Freiburg Chronologie: Sieben Wochen Tätersuche im Fall der getöteten Studentin

Im Fall einer getöteten Studentin in Freiburg gibt es nach Polizeiangaben einen Tatverdächtigen. Eine Chronologie der Ereignisse.



Freiburg (dpa)
  • 15./16. Oktober: Auf dem Heimweg von der Uni-Party „Big Medi Night“ verschwindet eine 19 Jahre alte Medizinstudentin. Als man sie zuletzt sieht, will sie gegen 2.40 Uhr nachts mit ihrem Fahrrad nach Hause.
  • 16. Oktober: Eine Joggerin findet am Sonntagmorgen um 8.20 Uhr die Leiche der Frau am Ufer des Flusses Dreisam. Ihr weißes Damenrad liegt einige Meter entfernt von der Leiche im Gebüsch. Die Polizei setzt eine Sonderkommission aus 40 Ermittlern ein. Ein Gebüsch nahe dem Tatort wird gerodet und zur Spurensicherung mitgenommen. Später finden Ermittler im Gestrüpp ein auffälliges Haar, das zu einem 17-Jährigen führt. Seine Frisur fällt in einem Überwachungsvideo auf.
  • 18. Oktober: Die Polizei gibt bekannt, dass die Frau ertrunken ist. Sie sei Opfer einer Vergewaltigung geworden. Ob sie ertränkt wurde oder nach dem Übergriff bewusstlos im Wasser lag, ist unklar. Ein herrenloses violettes Rad ist nahe dem Schauplatz entdeckt worden.
  • 19. Oktober: Die Polizei kontrolliert in einer nächtlichen Aktion in der Nähe des Tatorts Radler und Passanten und verteilt Flugblätter.
  • 21. Oktober: Nach 100 Hinweise und 200 Vernehmungen keine heiße Spur.
  • 26. Oktober: Die Polizei gibt bekannt, dass am Tatort DNA eines Mannes gefunden worden sei. Ein bundesweiter Datei-Abgleich beginnt. 4. November: Der Abgleich der Gen-Datei bringt keinen Treffer. Mehr als 100 Männer haben bereits freiwillig eine DNA-Probe abgegeben, sie sind Nachbarn, Kommilitonen oder Besucher der Party in der Tatnacht. Alle Bewohner des Studentenwohnheims des Opfers werden vernommen.
  • 6. November: Ein zweiter Fall sorgt für Unruhe im Südwesten: Eine 27 Jahre alte Joggerin verschwindet in Endingen an einem Sonntagnachmittag. Im Zuge einer großen Suche mit Rettungskräften, Hunden und Hubschrauber wird vier Tage später ihre Leiche gefunden. Ob ein Zusammenhang zu der Toten aus der Dreisam besteht, ist unklar.
  • 8. November: Die Staatsanwaltschaft setzt im Fall der toten Studentin 6000 Euro Belohnung aus.
  • 14. November: Die Ermittler haben 940 Menschen vernommen, mehr als 1000 Spuren gesichert - und noch kein Ergebnis erzielt. Der Fall wird in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ vorgestellt.
  • 18. November: Ein Suchhund der Polizei nimmt Fährte auf und führt die Beamten in einen Uni-Hörsaal. Dort sitzen in einer Vorlesung im Studiengang Biochemie mehr als 100 Studenten. Auch ihre DNA-Proben führen ins Nichts, ebenso wie ein Abgleich in Nachbarländern. 24. November: Mehrere Privatpersonen stocken die Belohnung im Fall der toten Studentin auf. Sie summiert sich auf insgesamt 35 000 Euro.
  • 30. November: Nach 1600 Hinweisen und 1400 Zeugenvernehmungen jetzt die brandheiße Spur: Die DNA-Spur vom Tatort passt zur DNA-Probe des 17-jährigen Verdächtigen aus dem Überwachungsvideo.
  • 2. Dezember: Der 17-Jährige, ein unbegleiteter Flüchtling aus Afghanistan, wird festgenommen.
  • 3. Dezember: Die Polizei gibt die Festnahme bekannt.

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