Die Tour „Hopfen und See“ lebt auch von den Gegensätzen, die sich ja bekanntlich anziehen. Das ist zum einen die „Großstadt“ Friedrichshafen als Technologiezentrum für Raum- und Luftfahrt sowie namhafter Zulieferer für die Autoindustrie, als erfolgreicher Messe- und Kongressstandort mit eigenem Flughafen und mit einer der schönsten und längsten Uferpromenaden am Bodensee mit fast schön südländischem Flair. Zum anderen Natur pur mit dem Eriskircher Ried, dem idyllischen Radweg entlang dem zweitgrößten Zufluss des Bodensees, der Argen, sowie dem reizvollen oberschwäbischen Hinterland mit Obstplantagen, hochrankenden Hopfengärten und gepflegten Weinbergen.

Die Zeppelinstadt

Aber der Reihe nach: Um in den vollen Genuss der „Vielfalt pur“ zu kommen, sollte man sich am Ende der Tour auf Entdeckungsreise im vom Zeppelin geprägten Friedrichshafen machen und dabei auch etwas mehr Zeit einplanen. Fast schon ein Muss ist der Besuch des Zeppelin Museums mit der weltweit größten Sammlung zur Geschichte der Luftschifffahrt. Weitere Anlaufstationen könnten die Schlosskirche als barockes Wahrzeichen der Stadt oder das Schulmuseum mit Erlebnisfaktor für die ganze Familie sein. Empfehlenswert ist auch ein Besuch des 22 Meter hohen Aussichtsturms an der Hafenmole mit herrlichem Blick auf den See und die Alpen, das Klangschiff sowie der Gondel- und Yachthafen des Württembergischen Yachtclubs. Und nicht zuletzt laden zahlreiche Straßencafés zum Verweilen ein.

Natur pur im Eriskircher Ried

Nicht weit von Friedrichshafen entfernt beginnt mit dem Eriskircher Ried das größte und bedeutendste Naturschutzgebiet am deutschen Oberseeufer. Bereits 1939 wurden die Weichen für das heute 552 Hektar große Refugium für 280 bislang erforschte, zum Teil seltene Vogelgattungen gestellt. Zwischen den Mündungen der Rotach und der Schussen erwartet uns eine außerordentlich reizvolle Landschaft mit ausgedehnten Riedwiesen, Lebensraum für über 600 Blütenpflanzen, urwüchsige Auenwälder, seichte Gewässer an deren Ufer man Libellen und Eisvögel beobachten kann. Beobachten kann man die Wasservögel am besten an den Mündungen der beiden Flüsse, am freien Seezugang neben dem Strandbad Eriskirch sowie von den beiden hölzernen Plattformen am Seeufer aus. Für Naturliebhaber lohnt sich auch ein Abstecher im Naturschutzzentrum Eriskirch. Im ehemaligen Bahnhofsgebäude erhält man Informationen aus erster Hand. Außerdem gewährt eine Ausstellung faszinierende Einblicke in die Pflanzen- und Tierwelt im Eriskircher Ried und es gibt verschiedene Veranstaltungen.

Barocker Höhepunkt

Neben dem Hopfen ist Tettnang auch bekannt für das Neue Schloss, das zu den schönsten Schlössern Oberschwabens zählt. Noch heute zeugt der prächtige Bau vom Repräsentationsanspruch und dem luxuriösen Lebensstil der Grafen von Montfort, die mit der Ausstattung des Schlosses die besten Künstler Süddeutschlands beauftragten.