Weiterbildungsexperten der Industrie- und Handelskammern, des Bundesinstituts für Berufliche Weiterbildung sowie unabhängige Institute, wie die Stiftung Warentest, geben Hinweise, wie sich die  Qualität einer beruflichen Weiterbildung erkennen lässt und in welchen Fällen Vorsicht geboten ist.
 

1. Anbieter vergleichen

Qualitätsunterschiede lassen sich auf den ersten Blick oftmals kaum erkennen. Darum: Am besten mehrere Anbieter vergleichen. Dazu eignen sich Informationsunterlagen, Internetauftritte, aber auch unabhängige Internetforen, in denen sich Teilnehmer über bestimmte Weiterbildungsmaßnahmen austauschen. Hilfreich kann auch der Besuch einer öffentlichen Informationsveranstaltung sein. Viele Anbieter ermöglichen bei einem „Tag der offenen Tür“ genauere Einblicke.
 

2. Stimmen die Rahmenbedingungen?

Sachlich, personell und organisatorisch müssen die Voraussetzungen stimmen. Dazu gehören beispielsweise die klare Strukturierung der Inhalte, die vermittelt werden sollen, erwachsenenpädagogische Methodik und ein enger Praxisbezug. Ein weiterer Aspekt ist die technische Ausstattung. Gibt es genügend Computer oder Übungsgeräte und sind diese auf dem aktuellsten Stand?

 
3. Über den Wert des Abschlusses informieren

Um die Ziele der Weiterbildung tatsächlich beurteilen zu können, hilft ein Blick in den Lehrplan. Seriöse Anbieter ermöglichen dies ihren Kunden.
Ebenfalls wichtig: Endet die Maßnahme mit einer Prüfung ist es entscheidend zu wissen, nach welchen rechtlichen Grundlagen dieser Abschluss später gilt und auch ob er nur in bestimmten Gebieten, deutschlandweit oder international anerkannt ist. Gibt es nur eine Teilnahmebestätigung sollte klar sein, inwiefern diese benötigt wird, beziehungsweise hilfreich ist.
 

4. Methode nach Lerntyp wählen

Realer Unterricht, virtuelle Lernumgebung oder lieber eine Kombination? Mit welcher Art von Wissensvermittlung man besser zurechtkommt, ist einerseits vom Lerntyp, andererseits von den Inhalten abhängig. Zieht man einen Fernlehrgang, also E-Learning via Internet, in Erwägung sollte man sich zuvor Probelektionen schicken lassen. Nur so kann man beurteilen, ob diese Methode überhaupt zu einem passt, oder ob vielleicht sogar nötige Vorkenntnisse fehlen. Übrigens: Informationen zu den Methoden und wie diese auf Lerninhalte und Medien abgestimmt sind, sollte jeder Anbieter geben.

 

5. Wie ist das Verhältnis von Theorie und Praxis?

Gerade bei beruflicher Weiterbildung ist der Praxisbezug oft entscheidend. Von praktischen Beispielen, Übungen oder sogar Praxisphasen profitieren Lernende. Darum ist wichtig: Hat der Lehrende entsprechende Praxiserfahrung? Und wie stellt der Anbieter einer Weiterbildungsmaßnahme den Praxisbezug sicher?
 

6. Dauer der Weiterbildung sollte zum angestrebten Ziel passen

Vorsicht bei Schnellkursen, die hohe Qualifikationen versprechen. Unseriös sind aber auch vergleichsweise zeitintensive Maßnahmen, die lediglich Grundkenntnisse vermitteln. Hinsichtlich der Strukturierung gibt es berufsbegleitende Angebote oder Vollzeit-Weiterbildungen, die auch blockweise aufeinander folgen können. Je nach beruflicher und persönlicher Situation gibt es unterschiedliche Angebote. Viel Freiheit bei der Zeiteinteilung bietet E-Learning. Dies erfordert aber auch viel Selbstdisziplin.
 

7. Individuelle Betreuung

Rat und Unterstützung für die Lernenden muss bei allen Formen der beruflichen Weiterbildung garantiert sein. Darum ist es wichtig zu wissen, welches Weiterbildungspersonal überhaupt eingesetzt wird und wie die Erreichbarkeit geregelt ist.
 

8. Informieren Sie sich bei anderen Teilnehmern

Die Auskunft von Dritten kann sehr hilfreich sein. Vermittelt der Anbieter gerne Kontakte zu Absolventen dieser Maßnahme? Was sagen andere Teilnehmer? Und wie hoch ist die Erfolgsrate der Teilnehmer dieser Weiterbildung? All diese Fragen können bei der Entscheidung hilfreich sein.
 

9. Was ist das Qualitätssiegel wert?

Fast jeder Anbieter wirbt mit einem Qualitätssiegel. Doch was ist ein solches wert? DIN EN ISO 9001, LQW oder EFQM sind nur drei Beispiele, bei denen es jeweils um bestimmte Qualitätsmanagementsysteme geht. Sie sagen aus, dass Anbieter an der Qualität ihrer Angebote arbeiten. Die Vielzahl der Siegel ist beeindruckend. Was dahinter steckt, lässt sich beispielsweise auf der Seite der Stiftung Warentest überprüfen.
 

10. Zulassung bestätigt Seriosität

Bei Fernlehrgängen entscheidend: Die Zulassung, die in Deutschland verpflichtend ist. Wenn ein Anbieter nicht durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) in Köln zugelassen ist, kann nicht von einem seriösen Angebot ausgegangen werden. Übrigens: Die ZFU überprüft die Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen alle drei Jahre.
 

11. Der Vertrag muss stimmen

Bevor man tatsächlich eine verbindliche Anmeldung unterschreibt, sollte man die Allgemeinen Geschäftsbedingungen kennen. Hier sind oftmals Zahlungsmodalitäten und Hinweise zu Kündigung und Rücktrittsrecht aufgeführt. Sie sind auch Bestandteil des Weiterbildungsvertrags, der außerdem die Gesamtkosten, Bestimmungen der Prüfungsordnung, Dauer, Ziele und Inhalte enthalten muss. Vorsicht ist geboten, wenn mit dem Argument, dass die Plätze begrenzt sind, zur schnellen Unterschrift gedrängt werden soll.
 

Eine ausführliche Checkliste des Bundesinstituts für Berufsbildung zu den Themen Kosten, Fördermöglichkeiten, Qualität und Abschluss der beruflichen Weiterbildung gibt es hier.   Hier kommen Sie zurück zum Themenpaket.