Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung können ganz schön teuer werden: Zu den Kursgebühren kommen weitere Ausgaben hinzu, beispielsweise für  Anreise oder Übernachtung. Doch Weiterbildungswillige können etwas aufatmen, denn mit der Steuererklärung kommt ein Teil der Ausgaben wieder zurück in die Kasse.
 

Tipps und Erläuterungen der Oberfinanzdirektion Karlsruhe

Wer Steuern sparen kann
Nur wer eine Steuererklärung abgibt, kann auch Steuern sparen. Weiterbildungsmaßnahmen von Angestellten und Selbstständigen werden anerkannt. Einschränkungen gibt es ebenfalls nicht für Personen in Elternzeit, oder Arbeitslose.  
 
Werbungskosten in unbegrenzter Höhe
Aufwendungen, die ein Arbeitnehmer leistet, um seine Kenntnisse und Fertigkeiten im bereits ausgeübten oder erlernten Beruf zu erhalten, zu erweitern oder den sich ändernden Anforderungen anzupassen, sind Fortbildungskosten. Diese sind in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten abzugsfähig, wenn berufsbezogener Lehrstoff vermittelt wird.
 
Die Werbungskostenpauschale liegt für Arbeitnehmer bei 1000 Euro im Jahr. Arbeitnehmer tragen dies in der Anlage N zur Steuererklärung ein. Bei Selbstständigen handelt es sich um Betriebsausgaben.
 
Mögliche Ausgaben
Unter Fortbildungskosten fallen Aufwendungen, die sich direkt auf die Fortbildung beziehen. Hierzu zählen z.B.
Kurs- und Prüfungsgebühren, Fachliteratur, Lehrbücher, Schreibmaterial, Übungsunterlagen, Fahrtkosten zur Fortbildungsstätte in Höhe der Pauschbeträge, Verpflegungsmehraufwendungen in Höhe der Verpflegungspauschalen und ggf. Übernachtungskosten.

Übrigens: Wer kein Einkommen hat, sich aber weiterbildet, sollte auch kleinere Ausgabebeträge abrechnen und angeben, denn in diesem Fall gibt es keinen Pauschlabetrag für die Weiterbildungskosten. 
 
Möglichkeiten für Berufswechsler
Fortbildungsmaßnahmen sind auch Umschulungsmaßnahmen, die einen Berufswechsel vorbereiten. Hierzu gehören z.B. der Besuch von Fachlehrgängen, Kursen, Tagungen, Vortragsveranstaltungen sowie Tages- und Abendschulen.
 
Sonderausgaben aber keine Fortbildungskosten
Hiervon zu unterscheiden und abzugrenzen sind Kosten für eine erstmalige Berufsausbildung. Diese Aufwendungen sind lediglich als Sonderausgaben abziehbar (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG). Eine Berufsausbildung ist als erstmalige Berufsausbildung anzusehen, wenn ihr keine andere abgeschlossene Berufsausbildung bzw. kein abgeschlossenes berufsqualifizierendes Hochschulstudium vorausgegangen ist.
 
Wie eine Berufsausbildung definiert wird
Eine Berufsausbildung als Erstausbildung liegt ab dem Veranlagungszeitraum 2015 nur noch dann vor, wenn sie in Vollzeit durchgeführt wird und für eine Mindestdauer von 12 Monaten angelegt ist. Die Berufsausbildung muss außerdem abgeschlossen sein.
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