So vielfältig wie die Weiterbildungsangebote sind auch die Fördermöglichkeiten. Hier gibt es ganz unterschiedliche Angebote, die helfen die zum Teil sehr hohen Kosten für berufliche Weiterbildung zu reduzieren.
Mit einem Klick auf die Unterpunkte erfahren Sie die Details.
 
Das Meister-BaFöG 
Die Förderung durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), auch Meister-BaFöG genannt, gilt für Meisterkurse und andere auf einen vergleichbaren Fortbildungsabschluss vorbereitende Lehrgänge (öffentlich-rechtliche Prüfung). Es wird finanziert von Bund und Ländern.
  • Voraussetzungen
    Die Zulassungsvoraussetzungen für die Fortbildungsprüfung müssen erfüllt sein und der angestrebte Abschluss muss über dem Niveau einer Facharbeiter-, Gesellen- und Gehilfenprüfung oder eines Berufsabschlusses liegen.
     
    Die Fortbildungsmaßnahme muss mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen.
    Die Förderhöchstdauer beträgt 48 Monate bei Teilzeitlehrgängen.
  • Förderung
    Bei Teilzeit- und Vollzeitmaßnahmen erfolgt eine Förderung der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren einkommensunabhängig bis zu 30,5 % der tatsächlichen Kosten bzw. als Darlehen bis zu einem Höchstbetrag von € 10.226,00.
    Neu: Auf Antrag werden 25 % des Darlehens bei Bestehen der Abschlussprüfung erlassen.
     
    Ab 1.
    August 2016 wird eine Änderung wirksam. Damit erhöht sich der Unterhaltsbeitrag   von 697 Euro auf 760 Euro. Die Einkommensfreibeträge erhöhen sich ab diesem Zeitpunkt ebenfalls (z.B. für den Teilnehmer von 255 Euro auf 290 Euro). Je nach Familienstand und Zahl von Kindern fallen die Beträge höher aus.
  • Hintergründe und Ansprechpartner
    Antragsformulare sind bei den zuständigen Landratsämtern erhältlich sowie im Internet unter www.meister-bafoeg.info
 
Fachkursförderung durch die Europäische Union
Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg wird bei dieser Form der Förderung mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds unterstützt. Ein Rechtsanspruch auf einen Zuschuss besteht nicht. Gefördert werden  Beschäftigte aus Unternehmen in Baden-Württemberg liegen, Unternehmer, Freiberufler sowie Existenzgründer, Gründungswillige und Wiedereinsteiger.
  • Umfang
    Die Förderung umfasst 30% der zuschussfähigen Teilnahmegebühren oder 50% der zuschussfähigen Teilnahmegebühren für Teilnehmende, die mindestens das 50. Lebensjahr vollendet haben.
  • Maßnahmen
    Förderfähige Lehrgänge finden Sie in den folgenden Themenbereichen: Beschaffungsmanagement, Betriebswirtschaftliche Grundlagen, Buchführung, Controlling, Immobilienmanagement, Logistikmanagement, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Social Media Manager, Management Assistent/in, Professionelles Officemanagement, Personalreferent, Präsenzkraft in der Pflege, Projektmanagement, Qualitätsmanagement, Zollmanagement, Außenwirtschaft, Technik für Kaufleute.
  • Hintergründe und Ansprechpartner
    Alle Informationen und Ansprechpartner rund um die Fachkursförderung durch die Europäische Union finden Sie unter: www.esf-bw.de
 
Die Bildungsprämie
Mit dem Bundesprogramm Bildungsprämie (www.bildungsprämie.info) beteiligt sich der Staat an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen. Hier gibt es zwei Varianten: den Prämiengutschein und den Spargutschein. Beide Fördermöglichkeiten können auch miteinander kombiniert werden.
  • Der Prämiengutschein
    Mit einem Prämiengutschein wird die Beteiligung an Weiterbildungsmaßnahmen mit Veranstaltungsgebühren (ohne Neben- oder Folgekosten wie Fahrten und Verpflegung) von bis zu 1000 Euro gefördert. Der Staat übernimmt dabei 50 Prozent der Gebühren. Voraussetzungen: Mindestalter 25 Jahre und mindestens 15 Stunden in der Woche erwerbstätig. Das zu versteuernde Jahreseinkommen darf 20.000 Euro nicht übersteigen (40.000 Euro bei gemeinsam Veranlagten).
     
