Eintauchen in die Geschichte des Bodensees von den steinzeitlichen Pfahlbauten in Unteruhldingen, über die mittelalterliche Meersburg, bis hin zu den barocken Juwelen in Birnau, Salem und Baitenhausen heißt es bei unserer dritten Tour. Verbunden ist diese Zeitreise mit dem Fahrrad auch mit einem landschaftlich reizvollen Ausflug in das von Wiesen, Wäldern und Seen geprägte Hinterland – dem Linzgau.

Pfahlbauten Unteruhldingen

In den Pfahlbauten in Unteruhldingen wird mithilfe von Ausgrabungen und experimenteller Archäologie versunkenes Weltkulturerbe sichtbar gemacht. Hier wird die frühe Geschichte der Bodenseeregion mit inzwischen 23 rekonstruierten Häusern aus der Stein- und Bronzezeit zum spannenden Erlebnis.
In den Pfahlbauten in Unteruhldingen wird mithilfe von Ausgrabungen und experimenteller Archäologie versunkenes Weltkulturerbe sichtbar gemacht. Hier wird die frühe Geschichte der Bodenseeregion mit inzwischen 23 rekonstruierten Häusern aus der Stein- und Bronzezeit zum spannenden Erlebnis. | Bild: Michael Schellinger

Für den Besuch eines der größten archäologischen Freilichtmuseen Europas sollte man sich etwas Zeit nehmen. Deshalb ist es sinnvoll, die Erforschung der 23 rekonstruierten Häuser aus der Stein- und Bronzezeit (cirka 4000 – 850 vor Christi) an das Ende der Radtour zu legen. Der auf Wunsch geführte Rundgang beginnt im neuen „Archaeorama“, einer virtuellen Unterwasserwelt mit Multimediaschau, und führt dann über Holzstege auf dem Bodensee in die Pfahlbaudörfer.

Die im Frühjahr 2015 teilweise neu eingerichteten Pfahlbauhäuser, lassen die Besucher das Leben vor tausenden von Jahren in allen Facetten regelrecht spüren.Faszinierend sind auch die Gegenstände in der Ausstellung „Das Erbe der Pfahlbauer – Faszination Weltkulturerbe“. Hier werden Originalfunde aus den Welterbestätten um die Alpen präsentiert. Ein abwechslungsreiches Programm an den Wochenenden und in den Ferien bietet Möglichkeiten, noch „praktischer“ in dieses vorzeitliche Thema einzusteigen. Es wird unter anderem gekocht, gejagt, Feuer gemacht und Bronze gegossen.

Herrlicher Blick von der Meersburg

Wahrzeichen am Bodensee: die Meersburg.
Wahrzeichen am Bodensee: die Meersburg. | Bild: Archiv

Sie ist das alles überragende Wahrzeichen am Bodensee. Mauern wie Jahresringe, unbehauene, wuchtige Steine, kraftvoll gefügt zu Schutz und Trutz – die hoch über dem Bodensee und der Meersburger Altstadt thronende Wehranlage hat eine lange Geschichte. Der Gang über die Zugbrücke führt mitten hinein in eine kampfbetonte Zeit der Könige, Freiherren, Bischöfe und Ritter.

Das Burgmuseum vermittelt einen Einblick in alte Wehrgänge und Türme, in Dürnitz, Palas, Burgküche und Brunnenstube. Beeindruckend auch die Sammlung alter Waffen mit einer speziellen Helmschau, der prunkvolle Rittersaal und das einst schreckliche Burgverlies.

Der Rundgang führt auch zu den Kapellen, durch den verträumten Burggarten sowie entlang der nördlichen Bastionen.Die berühmteste Bewohnerin der Burg war wohl Annette von Droste-Hülshoff. Das Andenken der Dichterin, die 1848 auf der Meersburg starb, wird durch das Arbeits- und Sterbezimmer lebendig gehalten.Der Höhepunkt eines Burgbesuches ist die Besteigung des trutzigen „Dagobertsturmes“. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über die Altstadt und den See bis hin zu den Alpen.

Oberschwäbische Barockstraße

Kirchen, Klöster, Kleinode – ein wahres Schatzkästlein an barocken Sehens- und Liebenswürdigkeiten tut sich in der Region zwischen Donau und Bodensee auf. Vier Routen mit unterschiedlichen Reisecharakteren erschließen das Himmelreich des Barock. Vom Donautal aus durch Oberschwaben bis in den Linzgau und weiter zum Bodensee stellt die Westroute neben Kloster Sießen, Schloss Meßkirch und Schloss Salem auch den berühmten „Honigschlecker“ in der Wallfahrtskirche Birnau vor. Die malerisch auf einem Hügel oberhalb der Mauracher Bucht am Bodensee gelegene Basilika zählt zu den außergewöhnlichsten Barockkirchen Süddeutschlands. Die SÜDKURIER-Radtour führt direkt an Birnau, Salem und Baitenhausen vorbei.