Am baden-württembergischen Bodenseeufer werben Tourismusorganisationen für Wanderspaß auf den neuen Premiumwanderwegen. Doch auch in der Schweiz tut sich was. Thurgau Tourismus eröffnet am Samstag den ersten Fabelwanderweg am See. Besucher können sich auf einer elf Kilometer langen Strecke zwischen Steckborn und Ermatingen an 18 Tafeln über Tiere in der Fabelwelt informieren und auch kleine Aufgaben lösen.

„Wir haben ein Thema gesucht, das es noch nirgends gibt“, begründete Stefan Birchler, Geschäftsführer und Technischer Leiter des Vereins Thurgauer Wanderwege, die Entscheidung für das Thema Fabeln. Bei einer Marktforschung im Rahmen einer Projektarbeit von Studentinnen der Universität St. Gallen sei die Idee entstanden, ergänzte er. Wichtig sei gewesen, dass ein bestehender Wanderweg des gut ausgebauten Thurgauer Netzes genutzt wird, betonte Bircher. Der Pfad sei ganzjährig begehbar, erklärte er. Tourismusorganisationen und Sponsoren haben für die Präparierung der Strecke 20.000 Schweizer Franken bereit gestellt.

Mit Bus, Bahn oder Schiff zum Startpunkt

„Für uns ist der Erlebnisfaktor wichtig“, erklärte Stefan Bircher. Das Forstamt habe eigens eine kleine Holzbrücke über einen Graben gebaut, damit eine der Tafeln überhaupt erreichbar und lesbar ist. Ein großer Wunsch von ihm ist, dass bald holzgeschnitzte Fabelwesen am Wegesrand stehen könnten.

Die Wanderung kann sehr gut in einen Tagesausflug mit Bahn und Schiff eingebunden werden. Start- und Endpunkt liegen jeweils an den Bahnhöfen der Orte. Nicht weit davon entfernt gibt es auch Schiffsanlegestellen, von wo aus Fahrten in und aus Richtung Konstanz und Schaffhausen möglich sind. Die Tageskarte Euregio Bodensee bietet sich für die Nutzung unterschiedlichster Verkehrsmittel an. Im Tarifverbund Ostwind, der mehrere Kantone umfasst, sind Bahn und Bus nutzbar.

Eigentlich für Kinder - auch Erwachsene kommen auf ihre Kosten

Auf dem Fabelwanderweg können Spaziergänger an den 18 Stationen den Tieren aus der Fabelwelt auf besondere Weise begegnen. Obwohl sich die Texte vor allem an Kinder richten, dürften auch Erwachsene viel Spaß an den erzählten Geschichten haben. Schnell werden beim Lesen der Fabeln Erinnerungen an die eigene Kindheit wach. Zu den wohl bekanntesten zählt die vom eitlen Raben und dem listigen Fuchs. Da es alle erwähnten Fabeltiere auch wirklich im Tierreich gibt, lernen die Wanderer zudem vieles über deren Umfeld in der Natur.

Die Stationen sind gekennzeichnet durch Tafeln, die nicht nur Informationen bieten, sondern auch zum Mitdenken und Mitmachen anregen. Insgesamt fünf Fabeln werden auf je drei Tafeln dargestellt. Die erste Tafel beschreibt eines der vorkommenden Tiere und führt in das Thema ein. Die zweite Tafel erzählt die Fabel und regt mit weiteren Fragen zum Nachdenken an. Die dritte Tafel schließt das Thema mit Gedanken- und Bewegungsspielen ab.

Die Tafeln eins und zwei stimmen auf den Fabelweg ein und erklären die vorkommenden Symbole und Themenblöcke. Die Schlusstafel fasst geschickt das bisher Erlebte zusammen. Thematisch sind die Stationen so ausgerichtet, dass sie von Steckborn in Richtung Ermatingen erwandert werden sollten. Dank der schweiztypischen Beschilderungen kann er auch in Gegenrichtung begangen werden. Aussichten auf und über den Untersee sind jeweils zu Beginn und am Ende der Strecke möglich.

Abkürzen ist möglich

Zur Strecke: Wer den elf Kilometer langen Fabelweg erwandern will, sollte drei Stunden Zeit einkalkulieren. Der Fabelweg wird vorzugsweise Familien empfohlen, ist aber nicht auf seiner gesamten Strecke kinderwagentauglich. Unterwegs laden zwei Grillplätze und mehrere Sitzbänke zum Verweilen ein. Am Schützenhaus Obersalenstein besteht eine einfache Verpflegungsmöglichkeit, ebenso kann dort die Wanderung in Richtung Mannenbach abgekürzt werden.

Die Eröffnung: Am kommenden Samstag, 23. August, wird der Fabelweg von Steckborn nach Ermatingen offiziell eröffnet. Treffpunkt für Interessierte ist die Informationstafel am Bahnhof Steckborn (10 Uhr). Anschließend gibt es um 10.40 Uhr und um 11 Uhr geführte Gäste-Wanderungen. (nea)

Informationen im Internet: www.thurgauer-wanderwege.ch