Der Weg führte entlang der Seen und vorbei an vielen Naturschönheiten. Teuscher informierte an mehreren Stationen über die Veränderungen, die sich in den vergangenen 300 Jahren am Flusslauf der Ablach ergeben hatten.

Der Bau der Eisenbahnstrecke von Schwackenreute nach Pfullendorf und der Kiesabbau hätten so wesentlich dazu beigetragen, dass es zu Änderungen am Flusslauf kam. Doch bereits 1699 seien im Einzugsgebiet der Quellen – in einem Waldstück in der Nähe des Bahnhofes Schwackenreute – rund 22 Quadratkilometer abgegraben worden, die dem Zufluss zur Stockacher-Aach zugeteilt worden seien.

Umstritten sei durch Jahrhunderte hindurch die Namensgebung „Aach“ oder „Ablach“ gewesen, fuhr Teuscher fort. So sei bis 1857 die Aach in Zizenhausen als Ablach bekannt gewesen. Der Oberlauf der Ablach finde in der Geologie als die „Europäische Wasserscheide“ seine Anerkennung, obgleich die klare Trennung schwer zu treffen sei. Die Ablach, mit ihren etwa 38 Kilometern, fließe in die Donau bei Mengen. Die Aach finde ihren Zulauf in den Bodensee bei Bodman, führte Teuscher weiter aus.

Eine Station der Wanderung war auch die Wasserscheide-Plastik von Peter Klink, die 2007 eingeweiht wurde. Hier erinnerte Teuscher an die ehemaligen Bedenken, die durch das Abgraben des Zulaufes zur Ablach besonders von Handwerkern aus Meßkirch geäußert worden seien.

Wanderführer Gerhard Teuscher vom Schwäbischen Albverein Meßkirch informiert sachkundig über die Geschichte der Ablach.
Wanderführer Gerhard Teuscher vom Schwäbischen Albverein Meßkirch informiert sachkundig über die Geschichte der Ablach.
Durch die verminderte Wassermenge, so die damalige Befürchtung, werde es zu Nachteilen für die Müller, Gerber, Sägewerker und für die anderen wasserabhängigen Gewerke in Meßkirch kommen. Doch die Vertreter der fürstenbergischen Hammerwerke in Zizenhausen hätten auf mehr Wasserkraft für die Aach bestanden, sodass 1699 der Oberlauf der Ablach bei der Eckmühle abgegraben und durch einen Kanal der Aach zugeführt worden sei, resümierte Teuscher.

Die knapp zweieinhalbstündige Wanderung führte die Wandergruppe dann im Gänsemarsch über einen Pfad entlang der Seengruppe zurück in Richtung Startpunkt. Dabei gab es immer wieder blühende Seerosen und andere Pflanzen sowie Schwäne mit ihrem Nachwuchs zu beobachten.

Das Urteil vieler Teilnehmer fiel übereinstimmend aus: Es sei eine gelungene Exkursion in die Heimatregion gewesen, die sich viele als nicht so interessant hatten vorstellen können. Zudem zeigten sich einige überrascht, welche Naturschönheiten es zu entdecken gibt: Unterschiedliche Blumen, Sträucher und Bäume wechselten sich in unterschiedlicher und vielfältiger Form und Größe entlang des schmalem Pfades rund um den See ab, der nur dank des Ausbleibens von Regen hatte begangen werden können. Bevor es hieß Abschied zu nehmen, bauten die Albvereinsmitglieder eine Rast mit Sitzgelegenheiten auf, an der sich die Wanderer mit einem Getränk erfrischen konnten und an der sie Wanderführer Teuscher mit einem Applaus dankten.


Jetzt kommt Rad-Tour

Die Sommer-Touren mit dem SÜDKURIER und dem Schwäbischen Albverein gehen weiter: Am kommenden Mittwoch, 17. August, allerdings nicht auf Schusters Rappen, sondern mit den Rad. Jochen Metz vom Albverein führt die Rad-Rundtour dann von Meßkirch über Engelswies, Langenhart und Rohrdorf. Treffpunkt für die Teilnehmer mit dem eigenen Rad ist wieder um 14 Uhr auf dem Stadthallenparkplatz in Meßkirch.


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