Rose für Rose nähert sich der Bachelor dieser Tage wieder seiner Traumfrau, bevor es im großen Herzensfinale um alles geht: Willst du meine letzte Rose?, wird ein Mann wieder eine Frau fragen und ihr damit zeigen, dass er womöglich den Rest seines Lebens mit ihr verbringen möchte. Oder zumindest die nächsten Stunden bis Sendeschluss, bis die Teilnehmer weiter an ihren Social-Media-Karrieren arbeiten können.

So umstritten das Format auch ist – ein Händchen für traumhafte Orte haben die Macher definitiv. Nachdem die sogenannten Dreamdates unter anderem auf den Bahamas und in Jamaica stattfanden, wurde die Sendung 2018 erstmals im Hotel The Anam im vietnamesischen Cam Ranh gedreht. Der Ort liegt zwischen den bekannten Destinationen im Norden oder Süden des Landes und mausert sich zu einem beliebten Reiseziel. Dabei überzeugen weniger Fernsehauftritte, sondern eher Strände und Kultur.

Eine der schönsten Seebuchten der Welt

Wo heute Touristen an rund 300 Tagen pro Jahr die Sonne genießen können, war bis vor 30 Jahren noch ein Militärstützpunkt – erst genutzt von der französischen Kolonialmacht, dann von Russen, Japanern, Amerikanern. Dabei gilt die Halbinsel um Cam Ranh als eine der schönsten Seebuchten der Welt. Weißer Strand und kristallklares Wasser, so weit das Auge reicht. Erst in den vergangenen Jahren sind hier Hotels entstanden, die sich mit direktem Strandzugang aneinander reihen. Das The Anam ist eines davon. Das Fünf-Sterne-Resort im Kolonial-Stil bietet nicht nur für die Bachelor-Sendung einen Ort, der „picture perfect“ ist – also ideal für schöne Bilder. Es bietet unter 3000 Palmen einen angenehmen Rückzugsort und guten Startpunkt, um die vietnamesische Küche und das Umland kennenzulernen.

Das Fünf-Sterne-Resort The Anam wirbt damit, „picture-perfect“ zu sein. Der Blick von der Lobby gen Meer ist das unbestreitbar.
Das Fünf-Sterne-Resort The Anam wirbt damit, „picture-perfect“ zu sein. Der Blick von der Lobby gen Meer ist das unbestreitbar. | Bild: Arndt, Isabelle

Vietnamesisches Essen ist in aller Munde. Und anders als die Küche der Nachbarn

Denn Vietnam verbinden viele mit Gerichten, die wir hierzulande bestens aus asiatischen Restaurants kennen – oft handelt es sich dabei um vietnamesisches Essen. Klassisch sind zum Beispiel Summer rolls, das sind in Reispapier gewickeltes Gemüse mit Reis, Fleisch und Shrimps. Klingt ähnlich wie Frühlingsrollen, wird aber nicht frittiert, sondern roh in Erdnussauce gedippt. Ein Nationalgericht ist die Suppe Pho: Eine würzige Brühe meist mit Gemüse, Rindfleisch und Nudeln.

Vietnamesisches Essen ist auch in Deutschland in aller Munde (von links): Das Nationalgericht Pho Bo, Summer rolls und Bun cha, das als Leibgericht des Ex-US-Präsidenten Barack Obama bei einer Vietnam-Reise gilt.
Vietnamesisches Essen ist auch in Deutschland in aller Munde (von links): Das Nationalgericht Pho Bo, Summer rolls und Bun cha, das als Leibgericht des Ex-US-Präsidenten Barack Obama bei einer Vietnam-Reise gilt. | Bild: Arndt, Isabelle

Viele Gewürze oder gar Currypasten, wie sie in Nachbarländern häufig benutzt werden, braucht die vietnamesische Küche nicht. Auch übermäßig scharf ist das Essen nicht. Die vielen frischen Zutaten sind meist nur mit Kräutern, ein wenig Chili und salziger Fischsauce abgeschmeckt. In Südostvietnam landet besonders oft Fisch auf dem Teller – naheliegend, wenn die Fischkutter in Sichtweite sind und ihre Ware täglich frisch aus dem Meer mitbringen. Französische Kolonialmächte brachten Baguettes, Croissants und auch Kaffee nach Vietnam – heute ist das Land einer der größten Kaffeeproduzenten der Welt.

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Moped fährt man besser nur mit, nicht selbst

Ganz klein fühlt man sich hingehen auf dem Rücksitz eines Mopeds. Denn da sind dutzende, ja hunderte andere Mopeds, die durch die Straßen der nahen 500 000-Einwohner-Stadt Nha Trang rauschen. Kaum ist die Ampel grün, setzt sich die Moped-Kolonne in Bewegung. Das Auswärtige Amt rät davon ab, in Vietnam selbst so ein Gefährt zu steuern – die Unfallgefahr sei sehr hoch. Gut, dass das andere übernehmen: Verschiedene Touranbieter haben sich darauf spezialisiert, Touristen per Moped an die sehenswerten Orte zu bringen. Ob sie dabei ein Stoßgebet gen Himmel schicken? Wohl eher nicht, denn die meisten Vietnamesen sind Atheisten und der Glaube spielt im Alltag keine große Rolle.