    Zu beachten: Der Gutschein kann alle zwei Jahre ausgestellt werden. Er ist sechs Monate gültig und kann nur dann eingesetzt werden, wenn die Maßnahme noch nicht begonnen hat, noch nicht bezahlt wurde und auch noch keine Rechnung ausgestellt wurde.
  • Der Spargutschein
    Mit einem Spargutschein können Sie teurere Weiterbildungsmaßnahmen finanzieren. Hierfür gibt es keine Beschränkungen hinsichtlich Ihres Einkommens und weiterer Förderbedingungen, wie sie für den Prämiengutschein gelten. Voraussetzung ist nur, dass das entsprechende Ansparguthaben nach dem Vermögensbildungsgesetz vorliegt.
    Zum Zweck der Weiterbildung wird eine vorzeitige Entnahme möglich, die sich aber nicht auf die Arbeitnehmersparzulage auswirkt.
     
    Zu beachten: Ob Gebühren anfallen und wie die Kündigungsfristen sind, kann nur das Anlageinstitut beantworten. Auch für den Spargutschein muss ein Beratungsgespräch geführt worden sein. Anders als beim Prämiengutschein kann der Kurs aber bereits begonnen haben. Innerhalb einer Drei-Monats-Frist muss die Weiterbildungsmaßnahme beginnen, was beim  Anlageinstitut nachzuweisen ist. Übrigens: Auch die Entnahme für die Weiterbildung des Ehepartners ist möglich.
  • Informationen und Beratungsstellen
    Um einen Prämien- oder Spargutschein zu bekommen, müssen Interessierte eine Beratungsstelle aufsuchen. In unserer Region sind das: Die Volkshochschule Rheinfelden (www.vhs-rheinfelden.de), die Kaufmännische Berufsbildungsstätte des DHV in Bad Säckingen (www.kabi-dhv.de), die Volkshochschule Hochschwarzwald in Titisee-Neustadt (www.vhs-hochschwarzwald.de), die Volkshochschule der Stadt Villingen-Schwenningen (www.vhs.villingen-schwenningen.de), die Beratungsstelle der VHS Konstanz-Singen  (www.vhs-konstanz-singen.de) und die Beratungsstelle der VHS Friedrichshafen (www.vhs-fn.de )  
     
    Die bundesweite Übersicht der Beratungsstellen erreichen Sie unter: http://www.bildungspraemie.info/de/beratungsstelle-suchen-25.php

Weiterbildungsstipendium (Begabtenförderung berufliche Bildung)
Das Weiterbildungsstipendium unterstützt besonders talentierte und motivierte Berufseinsteiger. Anspruchsvolle Weiterbildungen, die berufsbegleitend erfolgen müssen, können mit maximal 6.000 Euro, aufgeteilt auf drei Jahre, gefördert werden.  Auch auf eine Ausbildung aufbauende berufsbegleitende Studiengänge können bezuschusst werden.
  • Voraussetzungen
    Berufsabschlussprüfung mindestens mit der Durchschnittsnote 1,9, oder bei einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb mindestens Platz drei, oder der Arbeitgeber oder die Berufsschule weist auf die Qualifikation mit einem begründeten Vorschlag hin.
     
  • Förderung
    Die finanzielle Unterstützung kann bei Maßnahmen zum Erwerb fachbezogener beruflicher Qualifikationen, Vorbereitungskursen auf Prüfungen der beruflichen Aufstiegsfortbildung,
    Seminare zum Erwerb fachübergreifender und sozialer Kompetenzen und bei berufsbegeleitenden Studiengängen gewährt werden. Auch für Fahrtkosten und notwendige Arbeitsmittel können Zuschüsse vergeben werden.
  • Hintergründe und Ansprechpartner
     
    Alle Informationen und Ansprechpartner rund um das Weiterbildungsstipendium finden Sie unter https://www.sbb-stipendien.de/weiterbildungsstipendium.html


WeGebAU (Weiterbildung älterer und geringqualifizierter Mitarbeiter in Unternehmen)
Das Programm der Bundesagentur für Arbeit fördert Arbeitnehmer, die eine Tätigkeit ohne Berufsabschluss ausführen, oder die zwar einen Berufsabschluss haben, aber mehr als vier Jahre diesen Beruf nicht gearbeitet haben.
  • Förderung
    Gefördert werden können Personen, die von ihren Arbeitgebern für die Dauer einer Qualifizierung unter Fortzahlung des Arbeitsentgelts freigestellt werden. Der Arbeitnehmer kann die Lehrgangskosten ganz oder teilweise erstattet bekommen. Außerdem kann ein Zuschuss zu den zusätzlich entstehenden übrigen Kosten (z.B. Fahrkosten) gewährt werden.
    Die Förderung erfolgt über einen Bildungsgutschein, mit dem der Arbeitnehmer unter zugelassenen Weiterbildungsangeboten wählen darf.
  • Hintergründe und Informationen
    Erfahren Sie weitere Details zu den Fördermöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit in unserem Experteninterview. Informationen finden Sie auch auf der Website der Bundesagentur für Arbeit.
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