen Generationswechsel auf einer großen Fläche fortpflanzen können. Der Lebenszyklus und die Vermehrung bestehen dabei immer aus zwei aufeinanderfolgenden Generationen, die sich auch äußerlich unterscheiden. Die Pflanzen besitzen keine Wurzeln, sondern Zellfäden und werden deshalb nur wenige Zentimeter hoch. Diese Fäden dienen dabei nicht der Wasserzufuhr, sondern besitzen eine reine Haltungsfunktion. Das Wasser erhalten die Moose dagegen durch die Feuchtigkeit ihrer Umgebung, da die Pflanze nur aus der Luft oder durch Niederschläge Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Viel Platz und Feuchtigkeit

Das Gewächs benötigt also viel Platz und Feuchtigkeit, die es insbesondere durch schattige Standorte erhält. Nur dann breitet sich der Moosgarten ohne Probleme aus. Wer einmal einen Bodendecker der etwas anderen Art in seinem Garten anpflanzen möchte, findet in Moos eine besondere Möglichkeit dazu. Gerade in Japanischen Gärten sind Moose beliebte Pflanzenelemente. Tipps zum Anlegen: Ohne größeren Freiraum im Garten kann man einen Moosgarten auch auf dem Balkon anlegen. Dabei nimmt man das erste Moos ganz einfach bei einem Spaziergang im Wald mit. Aber Achtung: Laut Information des BUND dürfen keine geschützten Moose entfernt und auch keine Moose aus Naturschutzgebieten eingesammelt werden. Alternativ kann man verschiedene Moosarten auch im Gartenfachhandel in Töpfen kaufen.Manchmal erübrigt sich alles Aneignen von Wissen aber auch, da es im Garten schon eine Stelle gibt, die dauernd „vermoost“. Die Vermoosung wird dadurch gefördert, dass man die natürliche Bewachsung einfach unterstützt.Beschattung: Solche Gegebenheiten findet man hauptsächlich und den Kronen alter Bäume, in lichtscheuen Ecken des Gartens. Blütenpflanzen, die auch noch dort gedeihen unterliegen im Laufe der Zeit ihrer Mooskonkurrenz.Nährstoffarmut: Da die Moose ihre Nährstoffe aus der Feuchtigkeit der Luft aufnehmen, kümmert es die Pflanze herzlich wenig, wenn es im Boden nichts zu holen gibt. Beim eigentlichen Anlegen sollte man auf eine geeignete Gartenerde und natürlichen Torf achten. Ansonsten kommt die Pflanze gut allein zurecht. Der Wuchs hängt dennoch von verschiedenen Faktoren ab.

Zum einen spielt die Bodenbeschaffenheit eine wichtige Rolle. Viele Moose mögen es sauer, einige wachsen aber auch besonders gut bei hohem Kalkanteil. Auch wie viel Sonnenlicht die Moosart benötigt, kann sehr unterschiedlich sein wie auch der Hang zur Austrocknung. Wer gerne experimentiert, hat am Moosgarten daher besondere Freude.

Laub und Pflege

Moosgärten sind recht pflegeleicht. Eigentlich gibt es nur zwei Dinge, die sich als problematisch erweisen können, nämlich Vögel und Laub. Bei den Vögel gilt, je größer die Moosfläche, desto weniger Probleme. Bei einer sehr kleinen Fläche wie bei etwa drei Quadratmeter kann es manchmal zum Totalschaden kommen. Wahre Moosliebhaber unter den gefiederten Freunden sind dabei die Buchfinken, sie bauen ihr Nest fast völlig mit Moos, oder der Zaunkönig. Große Schäden können auch Amseln auf der Suche nach Würmern anrichten, sie graben das Moosfeld geradezu um. Es hängt dabei grundsätzlich davon ab, welche Moosarten man pflanzt. So bieten niedrigliegende Arten weniger Angriffsfläche als hochwüchsige.Einen ungebetenen Gast, die Schnecke nämlich, braucht man dagegen nicht zu fürchten. Die Tiere mögen kein Moos, so könnte man sich tatsächlich die Mühe machen, einen Schneckenschutz aus Moos anzulegen.Auch Laubbefall ist dazu geeignet, zum Problemfall für Moosflächen zu werden, und ihm sogar langfristig den Garaus zu machen. Es gibt allerdings auch die sogenannten Etagenmoose, sie wachsen einfach über die Laubschicht hinaus. Im Grunde muss man nicht jedes Blatt entfernen, nur hin und wieder abharken, allerdings mit leichten Harken, sonst reisst man zuviel vom Moos weg. In Japan etwa werden dafür leichte Reisigbesen benutzt, die man auch selbst fertigen kann. Ü ber den Winter sollte auf keinen Fall Laub liegen bleiben.Lästige Tiere sind wie bei allen anderen Bepflanzungen Wühlmäuse und Maulwürfe. Ansonsten gestaltet sich die Pflege recht einfach. Richtig wässern gehört dazu, aber nicht gießen wie bei Blütenpflanzen sondern das Moos selbst befeuchten, am besten mit einem Besprüher.Düngen im Wortsinn ist bei Moos eigentlich nicht nötig, will man unbedingt Düngemittel verwenden, macht man in der Regel mehr falsch als richtig.

Einfach umdenken

Unkraut im Moosgarten bekämpfen, heißt grundlegend umdenken. Denn das Unkraut sind hier die Blütenpflanzen. Eine Möglichkeit, das Durchwachsen des Mooses zu verhindern, ist die Verwendung von Moosmatten beim Ziehen der Pflanzen.Winterschutz braucht man eigentlich auch nicht, erst bei etwa 30 Grad minus gibt es Frostschäden.

Weitere Tipps unter:

www.garten-ratgeber.net