Der wohl bekannteste Ort auf unserer Radtour rund um die Höri ist Gaienhofen an der Spitze der Halbinsel gelegen. Von Künstlern wegen der faszinierend vielseitigen Landschaft entdeckt, gilt die Gemeinde bis heute als Künstlerwinkel am Bodensee. Neben den berühmten Malern wie Otto Dix, Helmut Macke, Erich Heckel und Max Ackermann, Curth Georg Becker, Rudolf Stuckert, Walter Herzger und Rose-Marie Schnorrenberg suchten auf der Höri auch zahlreiche Literaten, allen voran Hermann Hesse, nach Inspiration.

Hesses Leben und Werk

Das Hermann-Hesse-Höri-Museum im ehemaligen Schul- und Rathaus wurde 1988 renoviert und zum Museum umgebaut. Teile des Hauses stammen aus dem 18. Jahrhundert. Neben einer umfangreichen und interessanten Ausstellung zu Leben und Werk des Schriftstellers Hermann Hesse in Gaienhofen (1904-1912) bis zu seinem Wegzug nach Bern, befindet sich im Museum eine Abteilung „Literaturlandschaft Höri“ mit weiteren Schriftstellern und Verlegern, die auf der Höri gelebt und gearbeitet haben. Daneben präsentiert die Gemäldegalerie des Museums Werke der zahlreichen bildenden Künstler, die sich ebenfalls seit Beginn des 20. Jahrhunderts hier niederließen.Direkt neben dem Museum steht das alte Bauernhaus, das Hesse mit seiner Familie von 1904 bis1907 bewohnt hat. 1993 wurde es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im ehemaligen Arbeitszimmer steht der Schreibtisch Hermann Hesses, der den Schriftsteller auf allen weiteren Lebensstationen begleitet hat. Diese Gedenkstätte bezeichnete Hesse als „erste legitime Werkstatt seines Berufes“, er verbrachte dort drei Jahre seines Lebens als freier Schriftsteller. Das Museumscafé lädt die Radler zum Verweilen ein.

Beeindruckende Fossilienfunde

Weiter geht es mit dem Fahrrad am Untersee entlang nach Wangen. In einem über 500 Jahre alten Fachwerkhaus können hier zahlreiche interessante Funde aus den Siedlungen der Jungsteinzeit besichtigt werden. Unter anderem auch Originalfunde des Wangener Bürgers Kaspar Löhle, der 1856 als Erster die Pfahlbausiedlungen in Deutschland entdeckte. Um 1500 begann das Kloster Öhningen in Steinbrüchen die feingeschichteten Mergel und Kalke abzubauen. Dabei stieß man auf fossile Einschlüsse von über 900 Tierarten und 450 Pflanzenarten. Zu den berühmtesten Fundstücken neben Schildkröten, Fischen und Pflanzen zählt ein Riesensalamander, der von Johann Jakob Scheuchzer, ein berühmter Zürcher Stadtarzt, irrtümlich als ein in der Sintflut ertrunkener armer Sünder beschrieben wurde. 500 Jahre Fossilienfunde aus Wangen und Öhningen ist 2015 das Hauptthema im Museum Fischerhaus.

Bemalte Bürgerhäuser

Zum Abschluss der Höri-Rundtour sollte man sich ein wenig mehr Zeit für das malerische Stein am Rhein nehmen, das eine reiche Facette von Kunst, Kultur und Natur bietet. Eingebettet in eine paradiesische Landschaft liegt das Kleinod mit den schmucken Fassaden, den vielen Erkern, den stillen Winkeln, den stattlichen Fachwerkhäusern und der einladenden Uferpromenade. Dem Betrachter fallen sofort die zahlreichen Bürgerhäuser mit ihren Fassadenmalereien aus verschiedenen Epochen ins Auge. Das Museum Lindwurm, das bürgerliche Wohnkultur und Landwirtschaft im 19. Jahrhundert aufleben lässt, sowie die reizvolle gelegene Klosteranlage St. Georgen gilt es auch im Innern zu erkunden. Auf einer Bank an der Uferpromenade des Rheins kann man die Radtour getrost ausklingen lassen.

 

Großes Fest zu Ehren der Höri-Bülle

Nicht nur die zahlreichen Künstler aus der Vergangenheit haben die Höri berühmt gemacht, auch eine kleine rote Speisezwiebel sorgt für Furore. Das Anbaugebiet auf der Halbinsel wurde im vergangenen Jahr von der EU geografisch geschützt und mit einem Gütesiegel dokumentiert. Seit 1976 findet alljährlich wechselnd zwischen den Ortsteilen von Moos das überregional bekannte „Büllefest“ statt. Heimische Erzeugnisse rund um die „Bülle“ werden am jeweils ersten Sonntag im Oktober auf einem Markt zum Verkauf angeboten. In gemütlicher Atmosphäre zwischen alten Bauernhäusern richten die Vereine Besenwirtschaften ein und bieten herbstliche Genüsse rund um die Zwiebel an: Bülledünne, Büllesuppe, Büllebrot sowie Schlachtplatten und Kesselfleisch. Dazu gibt es neuen Wein. Für Unterhaltung sorgen mehrere Musikkapellen.

 

 

Das Büllefest 2015 findet am Sonntag,

4. Oktober, im Ortsteil Weiler statt.

 

Die Serie

19. Mai: Hegau-Rundtour
21. Mai: Zwei Seen-Tour
26. Mai: Lingau-Tour
28. Mai: Höri-Rundtour
2. Juni: Quellen-Tour
3. Juni: Hopfen und See
9. Juni: Den Rhein hoch
11. Juni: Martinskapelle
 

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