Vor einem Tempelbesuch müssen die Schuhe ausgezogen werden.
Vor einem Tempelbesuch müssen die Schuhe ausgezogen werden. | Bild: Arndt, Isabelle

Bitte keine Plastiktüten in historischen Tempeln

Dennoch zählen Tempel wie Po Nagar in Nha Trang zu den größten Sehenswürdigkeiten, die daher als erstes angesteuert werden. Die Anlage wurde im achten Jahrhundert gebaut, die löchrigen roten Ziegel erzählen die Geschichten vieler Jahrhunderte. Im Tempel gilt: Schuhe ausziehen nicht vergessen!

Auf die Umwelt achten: Ein Schild am historischen Tempel Po Nagar in Nha Trang bittet um den Verzicht auf Plastiktüten. Die Anlage aus dem achten Jahrhundert ist sehr gepflegt.
Auf die Umwelt achten: Ein Schild am historischen Tempel Po Nagar in Nha Trang bittet um den Verzicht auf Plastiktüten. Die Anlage aus dem achten Jahrhundert ist sehr gepflegt. | Bild: Arndt, Isabelle

Neben traditionellem Tanz und Handwerk fallen dort auch moderne Schilder ins Auge: Sie fordern den Verzicht auf Plastiktüten, die wenige Kilometer entfernt viel zu häufig im Meer schwimmen oder sich am Strand sammeln, wenn sie kein Hotelmitarbeiter in den Müll befördert.

Wer sich weniger für historische Kultstätten interessiert, dem bieten sich in Südost-Vietnam auch Häfen, Strände, Wasserfälle oder Felsformationen.

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Schon ein Spaziergang ist ein Abenteuer. Getrocknete Garnelen gefällig?

Dabei kann allein ein Spaziergang durch die Straßen ein Erlebnis sein. Links und rechts sind kleine Läden und Restaurants aufgefädelt, umrahmt von den Stromkabeln, die sich von einem Mast zum nächsten schlängeln. Der Dam-Markt bündelt typische Mode-Schnäppchen aus Asien, darunter auch gefälschte Marken-Taschen, und Lebensmittel wie getrocknete Garnelen.

Auf dem Dam-Markt gibt es wenig frisches Obst und viele getrocknete Garnelen.
Auf dem Dam-Markt gibt es wenig frisches Obst und viele getrocknete Garnelen. | Bild: Arndt, Isabelle

Nha Trang entwickelt aber auch ein modernes Gesicht, seit einigen Jahren entstehen in der Stadt vermehrt hippe Bars und Cafés. In Läden wie dem Cong Cafe kostet der Kaffee zwar mehr als anderswo, ist aber mit ein bis drei Euro immer noch erschwinglich. Und auch Vietnamesen lieben die Mischung von Kaffee und Kokosmilch.

Das Land des Lächelns oder doch des aufgehenden Drachens? Vietnam zeigt sich mit leckerer Landesküche, die weltweit in aller Munde ist, und ungeahnt schönen Traumstränden.
Das Land des Lächelns oder doch des aufgehenden Drachens? Vietnam zeigt sich mit leckerer Landesküche, die weltweit in aller Munde ist, und ungeahnt schönen Traumstränden. | Bild: Arndt, Isabelle

Einen Tempel fand die Bachelor-Kandidatin Carina damals übrigens kein bisschen interessant und erhielt nach ihren deutlich ablehnenden Worten prompt keine Rose mehr.

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So gelingen Sommerrollen

Zutaten: zehn Reispapier, 100g Reisnudeln, 100g gegarte Shrimps, 100g gedämpftes Schweinefleisch, eine Gurke, 30g Karotten, 100g Salat und frische Kräuter wie Minze und Koriander. Für den Erdnussdipp außerdem 4 EL Erdnussbutter, 50ml Brühe, 1 EL Zucker, 1 EL Chilisauce, 1 TL klein gehackter Knoblauch, 0,5 TL Salz, ein kleines Stück rote Chilischote und 2 EL Öl.

Das Reispapier auf einer sauberen Arbeitsplatte vor sich legen und mit etwas Wasser benetzen. Erst einen halbierten Shrimp, dann Salat, Kräuter, eine Scheibe des gedämpften Schweinefleischs, dünne Gurkenscheiben und eine handvoll der Reisnudeln auf einer Seite verteilen. Die Seiten des Reispapiers einklappen, dann die Füllung in die restliche Hälfte des Reispapiers einrollen. Für die Erdnusssauce eine Pfanne erhitzen. Chili klein schneiden und mit dem Knoblauch in dem Öl anbraten. Nach wenigen Sekunden die Erdnussbutter und Chilisauce dazu geben, kontinuierlich umrühren. Nach zwei bis drei Minuten mit der Brühe auffüllen, so dass es eine sämige Sauce gibt. Mit Zucker und Salz würzen. Die Sommerrollen in die Erdnusssauce dippen und genießen.